# taz.de -- Waldbrand bei Monschau: Feuer an deutscher Grenze
       
       > Der Brand ist nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze
       > entfernt. Rund 5.000 Menschen bereiten sich auf die Evakuierung vor – und
       > auf den Rauch.
       
 (IMG) Bild: Feuerfront im Hohen Venn: Rettungskräfte im Einsatz (15.8.2026)
       
       dpa | Wegen der Ausbreitung eines großen [1][Waldbrandes von Belgien in
       Richtung Deutschland] ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen
       nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt. Die Feuerfront im Hohen
       Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze
       entfernt, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit und rief
       weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Zudem
       warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei
       Kilometer von der Grenze entfernt.
       
       Bürgern von drei Ortsteilen wurde am frühen Morgen wegen möglicherweise
       gesundheitsgefährdender Rauchbelastung empfohlen, ihre Häuser und Wohnungen
       vorübergehend zu verlassen. Die Einwohner und Einwohnerinnen der Ortsteile
       Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs sollten
       versuchen, bei Verwandten und Freunden unterzukommen, hieß es.
       
       Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet,
       dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und
       Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter.
       Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen.
       Die Empfehlung gelte zunächst bis 18.00 Uhr.
       
       Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile
       Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der
       Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5.000
       Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man
       von keiner Evakuierung aus.
       
       Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als
       Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit
       Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als
       Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor
       zwischen Deutschland und Belgien.
       
       ## Feuerwehr wässert Felder
       
       Die Feuerwehr in Monschau beobachtet die Situation an der Grenze intensiv,
       rechnet aber nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches
       Gebiet. „Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick“, sagte
       Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, am frühen Morgen.
       Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. „Wir werden die
       Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten
       dazuziehen.“
       
       Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen
       Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das
       Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
       
       Bereits einige Stunden vorher hatte die Stadt Monschau die Bewohner
       einzelner Siedlungen in Kalterherberg und Mützenich aufgerufen, sich auf
       eine mögliche Räumung einzustellen. Die belgischen Behörden hätten demnach
       die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg
       angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
       
       ## In Belgien müssen rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen
       
       Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei
       belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen – wegen des sich
       rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker
       Rauchentwicklung.
       
       Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf, Notgepäck
       bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben
       nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu
       blockieren.
       
       Am Abend hatte der Gouverneur der [2][belgischen Provinz Lüttich]
       mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar
       erfasst – was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern
       entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau
       entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren
       etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
       
       ## Vorsichtiges Aufatmen im Hürtgenwald
       
       Allerdings können die Menschen im Hürtgenwald vorsichtig aufatmen. Die Lage
       habe sich „deutlich entspannt“, teilte der Kreis am Abend mit.
       [3][Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer neu
       entfachen], hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1.800
       Einsatzkräften an der Löschung beteiligt.
       
       „Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus“,
       sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten
       zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden
       voraussichtlich noch mehrere Tage dauern.
       
       ## Gute Nachrichten für die Bewohner von Gey
       
       Noch am Abend hatten die Behörden entscheiden, dass die Bewohner des
       Ortsteils Gey in Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Die gut
       1.800 Bewohner hatten zuvor in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes
       in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250
       Meter an Grundstücke herangerückt.
       
       „Eine aktuelle Gefahr durch den Waldbrand besteht nicht mehr. Es ist
       gelungen, Gey so zu sichern, dass Flammen nicht auf den Ort übergreifen
       können“, erklärte der Dürener Landrat Ralf Nolten. Es bleibe aber eine
       „leichte Geruchsbelästigung“.
       
       Allerdings würden auch in den nächsten Tagen keine ergiebigen Regenfälle
       erwartet, die die Löscharbeiten deutlich erleichtert könnten, wie eine
       Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes sagte.
       
       ## Hat ein „Idiot das Feuer verursacht“?
       
       Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte sich auch die Frage
       nach den Schäden und der Ursache des verheerenden Brandes stellen.
       NRW-Innenminister Herbert Reul und seine Kabinettskollegin
       Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU) hatten von
       [4][möglichem menschlichem Fehlverhalten] gesprochen. „Irgendein Idiot hat
       das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie
       verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas
       wegwerfen“, hatte Reul gesagt.
       
       16 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Waldbrand-in-der-Eifel/!6204457
 (DIR) [2] /Todesfaelle-nach-Hitzewelle/!6199701
 (DIR) [3] /Waldbrand-in-der-Eifel/!6204331
 (DIR) [4] /Forstwissenschaftler-ueber-Braende/!6201777
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Waldbrände
 (DIR) Feuer
 (DIR) Feuerwehr
 (DIR) Belgien
 (DIR) Nordrhein-Westfalen
 (DIR) Nationalpark Eifel
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Waldbrände
 (DIR) Waldbrände
 (DIR) Waldbrände
 (DIR) Waldbrände
 (DIR) Waldbrände
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Großbrand im Hohen Venn: Gigantische ökologische Tragödie
       
       Der Brand im Hohen Venn zerstört vermutlich dauerhaft eine einzigartige
       Moorlandschaft. Aber die deutschen Medien berichten über Rauchgeruch in
       Köln.
       
 (DIR) Waldbrand im Hohen Venn: 300 Meter vor der Grenze
       
       Leichter Regen, feuchte Luft, kein Wind: Das Feuer im Hohen Venn rückt
       nicht mehr näher auf die deutsche Grenze zu, die Lage hat sich
       stabilisiert.
       
 (DIR) Größter Waldbrand in NRW-Geschichte: Beispiellose Brände
       
       Die Feuer in Nordrhein-Westfalen und Belgien zerstören einzigartige Torf-,
       Moor und Heidegebiete. SPD-Bundesminister*innen fordern einen Aktionsplan
       gegen Hitze.
       
 (DIR) Waldbrand in der Eifel: „Die Nacht war gut“
       
       Der riesige Brand im Hürtgenwald hat sich vorerst nicht weiter
       ausgebreitet. Der Eifel-Ort Gey bleibt trotzdem geräumt. NRW-Innenminister
       Reul kommt „mal kurz“ vorbei.
       
 (DIR) Waldbrände in Deutschland: Flammen in der Eifel breiten sich aus
       
       Waldbrand außer Kontrolle: In der Eifel werden fast 2.000 Menschen
       evakuiert. Auch in anderen Teilen Deutschlands kämpfen Einsatzkräfte gegen
       die Flammen.
       
 (DIR) Forstwissenschaftler über Brände: „Der Mythos vom Brandstifter hält sich hartnäckig“
       
       Die Waldbrandsaison beginnt immer früher, die Feuer werden extremer.
       Feuerökologe Alexander Held erklärt, warum Deutschland jetzt umdenken muss.