# taz.de -- Mekka-Verteidigungspakt unterzeichnet: Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan schließen Militärpakt
       
       > Die drei Länder schmieden ein Verteidigungsbündnis, um sich bei Angriffen
       > gegenseitig beizustehen. Die Huthi hatten zuletzt wieder Saudi-Arabien
       > attackiert.
       
 (IMG) Bild: Der türkische Präsident Erdoğan (l.), der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und der pakistanische Premier Sharif
       
       dpa/taz | Inmitten [1][wachsender Spannungen am Golf] haben die Atommacht
       Pakistan, der Nato-Staat Türkei und die einflussreiche Golfmonarchie
       Saudi-Arabien einen Verteidigungspakt zur gegenseitigen Unterstützung
       geschlossen. Bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Länder
       im saudi-arabischen Mekka sei der sogenannte „Mekka-Verteidigungspakt“
       unterzeichnet worden, hieß es in wortgleichen Mitteilungen der drei Länder.
       
       Jeder bewaffnete Angriff gegen einen der drei Staaten gelte als Attacke auf
       alle drei Bündnispartner, hieß es in den Stellungnahmen. Die Vereinbarung
       sei ein Ausdruck des Engagements der drei Staaten, ihre gemeinsamen
       Sicherheitsinteressen zu stärken. Weitere Details über die Inhalte des
       Paktes oder die konkrete Ausgestaltung der gegenseitigen Hilfe im
       Angriffsfall wurden nicht bekannt.
       
       Erst in der Nacht auf Freitag hatte Saudi-Arabien Verletzte nach einem
       Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz im Königreich gemeldet. Man bereite
       sich [2][auf weitere koordinierte Angriffe durch irakische Milizen und die
       Huthi] vor, hieß es in übereinstimmenden Medienberichten. Beide Gruppen
       gelten als Verbündete Irans. Daneben belastet auch der Streit um die
       Schifffahrt durch die Straße von Hormus zwischen den USA und Iran weiterhin
       die Wirtschaftslage weltweit.
       
       ## Was wissen wir über den neuen Verteidigungspakt?
       
       Die Vereinbarung zwischen Pakistan, der Türkei und Saudi-Arabien sei nicht
       als Abschreckung gegen Iran gedacht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus
       pakistanischen Sicherheitskreisen. Das Abkommen werde erst dann von
       Bedeutung werden, wenn sich die USA aus der Region zurückziehen sollten und
       Saudi-Arabien sich durch mögliche Eskalationen vonseiten Israels
       verwundbarer fühle, hieß es. Im vergangenen Jahr hatten Saudi-Arabien und
       Pakistan nach einem israelischen Angriff auf Hamas-Ziele in Katar bereits
       einen bilateralen Verteidigungspakt geschlossen. Pakistanische Truppen und
       Kampfflugzeuge sind nun in Saudi-Arabien stationiert.
       
       Unter dem neuen Abkommen zwischen den drei Staaten sei keine solche
       Stationierung türkischer Truppen in dem Königreich am Golf geplant, hieß es
       aus den pakistanischen Sicherheitskreisen. Hauptsächlich gehe es um
       Technologietransfers von der Türkei in Richtung Saudi-Arabien und Pakistan,
       den Austausch von Geheimdienstinformationen und den Aufbau von
       Luftabwehrkapazitäten der Partner in Saudi-Arabien. Zudem solle im Zuge der
       Vereinbarung saudisches Geld in die Verteidigungsindustrie der Türkei
       fließen.
       
       ## Bereits in der Vergangenheit gab es Kooperation
       
       Die Türkei ist Nato-Mitglied und hat gleichzeitig weitere bilaterale
       Sicherheitsabkommen mit Nicht-Nato-Staaten abgeschlossen, darunter mit
       Aserbaidschan und Saudi-Arabien. Zudem beteiligt sich die Türkei an einer
       von Saudi-Arabien initiierten Anti-Terror-Mission. Außerdem unterzeichnete
       die Regierung in Ankara ein Abkommen mit Katar, woraufhin ein militärischer
       Stützpunkt der türkischen Streitkräfte in dem Golfstaat eingerichtet wurde.
       
       Saudi-Arabien wurde zuletzt mehrfach Ziel von Angriffen, die Iran und
       seinen Verbündeten zuzurechnen sind. Viele der Attacken galten
       US-Militärstützpunkten auf saudischem Territorium. Aber auch Öl-Anlagen
       wurden mehrfach angegriffen. Pakistan griff in diesen Fällen jedoch nicht
       ein. Nach Unterzeichnung des Verteidigungspaktes zwischen Pakistan und
       Saudi-Arabien hieß es damals aus Islamabad, dass man dem Partner auch
       nukleare „Fähigkeiten“ zur Verfügung stellen werde.
       
       Saudi-Arabien ist bemüht, seine sicherheitspolitische Abhängigkeit von den
       USA zu verringern, und will gleichzeitig seine Rolle als einflussreiche
       Regionalmacht am Golf ausbauen. Bislang ist Washington der wichtigste
       Sicherheitspartner Riads. Doch durch die Entwicklungen im Irankrieg hat
       Saudi-Arabien seine Suche nach verlässlichen Partnern verstärkt.
       
       ## Experte: Kein Anti-Iran-Bündnis
       
       Die neue Vereinbarung zwischen den drei Staaten solle nicht als ein
       Anti-Iran-Bündnis missverstanden werden, sagte Zafar Nawaz Jaspal,
       Politikwissenschaftler an der Quaid-e-Azam-Universität in Islamabad.
       Pakistan und die Türkei würden recht gute Beziehungen mit Teheran pflegen,
       während Riad trotz seiner Rivalität mit dem schiitischen Iran eine direkte
       Konfrontation mit der Islamischen Republik meide. Vielmehr ziele das
       Bündnis auf nichtstaatliche [3][Akteure wie die Huthi-Miliz im Jemen] oder
       bewaffnete Gruppen im Irak, die Saudi-Arabien angreifen. Auch Pakistan und
       die Türkei bekämpfen jeweils seit Jahren militante Gruppen innerhalb und
       außerhalb der eigenen Grenzen, die sie als Terroristen bezeichnen.
       
       Saudi-Arabien stand zuletzt mehrfach unter Beschuss sowohl von der
       Huthi-Miliz im Jemen als auch von proiranischen Milizen im Irak. Im Jemen
       kämpft das Königreich gemeinsam mit der international anerkannten Regierung
       seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitischen Huthi. Die Miliz hatte den
       Jemen, ein armes Land auf der Arabischen Halbinsel, 2014 förmlich überrannt
       und in einen Bürgerkrieg gestürzt. Sie kontrolliert heute große Teile des
       Nordens, einschließlich der Hauptstadt Sanaa.
       
       Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Huthi war vor einigen Wochen
       mit saudischen Luftangriffen in der Hauptstadt Sanaa erneut eskaliert. Im
       jemenitischen Bürgerkrieg herrschte seit 2022 eine inoffizielle Waffenruhe.
       
       7 Aug 2026
       
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