# taz.de -- BSW-Streit um Brombeer-Koalition: Sonderparteitag zum Kurs in Thüringen
       
       > Während Wagenknecht aus der Koalition in Thüringen austreten will, will
       > die Landespartei um Katja Wolf weiterregieren. Klärung soll ein
       > Sonderparteitag bringen.
       
 (IMG) Bild: Ziemlich beste BSW-Parteifreunde: Katja Wolf aus Thüringen und Sahra Wagenknecht aus dem Bundesvorstand
       
       dpa | Das BSW will seine interne Auseinandersetzung um die
       Regierungsbeteiligung in Thüringen auf einem Sonderparteitag klären. Der
       BSW-Landesvorstand habe auf der Basis der Anträge von vier Kreisverbänden
       beschlossen, einen „außerordentlichen Sonderparteitag“ einzuberufen, teilte
       die Landespartei mit. Zudem sei beschlossen worden, dem Beschluss des
       BSW-Bundesvorstandes, aus der Thüringer Regierungskoalition auszusteigen
       und Verhandlungen für eine Expertenregierung aufzunehmen, nicht zu folgen.
       
       Das BSW regiert in Thüringen mit CDU und SPD in einer sogenannten
       [1][Brombeer-Koalition]. Es geht um einen Richtungsstreit innerhalb des
       [2][BSW] – zwischen Parteigründerin Sahra Wagenknecht und der Thüringer
       Landeschefin Katja Wolf, die auch Landesfinanzministerin ist.
       
       Wagenknecht missfällt die Regierungsbeteiligung in Thüringen schon länger.
       Sie vertritt stattdessen das Modell eines „überparteilichen“
       Regierungschefs, der unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten
       regiert. Auch Wagenknecht hatte in diesem Dauerstreit bereits einen
       Landes-Sonderparteitag ins Gespräch gebracht.
       
       Anlass der Eskalation ist die Entscheidung der TU Chemnitz,
       Ministerpräsident Voigt (CDU) [3][seinen Doktortitel zu entziehen]. Der
       BSW-Bundesvorstand um Wagenknecht hatte die Thüringer BSW-Abgeordneten
       deshalb vergangene Woche aufgefordert, den Regierungschef nicht mehr zu
       unterstützen.
       
       ## Zwei BSW-Leute tragen Koalition nicht mehr mit
       
       Die BSW-Landtagsfraktion widersetzte sich der Aufforderung der Parteispitze
       bei einer Sitzung am Montag in Erfurt. „Die BSW-Fraktion hat nach
       intensiver Beratung einstimmig den Beschluss gefasst, in der
       Regierungspolitik zu verbleiben“, sagte die Fraktionsvorsitzende Sigrid
       Hupach. Allerdings nahmen nur 13 der 15 Fraktionsmitglieder teil. Nicht
       anwesend waren Anke Wirsing und Sven Küntzel. Sie meldeten sich Stunden
       später mit einer eigenen Erklärung.
       
       Darin erklärten die beiden, sie trügen CDU-Ministerpräsident Voigt nicht
       mehr mit. Dieser stehe somit „aktuell nur noch einer Minderheitsregierung“
       vor, stellten sie fest. Die Koalition kam schon bisher nur auf 44 von 88
       Sitzen im Erfurter Landtag. Sie war deshalb von Anfang an für
       parlamentarische Entscheidungen auf zumindest indirekte Unterstützung der
       Linken-Fraktion angewiesen – eine Zusammenarbeit mit der AfD als der
       größten Oppositionsfraktion hat sie ausgeschlossen. Ohne die beiden
       BSW-Abgeordneten reicht es nicht mehr für das Patt. Zieht die Linke mit,
       könnten die verbliebenen Koalitionsabgeordneten aber weiter Mehrheiten
       finden.
       
       18 Aug 2026
       
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