# taz.de -- Stressbedingte Ausfälle: Ungesunde Arbeitswelt
> Berufstätige waren 2025 so häufig wie nie stressbedingt krank. Kein
> Wunder, denn die viele Arbeit ist für niemanden dauerhaft machbar.
(IMG) Bild: Führt zu Krankheiten: ein zu hohes Arbeitspensum, ständige Überstunden, Existenzängste und das Aufweichen der Arbeitszeitgrenzen
Es war nicht verwunderlich, [1][was die Kaufmännische Krankenkasse (KKH)
kürzlich mitteilte]: Berufstätige sind im vergangenen Jahr so häufig wie
noch nie aufgrund von Stressdiagnosen [2][im Job ausgefallen]. Laut KKH
sind die Krankentage diesbezüglich seit 2017 um 80 Prozent gestiegen, sind
also dabei, sich zu verdoppeln. Die Gründe: ein zu hohes Arbeitspensum,
ständige Überstunden, Existenzängste, das Aufweichen der
Arbeitszeitgrenzen, Konflikte mit Vorgesetzten, aber auch das Privatleben.
Die Arbeitswelt und ihre [3][Norm der 40-Stunden-Woche] sind nicht das, was
sie einmal waren. 40 Stunden unter Hochdruck panisch durchzuackern ist
nicht das Gleiche, als 40 Stunden gemütlich vor sich hin zu werkeln. Und
bei der heutigen Arbeitsverdichtung tun die Menschen in der Regel Ersteres.
Auch die Techniker-Krankenkasse (TK) berichtet, dass das Stressempfinden
der Deutschen kontinuierlich steigt. Laut den TK-Daten fühlen sich
lediglich 8 Prozent der Befragten nicht gestresst.
Stress und Angst haben [4][zahlreiche negative Effekte auf unsere
Gesundheit] und unser Miteinander. So vermindert Stress unser
Empathievermögen, macht uns gereizter, weniger rücksichtsvoll und mindert
die Impulskontrolle. Eine Folge sind häufigere persönlichere Konflikte am
Arbeitsplatz, was wiederum Stress erzeugt.
Aber auch die Freizeit ist stressiger geworden, unter anderem auch, weil
die Zeit der Hauspersonen-Ehen vorbei ist, auf der die Vollzeitnorm
basiert. Denn wenn man sich nach einem 8-Stunden-Tag um nichts anderes mehr
kümmern muss, weil der Kühlschrank voll, das Essen auf dem Tisch, die
Wäsche gewaschen, die Sozialkontakte gepflegt und das nächste Wochenende
geplant ist, dann ist der Alltag nicht mehr so stressig. Und es bleibt
Zeit, sich um sich selbst zu kümmern.
Die Zahlen der KKH zeigen abermals: Unser Arbeitspensum ist nicht mehr
zeitgemäß und schlicht nicht dauerhaft machbar. Das sollte auch die Politik
endlich einsehen und entsprechend handeln.
3 Aug 2026
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## AUTOREN
(DIR) Eva Fischer
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