# taz.de -- Antisemitismus in Deutschland: Einsam ist es geworden
> Nathan Dawidowicz und Shay Dashevsky haben seit dem 7. Oktober viele
> Freunde verloren. Eine Studie belegt, wie wahrgenommener Antisemitismus
> jüdische Menschen psychisch belastet.
(IMG) Bild: Nathan Dawidowicz lebt in Berlin-Neukölln
Seit dem 7. Oktober 2023 haben Shay Dashevsky und Nathan Dawidowicz viele
Freunde verloren. Nicht wegen eines Streits. Nicht, weil jemand weggezogen
wäre, sondern weil nichts passierte. Weil Freunde, die weiterhin in der
Nähe wohnten, nicht nachfragten, wie es ihnen geht. Dawidowicz und
Dashevsky wohnen beide in Berlin, kennen sich aber nicht persönlich. Was
sie verbindet, ist ausgerechnet das, was sie als jüdische Menschen nach dem
7. Oktober nicht erfahren haben: Unterstützung.
Unterstützung in Momenten, die sich in den vergangenen drei Jahren in ihren
Alltag eingeschrieben haben und von denen sie nun erzählen: Nathan
Dawidowicz spaziert durch seinen Wohnbezirk Neukölln, unterhält sich auf
Hebräisch mit einem Freund und wird auf offener Straße angespuckt.
Shay Dashevsky erhält online Gewaltaufrufe gegen sich, weil er Infostände
und Dialogformate zum Nahostkonflikt anbietet. Unbekannte kontaktieren
seinen Arbeitgeber und fordern, ihn zu entlassen. E-Mails und Screenshots
dieser Gewalt- und Entlassungsaufrufe liegen der taz vor.
Jüdinnen*Juden [1][in ganz Deutschland] berichten Geschichten wie
Dawidowicz und Dashevsky. Die Recherche- und Informationsstelle
Antisemitismus (Rias) [2][dokumentierte 202][3][5] insgesamt 2.197
antisemitische Vorfälle, deutlich mehr als vor dem 7. Oktober 2023. Nicht
jede Erfahrung ist ein drastischer Vorfall, der Narben hinterlässt. Oft
sind es Zurückweisungen im Alltag, hinkende oder kollektive Vergleiche,
manchmal auch körperliche Angriffe, die am eigenen Sicherheitsgefühl nagen.
„Die Erfahrungen haben in mir ein tiefes Gefühl der Verzweiflung und
Einsamkeit ausgelöst. Damals hatte ich das Gefühl, dass letztendlich nur
Juden für Juden da sein würden“, sagt Dawidowicz.
## Psychisch belastet
Mit diesem Gefühl ist Dawidowicz vermutlich nicht allein. Eine [4][neue
Studie] deutet daraufhin, dass Antisemitismus viele jüdische Studierende in
Deutschland auch psychisch belastet. Die Forschenden Tal Josef Tamir und
Irina Jarvers befragten 320 Studierende in Deutschland, darunter 151
jüdische Studierende, zu psychischer Belastung und wahrgenommenem
Antisemitismus.
Jüdische Studierende berichteten deutlich häufiger von Stress, Angst und
depressiven Symptomen als nichtjüdische Studierende, wobei die
wahrgenommene Bedrohung durch Antisemitismus der stärkste Faktor für Stress
war.
Was Nathan Dawidowicz und Shay Dashevsky verbindet, ist nicht nur der
Antisemitismus, den sie in Berlin erfahren haben, sondern auch, wie viel
Raum er wieder einnimmt und wie oft er unwidersprochen bleibt – vor allem
[5][in „ihrer“ linken Szene], das machen beide deutlich. „Ich habe auch
Freunde verloren, weil einige den 7. Oktober feierten oder ihn als
legitimen Widerstand relativierten. Antisemitismus ist immer vorhanden,
aber er bleibt auf der Ebene der Akzeptanz bestehen“, sagt Dashevsky, der
vor neun Jahren von Tel Aviv nach Berlin zog.
