# taz.de -- Sahra Wagenknecht: Die Zerstörerin
       
       > Das BSW zerlegt sich, weil die Thüringer Landtagsfraktion der
       > Parteispitze nicht gehorchen will. Schuld am Untergang ist allein die
       > Gründerin selbst.
       
 (IMG) Bild: Sahra Wagenknecht hier auf dem Weg zu einer Kundgebung des BSW in Berlin – hinterlässt eine Spur der Zerstörung
       
       Noch steht die Brombeer-Koalition in Thüringen, und zwar gegen den Willen
       von Sahra Wagenknecht. Der Vorstand der von ihr gegründeten Partei hatte
       von der Erfurter Landtagsfraktion verlangt, die Koalition mit CDU und SPD
       zu beenden – [1][diese widersetzte sich]. Die Rebellion gegen die
       Parteispitze markiert den Anfang vom letzten Akt des BSW. Die Partei steht
       vor dem Aus, sie droht bei den Landtagswahlen im Osten unterzugehen und mit
       ihr der Mythos Wagenknecht. Schuld daran ist nur sie selbst.
       
       Schade für die engagierten Mitglieder. Die Selbstverzwergung Wagenknechts
       ist hingegen kein Verlust – an Populist:innen mit destruktiver Agenda
       besteht in Deutschland kein Mangel. Wagenknechts politische Karriere zeigt
       zudem, wie Populismus wirkt: Sie hinterlässt eine Spur der Zerstörung.
       
       Seitdem sie als Last-Minute-SED-Mitglied begann, sich politisch zu
       engagieren, lautete Wagenknechts politisches Credo: dagegen. Sie war gegen
       die Wiedervereinigung, gegen die Aufarbeitung des Stalinismus in der
       SED-Nachfolgepartei, gegen den Zusammenschluss mit der WASG zur Linken,
       gegen die Öffnung der Linken für jüngere Wähler:innen.
       
       In Abgrenzung zur Parteiführung gründete sie 2018 die Sammlungsbewegung
       Aufstehen – und verließ sie nach einem Jahr, als Aufstehen nicht wie
       geplant abhob. Und immer waren andere schuld an Misserfolgen. Noch kurz vor
       der Bundestagswahl 2021 veröffentlichte sie einen Bestseller, in dem sie
       die eigenen Genoss:innen als Lifestyle-Linke verhöhnte.
       
       Erst nachdem sie die Partei verlassen hatte, ging es mit der Linken wieder
       bergauf. Auch das 2024 gegründete BSW schaffte ad hoc den Einzug in drei
       Landtage und beteiligte sich an zwei Regierungen – doch die zersetzende
       Kraft Wagenknechts und ihrer Jünger setzte sofort ein. [2][Die
       Brandenburger Fraktion und mit ihr die Koalition zerbrach].
       
       Seit einiger Zeit wirbt Wagenknecht nun für eine Regierungsbeteiligung der
       AfD und bietet das BSW, das die Alternative zur Alternative sein wollte,
       als Mehrheitsbeschafferin an. Hoffentlich bereiten die Wähler:innen dem
       Spuk bald ein Ende.
       
       18 Aug 2026
       
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