# taz.de -- Donald Trump und die US-Justiz: Kein Schmerzensgeld für Capitolstürmer
> US-Interims-Justizminister Todd Blanche erklärt den „Entschädigungsfonds
> für Justizopfer“ für erledigt, um seine Bestätigung im Senat zu sichern.
(IMG) Bild: Pro-Trump-Demonstranten stürmen das US-Kapitol, Washington, USA, am 6. Januar 2021
Der kommissarische US-Justizminister Todd Blanche hat Pläne für einen Fonds
zur Unterstützung von Verbündeten von Präsident Donald Trump endgültig
zurückgenommen. Blanche erließ am Sonntagabend eine entsprechende
Anordnung. Der Schritt erfolgte nach wochenlangen Verhandlungen mit
republikanischen Senatoren, die gedroht hatten, seine Bestätigung als
Justizminister zu blockieren.
Trump hatte Blanche zum Nachfolger der [1][im April entlassenen
Justizministerin Pam Bondi] bestimmt. Für die dauerhafte Führung des
Justizministeriums benötigt er die Zustimmung des Senats.
Die Ankündigung erfolgte kurz vor einer für Dienstag geplanten Abstimmung
des Justizausschusses des Senats über Blanche. „Mein Team und ich haben uns
in den vergangenen Wochen mit Mitgliedern des Ausschusses und Senatoren
getroffen und alle Bedenken und offenen Fragen geklärt“, schrieb Blanche
auf der Plattform X.
Die Trump-Regierung [2][hatte den Fonds im Umfang von umgerechnet knapp 1,6
Milliarden Euro für Menschen vorgesehen, die behaupten, von früheren
US-Regierungen politisch verfolgt worden zu sein]. Blanche hatte nicht
ausgeschlossen, dass auch Menschen davon profitieren könnten, die wegen
ihrer Beteiligung am Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt und
später von Trump begnadigt wurden. Die Mittel sollten aus einem Vergleich
im Zusammenhang mit einer Milliardenklage Trumps gegen die US-Steuerbehörde
IRS stammen.
## Streit um Fonds blockierte Blanches Nominierung
Die Nominierung von Blanche war nach wochenlangen Verhandlungen mit zwei
republikanischen Senatoren ins Stocken geraten. Der texanische Senator John
Cornyn und Thom Tillis aus North Carolina verlangten schriftliche
Zusicherungen, dass der Fonds endgültig vom Tisch sei. Eine Sprecherin
Cornyns bestätigte die Einigung am Sonntagabend. Tillis äußerte sich
zunächst nicht.
In der am Sonntag veröffentlichten Anordnung erklärte Blanche, er habe dem
Kongress [3][mehrfach – unter anderem in Anhörungen unter Eid und in
schriftlichen Stellungnahmen – mitgeteilt], dass der Fonds nicht umgesetzt
werde. Auch gegenüber Gerichten habe das Justizministerium erklärt, dass
das Vorhaben nicht weiterverfolgt werde. Die Anordnung hebt eine frühere
Verfügung vom 18. Mai 2026 offiziell auf.
Blanche hatte zwar wiederholt öffentlich erklärt, der Fonds sei vom Tisch.
Das Justizministerium hatte sich jedoch geweigert, dies schriftlich zu
bestätigen. Abgeordnete befürchteten deshalb, das Vorhaben könne in
veränderter Form wieder aufgenommen werden – auch weil Trump weiterhin
Unterstützung dafür signalisiert hatte.
Am Sonntagabend sagte Trump, Menschen, die wegen des Angriffs auf das
Kapitol am 6. Januar 2021 angeklagt worden seien und von dem Fonds hätten
profitieren können, hätten „ihr Leben zerstört“ gesehen. Das Geld wäre eine
Entschädigung für das erlittene Leid, sagte Trump. „Viele Menschen mögen
das.“
3 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /US-Kabinett/!6168392
(DIR) [2] /Trump-will-Entschaedigungsfonds-fuer-angebliche-Opfer-der-Biden-Justiz-auflegen/!6180220
(DIR) [3] /Nach-Schlappe-vor-Gericht/!6183672
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) US-Justiz
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) US-Senat stimmt Trumps Vorschlag zu: Todd Blanche als Justizminister bestätigt
Der US-Präsident will seinen früheren persönlichen Anwalt dauerhaft zum
Justizminister machen. Der Senat hat die umstrittene Personalie nun
gebilligt, zwei Republikanerinnen blieben aber bei ihrem Nein.
(DIR) Nach Schlappe vor Gericht: Trump-Regierung nimmt Abstand von „Entschädigungsfonds“
1,8 Milliarden Dollar wollte US-Präsident Donald Trump an seine „von der
Justiz verfolgten“ Anhänger verteilen. Daraus wird wohl erst einmal nichts.
(DIR) Korruption der Trump-Regierung: Entschädigung für die militanten Kapitolstürmer von 2021
In einem beispiellosen Deal mit seinem eigenen Justizministerium will Trump
einen Entschädigungsfonds für angebliche Opfer der Biden-Justiz auflegen.
(DIR) US-Kabinett: Trump feuert Justizministerin Pam Bondi
Erneutes Köpferollen im US-Kabinett: Präsident Trump hat Justizministerin
Bondi entlassen, die im Skandal um Epstein unter Druck geraten war.