# taz.de -- CDU in Sachsen-Anhalt: Wahlkampf mit Fragezeichen
> Wie soll die CDU es mit der AfD halten? Zu Besuch bei vier
> Christdemokrat:innen, die in dieser so wichtigen Frage ganz verschiedener
> Ansicht sind.
(IMG) Bild: Zumindest auf diesem Wahlplakat ist CDU-Ministerpräsident Sven Schulze der Größte
Scheinbar im Vorbeigehen streichelt Tobias Krull den Hund, eine junge Frau
ist mit diesem ein paar Meter entfernt vom Wahlkampfstand der CDU stehen
geblieben. In sicherer Entfernung also, und doch strahlt sie leicht trotzig
aus: Sprich mich doch an! Zum Einstieg fragt Krull nach dem Hund, dann geht
es um die Landtagswahl am 6. September, er ist der CDU-Direktkandidat im
Wahlkreis Magdeburg II. „Es geht doch nicht, dass das ganze Geld ins
Ausland fließt, und die Familien hier kriegen nichts“, sagt die Frau, die
in ihren Zwanzigern ist, und meint damit die Unterstützung für die Ukraine.
Als Krull erklärt, wie viel trotz aller Schwierigkeiten für Familien getan
werde, wechselt die Frau das Thema. Kitaplätze fehlten ja überall. – Es
gebe in Magdeburg inzwischen eine Überversorgung mit Kitaplätzen, sagt
Krull. So geht es weiter. Auf Vorwurf folgt Widerspruch samt Fakten,
manchmal garniert mit Verständnis. Dann kommt der nächste Vorwurf. Wer im
Wahlkampf in Sachsen-Anhalt ein paar Tage mit der CDU unterwegs ist,
beobachtet solche Szenen oft.
Überzeugt habe er sie vermutlich nicht, sagt Krull, als Frau und Hund
weitergezogen sind. „Aber wir müssen unbedingt im Gespräch bleiben.“ Dann
nimmt er zwei Papiertüten – darin Brötchen und Marmelade, Flyer und
Kugelschreiber – und bezieht wieder Stellung vor dem Eingang von Lidl. Die
Brötchen sind der Gimmick der Wahlkampffrühschicht an diesem Samstagmorgen
drei Wochen vor der Landtagswahl. „Ihr seid doch alles Lügner!“, ruft ein
älterer Mann, der an Krull vorbeiläuft. Auf Nachfrage ergänzt er: „Was die
in Berlin alles versprochen haben!“ Eine Frau sagt: „Ich wähle euch, damit
die Idioten nicht an die Macht kommen.“
Seit 8 Uhr stehen Krull und seine vier Unterstützer:innen auf dem
Parkplatz in Cracau, einem eher bürgerlichen Stadtteil Magdeburgs. Der
49-Jährige, dunkle Haare, dunkler Bart, trägt trotz der vorhergesagten 34
Grad dunkle Jeans und ein schwarzes T-Shirt mit dem Magdeburger Dom vorne
drauf. Der Sozialpolitiker sitzt seit 2016 im Landtag, mit einer gewissen
Selbstironie bezeichnet er sich als „Norbert Blüm des kleinen Mannes“. Das
soll wohl heißen: Hier steht ein überzeugter Vertreter des
CDU-Sozialflügels.
## Mit Hallervorden auf der Bühne
Zweimal hat Krull in seinem Wahlkreis für die CDU das Direktmandat geholt.
Dass ihm das wieder gelingt, muss man bezweifeln. In Umfragen liegt die AfD
seit Langem mit über 40 Prozent weit vorn, die CDU kam in den vergangenen
Wochen auf höchstens 24 Prozent. Wenn es ganz schlecht läuft, nimmt die
rechtsextreme Partei den Christdemokraten nicht nur alle Direktmandate weg,
sondern mit absoluter Mehrheit auch die Staatskanzlei. Das wäre eine Zäsur.
Erstmals seit der NS-Diktatur wären in Deutschland wieder Rechtsextreme an
der Macht.
CDU-Ministerpräsident Sven Schulze ist erst ein gutes halbes Jahr im Amt,
mit viel Fleiß und mitunter unkonventionellen Methoden versucht er seine
Partei aus dem Tief zu führen: Mal lädt er das Präsidium der Bundes-CDU
aus, das zur Unterstützung in Magdeburg tagen wollte. Dann steht er neben
Didi Hallervorden auf der Bühne, während dieser über den Kanzler herzieht.
