# taz.de -- Israel und der Krieg in Libanon: Verhandlungen trotz Waffenunruhe
       
       > Die Feuerpause in Libanon wird immer brüchiger: Nachdem zwei israelische
       > Soldaten getötet wurden, greift Israel mehrfach aus der Luft an. Wie geht
       > es weiter?
       
 (IMG) Bild: Israelischen Soldaten schauen von Nordisrael aus Richtung Libanon, 5. August
       
       Israel hat am späteren Mittwoch erneut Ziele im Südlibanon angegriffen.
       Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium zählten die Luftschläge auf
       die Dörfer Tebnine und Mansouri am Mittwoch zu den schwersten seit zwei
       Monaten. Laut Medienberichten nahm das Militär unter anderem den Friedhof
       von Tebnine auf den Hügeln östlich der Stadt Sour ins Visier. Ein Mensch
       verlor bei dem Angriff sein Leben, zwölf weitere wurden verletzt. Etwa 30
       Minuten bevor die Kampfjets am Himmel erschienen, hatten die
       Einwohner:innen von Mansouri einen Befehl zur Flucht der israelischen
       Armee erhalten.
       
       In der Nacht sowie am Donnerstag, so berichtet es die libanesische
       Nachrichtenagentur NNA, griff Israel mehrfach aus der Luft an. Mindestens
       acht Menschen wurden verletzt, unter ihnen Kinder.
       
       Das Militär erklärte, die Luftangriffe seien eine Antwort auf eine
       „unverfrorene Verletzung der Waffenruhe durch die Hisbollah“. Am Mittwoch
       waren zwei israelische Reservisten durch eine Explosion in Südlibanon ums
       Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt. Das Militär gab am
       Donnerstagmorgen ihre Namen bekannt: Major Harel Birenstock und
       Stabsfeldwebel Tamir Vaknin. Beide waren Teil der Fallschirmjägerbrigade
       55, Birenstock als Kommandant, Vaknin als Kampfsoldat.
       
       Birenstock war Ingenieur [1][bei einem großen israelischen
       Rüstungskonzern], lebte in einer Siedlung im besetzten Westjordanland und
       hinterlässt eine Ehefrau und vier Kinder. Vaknin lebte in der südlichen
       Küstenstadt Eilat; von seinem Bruder wird er als humor- und
       rücksichtsvoller Mensch beschrieben, der seit einiger Zeit mit dem Gedanken
       gespielt hatte, in die USA [2][auszuwandern].
       
       Laut ersten Rekonstruktionen kamen die Soldaten ums Leben, als sie ein
       beschädigtes, verlassenes Haus im südlibanesischen Dorf Majdal Zoun
       betraten, um dort einen Beobachtungspunkt zu erreichen. Dabei detonierte
       offenbar ein Sprengsatz, riss Teile des Gebäudes sowie die beiden
       Reservisten mit sich. Unklar ist weiterhin, ob der Sprengsatz vor dem
       Rückzug der Hisbollah aus dem Dorf platziert wurde, oder ob die Kämpfer das
       Gebiet nach der Übernahme durch israelische Truppen weiter betreten
       konnten. Dies könnte ernste Auswirkungen auf die [3][sowieso prekäre
       Waffenruhe] zwischen Israel und Libanon haben.
       
       ## Verhandlungen trotz brüchiger Waffenruhe
       
       Seit April gilt zwischen den Konfliktparteien eine fragile Feuerpause. Ende
       Juni hatten die beiden Nachbarländer zusammen mit den USA in Washington ein
       Sicherheitsabkommen unterschrieben, das den schrittweisen Rückzug
       israelischer Streitkräfte und den Einzug von Soldaten der staatlichen
       libanesischen Armee in den Süden Libanons vorsieht. Die Hisbollah, die als
       nicht staatliche Miliz dort besonders aktiv ist und als „Staat innerhalb
       des Staates“ gilt, soll ihre Waffen vollständig abgeben. Allerdings weigert
       sich die Gruppe weiterhin, an direkten Verhandlungen mit Israel
       teilzunehmen.
       
       [4][Trotz Feuerpause gab es in den vergangenen Monaten Kampfhandlungen auf
       beiden Seiten]. Israelische Soldat:innen bleiben im Süden stationiert;
       mit Luftschlägen und Mörserangriffen wurden immer wieder Dörfer in der
       Region getroffen. Außerdem werden innerhalb der sogenannten gelben Linie,
       die Israel derzeit als Besatzungszone ausgerufen hat, weiterhin Gebäude
       zerstört. Viele Dörfer sind nicht mehr bewohnbar. Auch die Hisbollah hat
       während der Waffenruhe immer wieder israelische Truppen angegriffen und
       Raketen abgefeuert.
       
       In dieser Woche verhandelten in Rom libanesische und israelische
       Unterhändler:innen über die Umsetzung des Sicherheitsabkommens. Laut
       dem saudi-arabischen Medium Asharq geht es dabei vor allem um drei Punkte:
       Die derzeit von Israel gefangen gehaltenen Libanesen, die Pilotzonen in
       Südlibanon sowie die militärischen Operationen. Beide Seiten äußerten sich
       zunächst eher positiv zu den Gesprächen. Am Donnerstagnachmittag meldeten
       lokale Medien, sie seien zu Ende gegangen. Weitere Details zu ihrem Inhalt
       stehen noch aus.
       
       6 Aug 2026
       
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