# taz.de -- Unterricht zu DDR-Geschichte: Ladet Zeitzeugen ein!
> Die SED-Opferbeauftragte fordert mehr DDR-Geschichtsvermittlung in den
> Schulen. Das ist richtig, Vorurteile und Klischees gibt es schon genug.
(IMG) Bild: Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in Berlin
Die DDR war ein demokratisches Land. Nee, die war doch so schlimm wie
Nazideutschland. Und die Stasi? War die nicht so was Ähnliches wie die
Gestapo? In etwa solche Antworten bekommt man, spricht man heute mit jungen
Menschen über die DDR. Egal, ob in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz oder
im brandenburgischen Pritzwalk. Wobei der Blick der Jüngeren im Osten in
den vergangenen Jahren verstärkt geprägt ist durch die Erzählungen ihrer
Eltern und Großeltern, von denen manche [1][nach und nach gefährlich
ostalgisch] werden. Kurz und gut: Das [2][Wissen jüngerer Menschen über
einen der wichtigsten Teile jüngster deutscher Geschichte ist mangelhaft
bis gar nicht vorhanden].
Der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke ist deshalb für ihre Idee zu danken,
Schüler:innen für mindestens einen Besuch in eine DDR-Gedenkstätte zu
schicken. Mittlerweile gibt es genug Orte, die die DDR bildhaft und
differenziert beschreiben – von Poliklinken und Kita-Plätzen für alle über
[3][Meinungs- und Reisebeschränkungen für die allermeisten] bis hin zu
Stasi-Gefängnissen für jene, die am heftigsten aufmuckten.
Die DDR-Diktatur sollte im Geschichtsunterricht einen ebenso starken Raum
einnehmen wie die Historie der Bundesrepublik. Am besten laden sich
Lehrkräfte dafür kluge, ausgewogene Zeitzeugen ein, sie können am besten
die unterschiedlichen Facetten des Alltags zwischen Ahrenshoop und Zittau
beschreiben. Klischees, Stereotype und Vorurteile existieren schon genug.
Und die können politische Haltungen sowie extreme bis extremistische
Fehleinschätzungen bewirken.
Ein intensiverer Geschichtsunterricht garantiert zwar nicht in jedem Fall
ein besseres Geschichtsverständnis. Aber er sollte mindestens dafür sorgen,
die Gegenwart klarer einordnen zu können. So wie die DDR weder
Sozialparadies noch ausschließlich Unrechtsstaat war, ist die heutige
Bundesrepublik nicht mehr das Wirtschaftswunderland der 1960er Jahre, aber
auch kein failed state.
13 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kult-Moped-Simson-Nachfahren-der-Unternehmensgruender-wehren-sich-gegen-Vereinnahmung/!6156077
(DIR) [2] /Ostalgie-und-Realitaet/!6185837
(DIR) [3] /Wolfang-Englers-Erinnerungen-an-die-DDR/!6093930
## AUTOREN
(DIR) Simone Schmollack
## TAGS
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Deutsche Einheit
(DIR) DDR
(DIR) SED-Diktatur
(DIR) Unrechtsstaat
(DIR) Schwerpunkt Ostdeutschland
(DIR) Stasi-Gedenkstätte
(DIR) Stasi
(DIR) AfD Sachsen
(DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
(DIR) Reden wir darüber
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Rechte „M1llion“-Bewegung in Plauen: 10.000 fordern „Merz muss weg“
Plauen in Sachsen hat sich dieses Wochenende zum gesamtdeutschen Mekka der
Generalfrustrierten verwandelt. Auch Grüne mit Deutschlandfähnchen waren
da.
(DIR) Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Die Stadt, aus der ich weggegangen bin
Unsere Autorin Annett Gröschner hat vor 44 Jahren Magdeburg verlassen. Vor
den Landtagswahlen blickt sie auf die Schätze – und die Zumutungen der AfD.
(DIR) Ost-West-Gefälle: Die vererbte Mauer
Ostdeutsche verfügen nach wie vor über weniger Vermögen als Westdeutsche.
Könnte eine Reform der Erbschaftsteuer die finanzielle Lücke verringern?