Oder er kritisiert die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente, obwohl er
kurz zuvor die Pläne zur Rentenreform noch vollumfänglich unterstützt hat.
Genutzt hat das alles bislang wenig.
„Wir müssen jetzt wirklich kämpfen“, sagt Tobias Krull. „Es ist schwer“,
bemerkt die Landtagsabgeordnete Anja Schneider, die in Dessau wieder ein
Direktmandat für die CDU holen will. „Ich gebe wirklich alles“, sagt Bianca
Heine, die jüngste Kandidatin der CDU, die in Wernigerode zum ersten Mal
antritt. „Die Wahrheit wird derzeit stark von Gefühlen geprägt, dagegen
kommt man mit Fakten kaum an“, meint Ulrich Thomas, der sein Direktmandat
in Quedlinburg verteidigen will.
Die taz hat die vier Kandidat:innen Mitte August im Wahlkampf besucht
und vier höchst unterschiedliche CDU-Politiker:innen angetroffen. Das gilt
auch für ihre Haltung in der so wichtigen Frage: Wie soll die CDU mit der
AfD umgehen?
Anja Schneider ist eine hagere Frau mit kurzen Haaren und Brille, auf ihrem
schwarzen T-Shirt steht: „Das tapfere Schneiderlein“, darunter: „beherzt,
strapazierfähig, ungebügelt“. Neben ihrem Wahlkampfstand in der Dessauer
Innenstadt wurde ein Bungeetrampolin für Kinder aufgebaut, am Stand liegen
neben CDU-Merchandises und Süßigkeiten zwei Rollen mit Coupons: Mit den
roten kann man Trampolin springen, mit den blauen in der Gelateria Venezia
gegenüber eine Kugel Eis bekommen. An diesem extrem heißen
Freitagnachmittag zieht der Stand deutlich mehr Kinder als Erwachsene an.
Schneider scheint das nicht zu stören. „Zum Ferienende wollten wir eine
Aktion für die Familien machen.“
Schneider, 57, ist gläubige Katholikin und politische Quereinsteigerin. Die
promovierte Pflegewissenschaftlerin hat früher in Dessau ein Hospiz
geleitet, bis sie jemand aus der CDU fragte, ob sie nicht für den Landtag
kandidieren wolle. Hört man ihr länger zu, kann man sich des Eindrucks
nicht erwehren, dass sie auch nach einer Legislaturperiode noch ein
distanziertes Verhältnis zum Politikbetrieb hat. Manche hielten ihre
Anträge für zu fachlich, sagt Schneider. „Dabei müssen wir doch genau das
tun: fachlich gute Politik machen und unsere Expertise in konkrete
politische Initiativen übersetzen.“
95 Prozent der Leute kämen mit Bundesthemen zu ihnen, sagt Schneider; für
Gespräche mit Bürger:innen nehme sie sich Zeit. „Ich freue mich, wenn
Menschen mit einem Anliegen oder einer Unzufriedenheit an unseren Stand
kommen und mit einem besseren Gefühl nach Hause gehen.“
Im Landtag heißt es auch links von der CDU, in Sachen AfD stehe Schneider
„stabil“. Mit den Werten der AfD habe sie so gar nichts am Hut, betont sie
selbst. „Die Mitte hält“, das ist ihr Wahlkampfslogan. Aber, auch das sagt
sie, mit dem AfD-Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses könne man sich auf
fachlicher Ebene verständigen. Und wenn es nach der Landtagswahl auf eine
Minderheitsregierung hinauslaufe, müsse man bei Sachthemen auch Stimmen von
der AfD oder von der Linken akzeptieren. Heißt: Wenn nötig, ist Schneider
für eine Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten.
Expert:innen wie der Politikprofessor Thomas Biebricher bezweifeln, dass
das funktionieren kann – weil die AfD dafür zu destruktiv sei und SPD,
Grüne und Linke nicht mitmachen würden. Und falls doch, so die
weitverbreitete Einschätzung, würde vor allem die AfD profitieren. Sie
könnte Einfluss nehmen, müsste aber keine Verantwortung tragen. Schuld sei
dann im Zweifel die CDU.
Auch Tobias Krull sieht die Sache anders als seine Dessauer Parteikollegin.