Jüdinnen*Juden machen nur etwa 0,2 Prozent der deutschen Bevölkerung
aus, dennoch verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) im Jahr 2025 eine
Rekordzahl von [6][6.548 antisemitischen Straftaten] – mehr als je zuvor
und rund 27 Prozent mehr als noch 2023. Fast jede zweite dieser Straftaten
stand laut BKA im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.
Die Dunkelziffer antisemitischer Straftaten wird von Expert:innen und
Sicherheitsbehörden als deutlich höher eingeschätzt, da viele Delikte aus
Angst, Scham oder mangelndem Vertrauen in die Strafverfolgung nicht
angezeigt werden.
## Geschützt durch seine Hautfarbe?
Nathan Dawidowicz (35) erschüttere nicht der Vorfall am tiefsten, der als
antisemitisch eingeordnet und angezeigt werden könnte, sondern der Umgang
der eigenen Community damit, der sich wie ein Ausschluss anfühle: „Vor dem
7. Oktober hatte ich, glaube ich, noch nie Einsamkeit erlebt.“ Alleinsein
habe sich zuvor sogar gut angefühlt, aber niemals einsam. Erst in den
Wochen nach dem Hamas-Massaker in Israel habe sich das geändert. Dawidowicz
lebt seit zehn Jahren in Berlin, ist non-binär und verwendet die englischen
Pronomen they/them.
Dawidowiczs Mutter ist polnisch-litauische Jüdin und wurde wie Dawidowiczs
in Italien geboren. Nach dem Umzug von Mailand nach Jerusalem, als they
sechs Jahre alt war, erzog die Mutter them im Sinne der
jüdisch-ultraorthodoxen Chabad-Strömung.
Mit jedem Ortswechsel – raus aus Israel und zunächst nach New York, dann in
die Heimat Mailand und schließlich nach Berlin – streifte Dawidowicz dieses
strenge Weltbild nach und nach ab. „Ich habe mich als säkularen,
agnostischen Juden betrachtet, was ich auch heute in gewisser Weise noch
tue, obwohl sich mein Verhältnis zum Judentum seit dem 7. Oktober
grundlegend verändert hat.“
Was sich auch verändert hat, ist Dawidowiczs Verhältnis zum damaligen
Freundeskreis. Dawidowicz beschreibt ihn als links, queer, politisch
engagiert, sensibel für Diskriminierung. Umso mehr hat Dawidowicz
überrascht, was nach dem 7. Oktober passierte. Während in Dawidowiczs Kiez
in Neukölln die ersten propalästinensischen Demonstrationen stattfanden und
Parolen wie „Intifada“ oder „from the river to the sea“ gerufen wurden,
wartete Dawidowicz auf Nachrichten der Freund:innen. Auf Fragen wie: Wie
geht es dir? Geht es deiner Familie gut? Sie kamen nicht. Stattdessen:
Funkstille.
## Vergleichbar mit dem 11. September
„Ich habe mich immer wieder gefragt, ob diese Stille auch entstanden wäre,
wenn die Familie eines Freundes 9/11 miterlebt hätte? Ich weiß, dass ich
nachgefragt hätte. Warum also scheint es nach dem 7. Oktober, der gemessen
an der Bevölkerung Israels mit etwa einem Dutzend Anschlägen mit dem vom
11. September vergleichbar wäre, keinen meiner Freunde zu interessieren?“
Auch Freund:innen von Dawidowicz nahmen an den pro-palästinensischen
Demos teil. Als they einige von ihnen darauf ansprach, welche Parolen dort
gerufen würden, dass diese Parolen Dawidowicz Angst machten und „zu sehr
nach Hamas-Verherrlichung klangen“, hätten die Freund:innen abgeblockt.
Sie hätten vermittelt, they verstehe sie nur falsch. Dawidowiczs
Ex-Partner:in fügte der Bio des Datingprofils sogar ein umgedrehtes rotes
Dreieck hinzu, ein Symbol, das von der Terrororganisation Hamas verwendet
wird.
Und dann ist da noch dieser Zwiespalt, den Dawidowicz nur schwer
beschreiben kann, der äußerlich wie ein Schutz wirke, aber innerlich zu
psychischer und emotionaler Unsicherheit führe.
