# taz.de -- US-Senat stimmt Trumps Vorschlag zu: Todd Blanche als Justizminister bestätigt
       
       > Der US-Präsident will seinen früheren persönlichen Anwalt dauerhaft zum
       > Justizminister machen. Der Senat hat die umstrittene Personalie nun
       > gebilligt, zwei Republikanerinnen blieben aber bei ihrem Nein.
       
 (IMG) Bild: Sein Anwalt und Minister: Todd Blanche
       
       ap/dpa/rtr | Der frühere persönliche Anwalt von US-Präsident Donald Trump
       und bisherige Interims-Justizminister, Todd Blanche, ist als regulärer
       Leiter des Justizressorts bestätigt worden. Die Senatoren und Senatorinnen
       stimmten mit knapper Mehrheit für die umstrittene Personalie.
       
       Der von den Republikanern geführte Senat votierte mit 50 zu 49 Stimmen für
       Blanche. Seine Bestätigung war mit großem Interesse verfolgt und von Kritik
       aus den eigenen Reihen überschattet worden. Letztlich stimmten laut
       US-Medien zwei Republikanerinnen gegen Blanche: Susan Collins aus Maine und
       Lisa Murkowski aus Alaska.
       
       Blanche leitete das Justizministerium seit April kommissarisch. Zuvor hatte
       Trump [1][die frühere Justizministerin Pam Bondi] unter anderem [2][infolge
       der Aufarbeitung des Skandals] um den 2019 gestorbenen Sexualstraftäter
       Jeffrey Epstein geschasst, die [3][vielfach als mangelhaft kritisiert]
       wurde.
       
       Vor seiner Zeit als kommissarischer Leiter des Justizressorts war Blanche
       stellvertretender Justizminister. Er gilt als loyaler Unterstützer Trumps.
       Vor der Wiederwahl des Republikaners gehörte er zu dessen Verteidigerteam
       im New Yorker Strafverfahren um die unrechtmäßige Verbuchung von
       Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin.
       
       ## Demokraten warnen
       
       Das Bestätigungsverfahren war mit Sorgen im Senat darüber einhergegangen,
       welche Folgen die Besetzung des Ministerpostens mit einem engen
       Trump-Verbündeten für das Justizministerium haben könnte. Historisch
       betrachtet war das Ministerium immer als unabhängig vom Weißen Haus zu
       sehen. Doch Trump hat es sich zum Ziel gesetzt, das Ministerium für
       Ermittlungen gegen politische Feinde zu nutzen.
       
       Der demokratische Senator Dick Durbin hatte die anderen Mitglieder im Senat
       vor einer Bestätigung von Blanche gewarnt. Das wäre ein „schwerer Fehler“,
       sagte er. Man brauche einen Justizminister, der sich gegen Korruption
       einsetze – „selbst auf höchster Ebene unserer Regierung“, sagte Durbin.
       
       Die Demokraten haben Blanche vorgeworfen, er stelle seine Loyalität
       gegenüber Trump an erste Stelle, indem er gegen Trump-Feinde wie
       Ex-FBI-Direktor James Comey ermittele. Blanche-Anhänger argumentieren,
       seine Erfahrung als Staatsanwalt und das Vertrauen, das Trump ihm gezeigt
       habe, bedeuteten, dass Blanche dem Weißen Haus die rechtlichen Grenzen bei
       Trumps Vorhaben aufzeigen könne.
       
       Republikaner loben auch Blanches Bemühungen, die Zahl der Gewaltverbrechen
       zu reduzieren und gegen illegale Einwanderung vorzugehen. Der
       republikanische Senator Chuck Grassley sagte vor der Abstimmung über die
       Bestätigung: „Herr Blanche ist die richtige Wahl.“
       
       ## Schriftliche Zusagen von Blanche
       
       Die wochenlange Auseinandersetzung entzündete sich vor allem an Blanches
       Rolle als ehemaliger persönlicher Anwalt von Trump und an seiner
       Beteiligung an umstrittenen Vereinbarungen. Im Zentrum der Kritik standen
       ein von Trump eingerichteter Fonds in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar sowie
       eine damit verbundene Steuerimmunitäts-Vereinbarung. Kritiker bezeichneten
       den Fonds als eine Art „Schwarzgeldkasse“ für Trumps Verbündete. Die
       Vereinbarung wiederum schützte den Präsidenten, seine Söhne und deren
       Familienunternehmen vor Steuerprüfungen durch die US-Behörde IRS.
       
       Um die ‌für seine Bestätigung notwendigen Stimmen zu sichern, hatte Blanche
       in den vergangenen Wochen schriftlich zugesagt, die Steuervereinbarung
       einzuschränken und die Zahlungen aus dem Fonds zu beenden. Weitere
       Kritikpunkte waren ⁠sein Umgang mit der Veröffentlichung von Dokumenten im
       Fall Jeffrey Epstein.
       
       Blanche, der seit April als amtierender Justizminister fungierte, übernimmt
       nun dauerhaft die Leitung einer Behörde, die sich in Trumps zweiter
       Amtszeit stark ‌verändert hat. ‌Unter seiner bisherigen Führung hat das
       Justizministerium die Strafverfolgung von Trumps ⁠vermeintlichen Gegnern
       vorangetrieben. Zahlreiche erfahrene Staatsanwälte haben die Behörde
       verlassen. Zudem brach das Haus mit der langjährigen Tradition seiner
       politischen Unabhängigkeit von ‌der Regierung.
       
       Blanche selbst argumentiert, er habe ‌dazu beigetragen, die Kriminalität
       auf ein Rekordtief zu senken und von der Vorgängerregierung unter Joe Biden
       begangenes Unrecht gegen Trump und dessen ‌konservative Verbündete
       korrigiert.
       
       8 Aug 2026
       
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