# taz.de -- Sommerlochtier ist da: Von bunten Vögeln
> Das diesjährige Sommerlochtier kommt spät, ist dafür aber rebellisch:
> Pfau Fridolin zerkratzt Autos. Unterstützer*innen schützen das
> Tattier.
(IMG) Bild: Das scharfkrallige Pfauentier vor seinem Rad
Irgendwie war bislang ja diesen Sommer der Wurm drin, auch im ganz
tierischen Sinne. Die Hitzewellen lassen Mensch und Maus schlapp vor sich
hinschmelzen. Selbst das normalerweise verlässlich ab Mitte Juni
[1][gelieferte Problemtier] für sommerlochgeplagte Medien ließ dieses Jahr
verdammt lange auf sich warten. Immerhin, jetzt ist es da, und es ist
[2][ein Pfau].
Der heißt Fridolin und marodiert durch eine hessische Kleinstadt mit dem
großartigen Namen Großkrotzenburg. Hier krotzt, nein, kratzt Pfau Fridolin
am Lack. Und zwar von Autos, und das auch noch ziemlich erfolgreich. Bis zu
3.000 Euro soll der Schaden an manchen Fahrzeugen laut der örtlichen
Bürgermeisterin betragen.
Ob Fridolin und seine Pfauenfrau Frida damit ihren Unmut über die
SUV-Schwemme inmitten der Klimakatastrophe kundtun oder der Pfauenhahn doch
nur auf sein Spiegelbild auf blankpoliertem Blech reagiert, das er als
möglichen Artgenossen und damit Konkurrenten sieht, muss einstweilen offen
bleiben.
## Kein Zutritt für Vogelfänger*innen
Jagen lassen sich Fridolin, seine Frida und die ganze Pfauenbande
jedenfalls nicht. Beziehungsweise schlagen sie den Häschern nach
ortsamtlicher Auskunft immer ein Schnippchen. Was laut Agentur KNA
(Transparenzhinweis: In meinem Hauptjob mache ich den KNA-Mediendienst, und
diese Kolumne ist für Christof) auch daran liegt, dass manche menschliche
Artgenoss*innen das Scratcher-Paar unterstützen und den Pfauenfängern
den Zutritt zu ihren Grundstücken verweigern.
Sollte Pfau Fridolin hier nach dem Motto „Macht kaputt, was euch
kaputtmacht!“ eine (verkehrs-)politische Agenda haben, ist er auf jeden
Fall in bester tierischer Gesellschaft. Wir alle erinnern uns noch gern an
Orca-Lady Gladys. Die wurde im Sommer [3][2023 auch in den deutschen Medien
aktenkundig], weil sie mit ihrer Truppe Jagd auf Renn- und andere Yachten
rund um Gibraltar machte.
Das ist schon ein anderes Kaliber als der Goldschakal von Sylt im Sommer
2025, der bloß friedlich-friesischen Schafen ein Ohr abkaute. Oder der Löwe
von Kleinmachnow, der sich anno 2023 als renitentes Wildschwein entpuppte.
Apropos, vom [4][Killerwels Kuno], der 2001 in Mönchengladbach einen Dackel
verschlungen haben soll, haben wir auch schon lange nichts mehr gehört.
## Noch ganz andere Vögel
Dafür wurde jetzt rund um die Bayreuther Festspiele eine E-Schwalbe mit
einem ganz anderen Pfau drauf gesichtet. Wie das auf Sommerloch-Füllungen
spezialisierte Magazin Bunte berichtet, hieß der allerdings Wolfram und
kurvte auf dem Gefährt ausweislich der bei Instagram eingestellten Fotos
ohne Helm, aber dafür mit Frau Christiane durch den Wagner-Zoo.
Nach Auskunft der Tierschutzorganisation „Kein Schwein fürs Sommerloch“
läuft derzeit ein Auskunftsersuchen nach dem Haber-Verfahren, wie man Pfau
Wolfram mit nachrichtendienstlichen Lockmitteln einfangen und wieder in
seinen Stall im BKM bringen kann. Damit ihm nicht das gleiche Schicksal wie
Kuh Yvonne blüht, die 2011 über drei Monate im Sommerloch verschwand. „Und
die doch mit ihrem eigenen Wikipedia-Artikel für uns alle als Mahnmal
erhalten bleibt“, sagt die Mitbewohnerin.
17 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Steffen Grimberg
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