Dawidowicz ist Person of Colour (POC) und fühlt sich deshalb auf der
Sonnenallee manchmal körperlich sicherer, gerade weil die meisten Menschen
them nicht für jüdisch halten: „Mir ist bewusst, dass ich, hätte ich eine
hellere Hautfarbe, wahrscheinlich von manchen Leuten in diesen linken
Kreisen viel mehr Feindseligkeit erfahren würde, wenn ich sichtbare
jüdische Symbole trage.“
Nathan Dawidowicz beschreibt das ständige Bewusstsein, jederzeit zur
Zielscheibe werden zu können, etwa wenn sich die Bluetooth-Kopfhörer
versehentlich trennen und plötzlich ein hebräischer Podcast aus dem
Lautsprecher des Handys ertöne. „Ich bin schwarzer Jude – manchmal frage
ich mich, ob dieselben Menschen, die Juden und Israelis als mächtige
Unterdrücker sehen, auch diejenigen sind, die Menschen mit anderer
Hautfarbe jegliche Handlungsfähigkeit absprechen und sie in erster Linie
als Opfer betrachten, die gerettet werden müssen.“
## Ein Rückzug
Als Reaktion auf die Erfahrungen im eigenen Umfeld zog sich Dawidowicz für
längere Zeit aus dem gesellschaftlichen Leben zurück: „Ich musste erst
einmal überdenken, wie ich mich zu einem Umfeld verhalten sollte, das sich
von Tag zu Tag radikaler zu entwickeln schien und in dem ich mich zunehmend
wie ein Fremder fühlte.“
Obwohl Dawidowicz als DJ Musik produziert, seien Partys und Veranstaltungen
für die zwei Jahre, die auf den 7. Oktober folgten, nicht möglich gewesen,
sagt Dawidowicz. Das Vertrauen in die Gemeinschaft und das Gefühl von
Sicherheit seien für they dort verloren gegangen.
Doch in der elektronischen Musikszene hängen Buchungen oft eng damit
zusammen, präsent, sichtbar und in der Szene engagiert zu sein: „Ich hörte
auf aufzulegen und habe mich nicht mehr um Auftritte gekümmert, ich wurde
viel passiver – aus Selbstschutz.“
Die [7][vielen Geschichten von jüdischen und israelischen DJs und
Musikern], die für ihre Gemeinschaften als Sündenböcke herhalten mussten,
die beschuldigt und für Israels Vorgehen im Gazastreifen verantwortlich
gemacht wurden, waren eine Gefahr, der Dawidowicz sich nicht aussetzen
wollte.
## „I’m from Israel, ask me anything“
Während Dawidowicz sich zurückzog, sucht Shay Dashevsky bewusst die
Öffentlichkeit. Der 42-Jährige macht seine Herkunft sichtbar zum
Ausgangspunkt für Begegnungen: 2025 ging er mit seinem Infostand an
Berliner Unis häufig in die Diskussion, denn auf seinem T-Shirt stand der
Satz: 'I’m from Israel. Ask me anything.’ „Ich könnte nicht nichts tun“,
sagt er und lädt deshalb Leute zum Gespräch ein. Doch statt einem Gespräch
erlebte er Anfeindungen.
Er erzählt, wie Menschen ihm „I love Hamas“ zugerufen hätten, Teile seiner
Stände zerstört und online Gewaltaufrufe gegen ihn verbreitetet hätten. In
sozialen Medien kursieren Morddrohungen wie „All Zionists must die“.
Manchmal würden sie ihm auch direkt geschickt oder ihm sogar auf der Straße
entgegengeschrien, erzählt er.
Shay Dashevsky ist überzeugt, dass der Hass, der ihm entgegenschlägt, nicht
von der jeweiligen Regierung in Israel abhängt. Er versteht ihn als
antijüdischen und antizionistischen Hass, der für ihn in dieselbe Kategorie
wie klassischer Antisemitismus fällt und der heute in Teilen der
politischen Linken häufig als moralisch legitim verstanden werde.
