# taz.de -- Sondersitzung der Verkehrsminister: Brandenburg erhöht den Druck auf den Bund
       
       > Wegen steigender Trassenpreise prüft Brandenburg, eine Klage gegen den
       > Netzbetreiber InfraGO zu unterstützen. Grüne fordern mehr Druck vom
       > Berliner Senat.
       
 (IMG) Bild: Die Trassenpreise des Tochterunternehmens der Bahn InfraGo sind zu hoch
       
       Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) will eine Ausdünnung
       des Regionalverkehrs bei der Bahn nicht hinnehmen. [1][Im RBB kündigte
       Crumbach am Montagabend an], dass das Land Brandenburg prüfe, ob es
       mögliche Klagen gegen das Unternehmen [2][DB InfraGO] unterstützen werde.
       Hintergrund sind die Trassenpreise des Netzbetreibers, die nach einem
       Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom März deutlich erhöht worden waren.
       
       Für Brandenburg würde das bedeuten, dass sich das Angebot auf der Schiene
       in Zukunft deutlich verschlechtern könnte. „Mit jedem zusätzlichen Euro,
       den wir für Trassenentgelte zahlen müssen, steigt der Druck, entweder das
       Deutschlandticket weiter zu verteuern oder beim Angebot zu sparen“, hatte
       Crumbach schon im Juli angedeutet. Bis 2027 sei das Angebot im
       Regionalverkehr aber finanziert.
       
       Mit seiner Ankündigung erhöht Crumbach den Druck auf den Bund. Am
       Donnerstag werden die Verkehrsminister der Länder zu einer Sonderkonferenz
       mit dem neuen Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) in einer
       Videoschalte zusammenkommen. Wichtigster Tagesordnungspunkt sind die
       Trassenpreise. In Brandenburg will Crumbach nun auch prüfen lassen, ob das
       Land selbst Rechtsmittel gegen die Preiserhöhung einlegen kann.
       
       Obwohl sie sich derzeit im Urlaub befinde, werde auch Berlins
       Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) an der Verkehrsministerkonferenz
       teilnehmen, kündigte ihre Sprecherin Petra Nelken an. Die höheren
       Trassenpreise betreffen in Berlin etwa zu einem Drittel die S-Bahn und zu
       zwei Dritteln den Regionalverkehr der Bahn.
       
       Besonders pikant: Noch immer ist unklar, ob die InfraGO die neue
       Schienenmaut auch rückwirkend für das Jahr 2025 in Rechnung stellt. In
       diesem Falle würde auf Berlin eine Nachzahlung von 25 bis 30 Millionen Euro
       zukommen, sagte Nelken der taz.
       
       ## Grüne wollen mehr Druck
       
       Die oppositionellen Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus fordern Bonde indes
       auf, den Druck auf den Bund zu erhöhen. „Es kann nicht sein, dass das Netz
       immer schlechter wird und gleichzeitig die Preise steigen“, kritisierte die
       verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Kapek. „Was bisher von
       Berlin kam, ist zu zahm“, sagte Kapek der taz. „Eine
       Verkehrsministerkonferenz kann durchaus Beschlüsse fassen, die an den Bund
       gerichtet sind.“
       
       Für Brandenburg rechnet Verkehrsminister Crumbach mit Mehrkosten in Höhe
       von 50 Millionen Euro – alleine durch die Erhöhung der Trassenpreise in
       diesem Jahr. Es sei die Aufgabe des neuen Bundesverkehrsministers, mit den
       Ländern „eine vernünftige, für alle Seiten tragbare Finanzierung
       abzustimmen“, betonte Crumbach vor der Sonder-VMK im Gespräch mit der
       Deutschen Presse-Agentur.
       
       Eine Debatte über das Deutschlandticket steht nach Angaben von Bondes
       Sprecherin nicht auf der Tagesordnung.
       
       5 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/08/bahn-robert-crumbach-brandenburg-klage-db-infrago-trassenpreise-bundeslaender.html
 (DIR) [2] https://www.dbinfrago.com/web
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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