# taz.de -- Drohnenalarm am Leipziger Flughafen: Teil einer gezielten Sabotageaktion?
       
       > Über zwei Stunden ist der Flughafen in Leipzig gesperrt. Die sächsische
       > Behörde für Extremismus und Terror ermittelt mit der
       > Generalstaatsanwaltschaft Dresden.
       
 (IMG) Bild: Spurensuche statt Flugbetrieb: Ermittler arbeiten am Flughafen Leipzig/Halle
       
       Ein Mitarbeiter des Leipziger Flughafens hat dort am frühen Mittwochmorgen
       eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung entdeckt. Wie die
       Generalstaatsanwaltschaft Dresden auf Anfrage der taz mitteilte, wurde der
       Zünder des Geräts von Polizeibeamten entschärft. Menschen wurden bei dem
       Vorfall keine verletzt. Für Fragen sorgt unterdessen, dass ein
       Frachtflugzeug, das auf der Landebahn des Leipziger Flughafens nicht landen
       konnte, nach einem Durchstartmanöver in der Luft mit einem bislang
       unbekannten Objekt zusammenstieß – ob es sich hierbei auch um eine Drohne
       handelte, war zunächst unklar.
       
       Das Flugzeug landete nach seiner Umleitung auf dem Flughafen Hannover, dort
       konnten nach Behördenangaben leichte Beschädigungen an der Maschine
       festgestellt werden. Laut dem Innenministerium in Berlin war der Flughafen
       Leipzig/Halle ab etwa 2 Uhr nachts für zwei Stunden gesperrt. Inzwischen
       läuft der Betrieb dort wieder.
       
       Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst nicht bekannt. Die
       Zentralstelle Extremismus Sachsen (Zesa) der Generalstaatsanwaltschaft
       Dresden sowie das entsprechende Landeskriminalamt und das polizeiliche
       Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) führen die Ermittlungen.
       
       ## Keine eigenen Mittel zur Drohnenabwehr
       
       Die entschärfte Drohne konnte zunächst nicht zugeordnet werden, hieß es. Ob
       sie aus dem Ausland stamme, sei Gegenstand der Ermittlungen. Die Bundeswehr
       war an der Sprengung nicht beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium
       mit. Aus dem Verkehrsministerium hieß es, die Einschränkung des
       Luftverkehrs sei auf ein Minimum reduziert worden.
       
       Als es im vergangenes Jahr ähnliche Vorfälle gab, [1][etwa in München],
       wollte das BMI die Flughafenbetreiber mehr in die Verantwortung nehmen.
       Diese sind aber bisher nicht zur Drohnenabwehr berechtigt. Am Leipziger
       Flughafen verfügt auch die Bundespolizei nach Angaben aus dem
       Innenministerium bislang über keine eigenen Mittel zur Drohnenabwehr.
       
       Ob der Vorfall mit der Drohne Teil einer gezielten Sabotageaktion war, ist
       bislang offen. Sicherheitsbehörden sehen Deutschland jedoch seit Längerem
       hybriden Bedrohungen ausgesetzt. Unweit des Flughafens explodierte bereits
       2024 ein Paket im DHL-Logistikzentrum. Die Explosion wurde einer Serie
       aggressiver Ausspäh- und Sabotageaktionen zugerechnet, die deutsche
       Sicherheitsbehörden Russland zuschreiben.
       
       ## Desinformationsvideos vor den Landtagswahlen
       
       Sorgen bereiten den Behörden im Kontext der anstehenden Landtagswahlen in
       Ostdeutschland gesteigerte Aktivitäten, [2][die vor allem auf
       Desinformation abzielen.] Nach Angaben aus Sicherheitskreisen haben Akteure
       mit Bezug zu Russland ihre Kampagnen hier erheblich verstärkt. Die
       Aktivitäten zielten darauf ab, Parteien zu diskreditieren [3][und das
       politische Klima weiter zu polarisieren], hieß es schon am Dienstag aus
       Kreisen der Behörden.
       
       Dabei würden soziale Netzwerke genutzt und auch gezielt auf kommunaler
       Ebene versucht, Einfluss zu nehmen. So würden gezielt Videos gepostet, die
       etwa über Logos den Eindruck erwecken sollten, sie kämen ‌von renommierten
       Medien wie der BBC oder der ARD. Dabei sollten lokale Politiker mit
       Vorwürfen der Veruntreuung von Geld etwa für ein Tierheim bis hin zu
       sexuellen Belästigungen und Missbrauch diskreditiert werden.
       
       „Ganz generell sehen wir, dass Russland jeden Tag hybrid versucht, Einfluss
       zu nehmen“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittwoch mit Bezug
       auf die gefälschten Videos. Regierungssprecher Sebastian Hille (CSU) sagte
       dazu, dass hybride Bedrohungen durch Social Media zunähmen. In einem
       „Appell an uns alle“ befand er, das wirksamste Mittel dagegen sei eine
       kritische und in Medienkompetenz geschulte Bevölkerung.
       
       5 Aug 2026
       
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