Obwohl die Zahlen des BKA aus dem vergangenen Jahr das nicht bestätigen,
erlebt Dashevsky Antisemitismus vor allem von Menschen, die er dem
politisch linken Spektrum zuordnen würde: „Für mich ist vieles von dem, was
heute als Antizionismus bezeichnet wird, nichts anderes als eine moderne
Form von Antisemitismus. Wenn man diese Antizionisten darauf hinweist, dass
90 Prozent aller Israelis Zionisten sind, bleiben sie trotzdem bei der
Aussage, dass wir alle vernichtet werden sollten.“
## Den Davidstern nimmt er ab
Wenn er unterwegs ist, nehme er alle sichtbaren Zeichen, die auf seine
jüdische Herkunft hindeuten, ab, denn schon der kleine Davidstern, den er
als Anstecker an seinem Rucksack trägt, habe bei alltäglichen S-Bahnfahrten
zu antisemitischen Ausrufen geführt.
Laut BKA wird inzwischen fast jedes zweite antisemitische Delikt online
begangen oder verbreitet. Auch bei Dashevsky spielt sich ein Teil der
Anfeindungen gegen ihn in den sozialen Medien ab. „Im Internet äußern
Menschen ihren Hass oft viel ungehemmter als im persönlichen Gespräch“,
sagt er.
Besonders deutlich wurde das bei einer Kampagne von propalästinensischen
Aktivistinnen in Potsdam: „Sie haben ein Foto von mir veröffentlicht und
zur ‚Intifada‘ aufgerufen, mit der Adresse, wo ich mich am nächsten Tag
aufhalten sollte“, erzählt Dashevsky. Später folgte eine Doxxing-Kampagne,
bei der Unbekannte seine Arbeitgeber kontaktierten und forderten, ihn zu
entlassen – per E-Mail und öffentlich auf Instagram.
Doxxing ist das unerlaubte Veröffentlichen persönlicher Daten, um Menschen
einzuschüchtern, zu bedrohen oder angreifbar zu machen.
Dashevsky hat noch heute diese E-Mails und Screenshots archiviert. „Zum
Glück hat mein Chef zu mir gehalten. Ich habe die Täter angezeigt.“
Inzwischen hat der israelische Koch vier Anzeigen erstattet, doch alle
Verfahren wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt.
## Er sucht weiterhin den Dialog
Solche Angriffe zielen nicht mehr auf eine politische Debatte, sondern auf
Einschüchterung und persönliche Bedrohung. Gleichzeitig betont Dashevsky,
dass er weiterhin den Dialog sucht: Er organisiert und moderiert
Veranstaltungen, unter anderem mit palästinensischen Stimmen wie [8][Hamza
Howidy] und Ahmed Albaba, und versucht, Räume für Gespräche zu schaffen,
auch dort, wo sie zunehmend enger geworden sind.
Im Juni sollte an der Evangelischen Hochschule Berlin ein Dialogpanel unter
dem Titel „Israel und Palästina – gegen den Hass, für den Dialog“
stattfinden, das Dashevsky organisiert und zu dem er den palästinensischen
Psychologen Ahmed Albaba auf die Bühne eingeladen hatte. „Das Event wurde
abgesagt, weil es an der Hochschule zu viel Druck von propalästinensischen
Aktivisten gab.“
In Israel habe er sich politisch stark links engagiert, erzählt Dashevsky.
Vor neun Jahren sei er jedoch aus Israel weggezogen, er habe Abstand von
der dauerhaft aufgeheizten Atmosphäre gewinnen wollen. „Ich verstecke meine
Identität nie, obwohl ich jeden verstehe, der das aus Selbstschutz tut.
Denn wenn ich einen Raum betrete, weiß ich nie, welche Reaktion mich
erwartet.“
Obwohl er seinen israelischen Pass für die deutsche Staatsbürgerschaft
nicht abgeben müsste, betont er, dass er ihn auf jeden Fall behalten wolle.
„Falls es hier zu schlimm wird, möchte ich zurückkehren können.“ Dass es
zunächst noch schlimmer wird, davon ist er überzeugt.
