# taz.de -- Arschbombenmeisterschaften: „Man muss nicht auf dem Arsch landen“
> An diesem Samstag finden in Hessen die 2. Eltviller
> Arschbombenmeisterschaften statt. Sigrun Breithaupt sitzt in der Jury und
> weiß, worauf es ankommt.
(IMG) Bild: Worauf es ankommt? Den Showfaktor, den Spaßfaktor und am allermeisten den Splashfaktor
taz: Frau Breithaupt, was ist eine richtig gute Arschbombe?
Sigrun Breithaupt: Eine richtig gute Arschbombe soll erst mal einfach nur
Spaß machen. Dem, der sie macht, und denen, die zuschauen. Wir als Jury
gucken: Ist die Körperhaltung gut, der Aufprall, der Splash? Wie viel wird
gespritzt? Besonders wichtig sind uns Kreativität und Showfaktor, wer im
Kostüm kommt, hat schon gute Karten. Letztes Jahr hatten wir einen
Spiderman dabei und einen Hasen, das war sehr witzig. Und dann haben wir
natürlich die Publikumsreaktion im Blick. Wie viel klatschen die, wie laut
sind sie, wie viel feuern sie an?
taz: Es fließen also mehrere Faktoren in die Bewertung ein, der Splash ist
ja aber nicht unwichtig. Wie setzt sich da ein Fliegengewicht gegen ein
Schwergewicht durch?
Breithaupt: Wir haben eine eigene Kategorie für Jugendliche, würden uns da
aber [1][mehr Anmeldungen wünschen]. Vor Ort sind es dann doch überwiegend
Väter, die antreten, weil ihre Kinder unbedingt möchten, dass sie
mitmachen. Teilnehmer unter 18 brauchen eine Einverständniserklärung, die
gibt es auf unserer Website. Wir versuchen die jungen Leute wirklich zu
erreichen, auf Social Media, mit Plakatwerbung und so weiter, aber es ist
nicht so einfach. Wenn sie dann am Tag selbst spontan antreten wollen und
keine Unterschrift haben, dann rufen sie ihre Mutter an und hören: „Ich bin
gerade nach Wiesbaden zum Einkaufen, ich komm doch jetzt nicht nach
Eltville gefahren, damit du an der Arschbombenmeisterschaft teilnehmen
kannst.“ Wir bemerken aber auch grundsätzlich, dass es schwierig ist, junge
Leute zu etwas zu motivieren, das Spaß macht.
taz: Wie erklären Sie sich das?
Breithaupt: Vielleicht haben sie Angst, sich vor ihren Freunden zu
blamieren, bei den Frauen sind auf jeden Fall Bikinis ein Problem, die sind
schnell weg, wenn man vom Drei-Meter-Turm springt. Eine Möglichkeit wäre,
dass sie Kostüme tragen, da gibt es Extrapunkte.
taz: Wie muss ich mir das eigentlich vorstellen, sitzen Sie da mit
Klemmbrett?
Breithaupt: Der Schwimmbadleiter, zwei seiner Kollegen und ich, wir haben
Punktekarten bis 5, die wir hochhalten. Bei Gleichstand geht es ins
Stechen. Es gibt da ja Figuren, einfache und schwierige …
taz: … aber landen muss man immer auf dem Arsch.
Breithaupt: Nein, nein, es heißt zwar Arschbombenmeisterschaft, aber man
muss nicht auf dem Arsch landen. Es gibt zum Beispiel den Ripper (Füße
zuerst, Körper langmachen, Anm. d. Red.), Small Cat (klein zusammenrollen,
Knie nah am Körper), Big Cat (Arme und Beine weit machen), Yoga (in einer
buddhaähnlichen Pose eintauchen). Aber am Ende geht es einfach um den
Showfaktor, den Splashfaktor und die Freude. Das ist ganz wichtig.
taz: Was kann man gewinnen?
Breithaupt: Einen Pokal. Da steht unten drauf: 2. Arschbombenmeisterschaft
Eltville am Rhein.
21 Aug 2026
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(DIR) Leonie Gubela
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