Er schätze „Dr. Anja Schneider“, wirklich sehr, auch stünden sie sich
innerhalb der CDU-Landtagsfraktion nahe. „Aber da haben wir offensichtlich
nicht die gleiche Auffassung. Die AfD hat doch das Ziel, dass wir
scheitern.“ Anders als bei der Linken gebe es bei der AfD keine
Pragmatiker, die das Land im positiven Sinne gestalten wollten.
Beschreibt man die CDU Sachsen-Anhalt ausgehend von Krull, steht der
Wirtschaftspolitiker Ulrich Thomas aus Quedlinburg am ganz anderen Ende.
Thomas hat dort im Kaiserhof zum Bürgerdialog mit dem sächsischen
Ministerpräsidenten Michael Kretschmer geladen. Im Saal wurden 200 Stühle
aufgereiht, knapp die Hälfte ist leer, obwohl rund 30 Mitglieder der Jungen
Union aus dem ganzen Bundesgebiet zur Unterstützung angereist sind. Auf der
Bühne sitzen neben Kretschmer die vier CDU-Direktkandidat:innen aus den
Wahlkreisen im Harz.
Bürgerdialog, das ist bei allen Parteien ein derzeit beliebtes Format. Man
will mehr in Kontakt mit den Menschen kommen. [1][Ulrich Siegmund,
Spitzenkandidat der AfD] und gelernter Verkäufer, ist Profi darin. Bei
jedem Auftritt schüttelt er massenhaft Hände und steht für gemeinsame
Selfies bereit, für jede:n hat er einen kurzen Moment der vermeintlich
ungeteilten Aufmerksamkeit. Gerade so viel, dass die Leute sich gesehen
fühlen.
Die CDU im Quedlinburger Kaisersaal dagegen strahlt Distanz aus. Jeder habe
kommen können, ganz ohne Voranmeldung, wird Ulrich Thomas später sagen.
Und: „Ich bekomme ja oft zu hören, dass wir nicht ausreichend ansprechbar
sind. Beim nächsten Mal kann ich dann fragen: Warum sind Sie denn nicht
hierhergekommen?“
Nach Kretschmers kurzer Begrüßungsrede kreisen die Fragen schnell um die
Brandmauer. Wie Kretschmer dazu stehe, will ein CDU-Mann aus dem
Kreisverband Harz wissen. Jener Kreisverband hatte die Bundespartei im
vergangenen Jahr aufgefordert, den Unvereinbarkeitsbeschluss aufzuheben,
der seit Ende 2018 gleichermaßen für die AfD und die Linke gilt.
Er spreche [2][mit jedem, der mit ihm sprechen wolle,] antwortet
Kretschmer, er führt in Sachsen eine Minderheitsregierung mit der SPD, an
dessen „Konsultationsmechanismus“ für die Opposition sich die AfD nicht
beteiligt. In der Einschätzung der AfD aber sei er „komplett klar“: Die
werde immer extremer und falle deshalb für die Regierungsbeteiligung aus.
Da klatscht auch Ulrich Thomas.
Thomas, 58, dunkler Anzug, Schlips, ist wirtschaftspolitischer Sprecher der
Landtagsfraktion mit zweifelhaftem Ruf. Im Landtag geht das Gerücht um:
Sollten der AfD nach der Wahl nur zwei oder drei Stimmen zur absoluten
Mehrheit fehlen, könnte Thomas zu den Rechtsextremisten überlaufen. Das sei
„totaler Quatsch“, sagt dieser, nachdem Kretschmer abgereist ist. „Die
haben mich fünf Jahre lang beschimpft und für blöd erklärt, die werden von
mir keine Zustimmung bekommen. Für mich ist und bleibt die CDU meine
politische Heimat.“
Er habe „vermeintlich“ diesen Ruf, weil er 2019 einmal darüber nachgedacht
habe, unter welchen Bedingungen eine Zusammenarbeit mit der AfD denkbar
sei, und eine Diskussion habe anstoßen wollen, sagt Thomas lapidar. Wohl
eher trifft allerdings zu, dass er sich diesen Ruf tatkräftig erarbeitet
hat.