Dashevsky sagt, er wolle sich nicht zu sehr zum Opfer stilisieren.
Vergleiche, wie etwa den, Deutschland rutsche mit seinem Antisemitismus
wieder in naziähnliche Zustände, lehnt er ab, ebenso wie eine überzogene
Strafverfolgung propalästinensischer Aktivist:innen: „Ich möchte nicht,
dass die Parole 'from the river to the sea’ illegal wird, sondern dass die
Menschen moralisch handeln und Verständnis zeigen.“ Dashevsky appeliert an
die Zivilgesellschaft. Sie müsse verstehen, dass Antisemitismus eine
Hassbewegung sei, „genau wie jede andere Form von Rassismus.“
## Rückkehren oder Bleiben
Nathan Dawidowicz sagt, der Antisemitismus aus dem linken, queeren Umfeld
träfe they anders als der von rechts. Nicht, weil er gefährlicher wäre,
sondern weil er ausgerechnet aus jenem Milieu komme, das den Anspruch
erhebe, Minderheiten zu schützen. „Es kommt aus der Gemeinschaft, zu der
ich selbst gehöre.“
Dawidowicz trägt die deutsche Geschichte auf besondere Weise in sich.
Mütterlicherseits ist die Familie von der Schoah geprägt, väterlicherseits
von der deutschen Kolonialherrschaft in Kamerun. „Als ich nach Berlin kam,
war es ein wirklich verwirrendes Gefühl, hautnah zu erleben, wie sehr die
fortschrittliche deutsche Gesellschaft um mich herum von der einen Hälfte
meiner Identität besessen war, während sie von der anderen Hälfte so gut
wie nichts wusste.“
Jüdische oder israelische Menschen erleben immer wieder Situationen, in
denen sie in linken Räumen nicht als Individuen wahrgenommen werden,
sondern als Vertreter:innen eines Staates, denen die Verantwortung für
politische Entscheidungen Israels zugeschrieben werde. Jüdische Stimmen
werden aus linken Räumen ausgeschlossen, sobald sie als „proisraelisch“
wahrgenommen werden. Zionismus wird teilweise mit Kolonialismus oder
Nationalsozialismus gleichgesetzt.
Dawidowicz hat begonnen, die jüdische Gemeinschaft in Berlin neu zu
entdecken, obwohl die ersten Schritte dorthin nicht selbstverständlich
gewesen seien. Zu stark sei die Erinnerung an die strengen orthodoxen
Institutionen der Kindheit gewesen.
## Ein Ort, an dem they verstanden wird
Doch in den queeren und diversen jüdischen Kollektiven Berlins fand
Dawidowicz Orte, in denen they die eigene Geschichte nicht erst übersetzen
musste: „Das Gefühl, einfach so kommen zu können, wie ich bin, ohne mich
erklären oder rechtfertigen zu müssen, hat mir Hoffnung zurückgegeben.“
Im Oktober will Dawidowicz nach Israel reisen, um dort bei den
angekündigten Parlamentswahlen mitzustimmen. „Zum ersten Mal fahre ich nach
Israel, um zu sehen, ob eine Rückkehr für mich irgendwann eine Option sein
könnte, falls der Antisemitismus in Deutschland weiter zunimmt.“ Dieser
Gedanke wäre Dawidowicz vor dem 7. Oktober nicht in den Sinn gekommen.
Dawidowicz hat sich entschieden, öffentlich über diese Erfahrungen zu
sprechen, auch wenn das für they Konsequenzen haben könnte. „Mir ist
bewusst, dass dieser Artikel auch mein Berufsleben beeinflussen könnte.
Manche Veranstalter:innen könnten sich fragen, ob es einfacher ist,
mit jemandem zu arbeiten, der nicht mit einem so kontroversen Thema
verbunden ist.“
Trotzdem wolle they darüber sprechen, weil Antisemitismus oft erst dann
wahrgenommen werde, wenn Juden angegriffen oder getötet werden und nicht
[9][in den vielen Formen davor], sagt they.
12 Aug 2026
## LINKS
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