# taz.de -- Infantino weiter unter Druck: Uefa entzieht Fifa-Chef Infantino ihr „Vertrauen“
> Der umstrittene Fifa-Deal ist Geschichte – doch die Uefa geht den
> Weltverbandsboss weiter hart an. Sie fordert personelle Konsequenzen.
(IMG) Bild: Nicht einig: Uefa-Präsident Aleksander Čeferin (l.) und Fifa-Präsident Gianni Infantino
dpa | Die Europäische Fußball-Union hat den Weltverband Fifa [1][auch nach
der Aufgabe von dessen Investorenplänen] hart attackiert. „Die derzeitige
Fifa-Führung hat nicht nur das Vertrauen der Uefa verloren, sondern auch
das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie“, teilte der
Kontinentalverband mit. Dass die Fifa um Präsident Gianni Infantino zuvor
ihre Pläne verworfen hatte, die kommerziellen WM-Rechte an Investoren zu
verkaufen, begrüßte die Uefa.
Der Fifa-Entscheidung waren massive Proteste vor allem aus Europa
vorausgegangen – aber auch die Kontinentalverbände in Asien sowie Nord- und
Mittelamerika lehnten Infantinos Pläne ab. Der [2][Schweizer steht heftig
unter Druck], viele in der Fußballwelt und selbst der Politik fordern
seinen Rücktritt.
## „Schäbiger“ und „undurchsichtiger“ Deal
Die Uefa schrieb dazu: „Der schäbige, hinter verschlossenen Türen
ausgehandelte und undurchsichtige Deal, den er eingefädelt und anschließend
durchzusetzen versucht hat, war das genaue Gegenteil von Transparenz.“
Infantino habe es zudem nicht geschafft, die milliardenschweren Rücklagen
der Fifa den Verbänden und damit dem Fußball zukommen zu lassen.
Stattdessen hatte Infantino zuletzt vorgeschlagen, [3][einen Teil der
WM-Rechte in ein Tochterunternehmen auszulagern] und durch den Verkauf an
Investoren hohe Summen einzunehmen. Berichten zufolge setzte der
Weltverband dann den Verbänden für die Zustimmung zu den Plänen eine Frist
bis zum 19. September und stellte im Gegenzug Sonderzahlungen in Aussicht.
## Uefa fordert: Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen
„So können wir nicht weitermachen – mit geheimen Machenschaften, die im
Eiltempo von gesichtslosen Individuen ausgeheckt werden und deren Nutzen
für den Sport fragwürdig ist“, hieß es dazu bei der Uefa. „Wir müssen die
Verantwortlichen ausfindig machen und sie zur Rechenschaft ziehen.“
Der europäische Verband kündigte an, unmittelbar mit Partnern weltweit in
den Dialog zu treten, um neue Wege zu finden, die Fifa-Gelder zu verteilen.
„Das ist ein Sieg für das ganze Spiel“, schrieb die Uefa. „Aber es darf
nicht das Ende der Geschichte sein. Der Vorschlag wurde zurückgenommen. Die
Aufgabe, das Vertrauen in die Fifa wieder aufzubauen, hat gerade erst
begonnen.“
1 Aug 2026
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