2019, als viele in der CDU von der [3][Ermordung des Kasseler
Regierungspräsidenten Walter Lübcke durch einen Rechtsextremisten]
erschüttert waren, hatte Thomas mit Lars-Jörn Zimmer, beide damals
Vizechefs der Magdeburger Unionsfraktion, eine neunseitige „Denkschrift“
erarbeitet, die Gemeinsamkeiten ihrer Partei mit der AfD auslotete.
Die CDU müsse „das Soziale mit dem Nationalen versöhnen“, hieß es darin.
Immer wieder hat Thomas zudem gefordert, eine Zusammenarbeit mit der AfD
nicht auszuschließen. Auch ist er Vorsitzender des hiesigen Kreisverbands,
der jüngst die Aufhebung des Unvereinbarkeitsbeschlusses gefordert hatte.
„Das, was man von uns von links erwartet, möchten wir auch nach rechts
haben“, begründet er das im Kaiserhof. „Als Partei der Mitte muss unser
Anspruch sein, mit allen zu reden, die mit uns reden wollen.“
Sollte es nach der Landtagswahl keine klaren Verhältnisse geben, tendiert
Thomas zu einer Minderheitsregierung der CDU mit wechselnden Mehrheiten.
„Ich würde sachbezogen mit den Leuten reden: Das ist meine Position als
CDU. Kriege ich die mit eurem Stimmen im Parlament mehrheitsfähig?“ Es gehe
um pragmatische, lösungsorientierte Politik auch ohne festen
Koalitionsvertrag und Absprachen.
Das könnte die CDU auf Bundesebene dramatisch erschüttern. Prominente
Christdemokrat:innen wie Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister
Karl-Josef Laumann hatten für den Fall einer Zusammenarbeit mit der AfD
ihren Austritt aus der Partei angekündigt. Und der Kanzler, dessen
Autorität ohnehin angeschlagen ist, müsste versuchen, diese Zusammenarbeit
zu verhindern. Solchen Folgeproblemen weicht Thomas jedoch aus. „Wie bitte
soll das denn sonst funktionieren?“
Thomas hofft, dass man so den Streit in die AfD tragen könne. Man müsse ihr
sagen, dass es rote Linien gebe, wenn sie mitregieren wolle:
Nato-Mitgliedschaft, Russland, transatlantische Partnerschaft, Trennung von
den radikalen Kräften, klares Bekenntnis zur EU – dazu brauche man klare
Aussagen. In der AfD gebe es doch zwei Strömungen: „Die Rechtsradikalen,
die nur zerstören wollen. Und die Gemäßigten, unter anderem ehemalige
CDU-Leute, die auch regieren wollen. Die wollen auch mal Minister sein.“
Eine Tolerierung einer Minderheitsregierung durch die Linke schließt Thomas
dagegen aus. „Das würde uns zerreißen, da kriegen wir eine Austrittswelle“,
sagt er. „Wir sind hier im Harz. Der Brocken war für uns nicht begehbar,
das war Sperrgebiet, da war der Russe drauf.“ Die Linke habe sich davon
bisher nicht richtig distanziert, mit ihr komme der Sozialismus zurück.
Am nächsten Vormittag fährt Ulrich Thomas in das 25 Kilometer entfernte
Wernigerode, noch etwas weiter westlich im Harz. Wie Quedlinburg hat es
eine pittoreske Altstadt mit viel Fachwerk. Bianca Heine hat hier am Rande
des Marktplatzes einen Stand aufgebaut. Weil die neue Generalsekretärin
Franziska Hoppermann zur Wahlkampfunterstützung angereist ist, schaut auch
Thomas vorbei.
Die 28-jährige Heine, die im Digitalisierungsministerium in Magdeburg
arbeitet, ist in vieler Hinsicht sein Gegenteil. Hier die junge Frau, die
neu in den Landtag einziehen will, dort der ältere Mann, der seit 20 Jahren
Abgeordneter ist. Sie wirkt frisch und engagiert, er abgeklärt. Sie spricht
an diesem Morgen eine Person nach der anderen an, er redet vor allem mit
Männern, die er kennt.
Sie macht Selfies, die später auf Social Media gepostet werden, sein Handy
bleibt in der Hosentasche. Und: Den Antrag zur Aufhebung des
CDU-Parteitagsbeschlusses, der eine Zusammenarbeit sowohl mit der Linken
als auch mit der AfD untersagt, hat Thomas forciert. Heine hat im
Kreisvorstand nach eigenen Angaben dagegengestimmt. „Ich stehe zu unserem
Parteitagsbeschluss“, hat sie damals der Lokalzeitung gesagt.
Anders als Thomas und Krull hat Bianca Heine keinen sicheren Listenplatz.
Ihre Großplakate sind teils mit Clownsnasen und Hitlerbärtchen beschmiert.
Auf ein kleineres an einem Laternenpfahl hat jemand „Fotze“ geschrieben,
das teilt Heine bei Insta. „Ich versuche, das nicht persönlich zu nehmen“,
sagt sie.
Während Heine mit Hoppermann an ihrem Stand Wahlkampf macht, gehen die gut
30 Unterstützer:innen von der Jungen Union in Kleingruppen „flyern“,
stecken also Werbematerial für Heine in Briefkästen. Die Junge Union hat
auch einen Mann für Social Media dabei, der seine Erschütterung über die
fehlende Kompetenz vieler Kandidat:innen in diesem Bereich nicht
wirklich verbergen kann. Einer habe bei einer Wahlkampfaktion noch nicht
einmal ein Handy für Selfies und zum Filmen dabeigehabt.
Inzwischen hat CDU-Generalsekretärin Hoppermann erneut auch eine
Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen, zuvor hatten einige
Christdemokraten, darunter der Thüringer Ministerpräsident Mario Voigt, für
einen pragmatischen Umgang mit ihr plädiert. Voigt führt eine Regierung aus
CDU, SPD und BSW, der die Mehrheit fehlt – er ist auf Unterstützung der
Linken angewiesen.
Nach allen Umfragen wird es in Sachsen-Anhalt ähnlich kommen, sollte die
AfD die absolute Mehrheit nicht holen: Will die CDU nicht mit der AfD
paktieren, wird sie nur mithilfe der Linken regieren können.
Ministerpräsident Sven Schulze allerdings weigert sich bislang, dies zu
benennen.
In Magdeburg ist es Mittag geworden. Direktkandidat Tobias Krull räumt
zumindest ein, dass man Regierungsmodelle wie Thüringen und Sachsen im
Blick habe, „auch wenn das wirklich nicht meine Wunschvorstellung wäre“. Er
will langsam zu einem Nachmittag mit der Familie aufbrechen, als ein Auto
neben seinem Stand hält. Ein Mann steigt aus und geht direkt auf die
Wahlkämpfer:innen zu.
Aber er ist nicht zum Motzen gekommen. Der Mann bedankt sich für den
Einsatz der Christdemokraten und sagt seine Unterstützung bei der Wahl zu.
Dann geht er zurück zum Auto und fährt davon. „Vielleicht ist die
Zustimmung doch besser, als die Umfragen nahelegen“, sagt Krull und rollt
den Sonnenschirm mit dem CDU-Logo zusammen.
21 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ulrich-Siegmund-und-Co/!6187384
(DIR) [2] /Debatte-um-Brandmauer/!6198281
(DIR) [3] /AfD-im-Visier/!6177985
## AUTOREN
(DIR) Sabine am Orde
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
(DIR) Longread
(DIR) CDU
(DIR) Brandmauer
(DIR) wochentaz
(DIR) GNS
(DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
(DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
(DIR) Wahlen in Ostdeutschland
(DIR) Schwerpunkt Landtagswahlen
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Linkspartei in Sachsen-Anhalt: Mit einem „Zukunftsfonds“ gegen die AfD
Zwei Wochen vor der Landtagswahl stellt die Linke einen Neun-Punkte-Plan
für Sachsen-Anhalt vor. Damit unterstreicht sie ihren Gestaltungsanspruch.
(DIR) Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Politiker wünscht AfD-Regierung herbei
Ein Stendaler CDUler spendete 10.000 Euro an die AfD. Er wettert gegen die
eigene Partei – und hofft auf eine absolute Mehrheit für die
Rechtsextremen.
(DIR) AfD-Politiker Bausemer in Sachsen-Anhalt: Erst Baseballschlägerattacke, dann Alkoholfahrt
Der EU-Abgeordnete Bausemer soll Jugendliche brutal attackiert haben. Tags
darauf geriet er offenbar noch in eine Polizeikontrolle – mit 1,2 Promille.
(DIR) Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Linken-Chef schließt CDU-Unterstützung nicht aus
In vier Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Um eine
AfD-Regierung zu verhindern, müssten CDU und Linke zusammenarbeiten.