# taz.de -- Alle gegen Infantino: Auch der asiatische Fußballverband erteilt Fifa Absage
> Nach Uefa und Concacaf spricht sich auch Asiens Regionalverband AFC gegen
> den Investorendeal aus. Damit hat der Infantino-Plan rechnerisch keine
> Mehrheit mehr.
(IMG) Bild: Die Chancen für den geplanten milliardenschweren Verkauf von Anteilen an der WM durch Fifa-Präsident Gianni Infantino schwinden
dpa/rtr | Der Fußball-Weltverband Fifa kann nicht mehr mit einer Mehrheit
seiner Mitglieder für den geplanten milliardenschweren Verkauf von Anteilen
an seinen Weltmeisterschaften an private Investoren rechnen. Der asiatische
Regionalverband AFC [1][erklärte am Freitag], der Vorstoß von
Fifa-Präsident Gianni Infantino habe nach seiner Ansicht keine Chance
mehr.
„Im Lichte der klaren Positionen von Uefa und Concacaf und der
beispiellosen Spaltung der Fußball-Welt glaubt die AFC, dass die FFE
realistisch nicht mehr mit dem breiten Konsens rechnen kann, der notwendig
wäre“, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes. In Fifa Forward
Enterprise (FFE) will Infantino die Rechte an allen Großveranstaltungen
des Verbandes bündeln. Externe Investoren sollten sich daran mit bis zu 4,2
Milliarden Dollar beteiligen.
Der europäische Fußballverband Uefa hatte am Donnerstag einen
Weltmeisterschaftsboykott beschlossen, wenn die Fifa nicht ein für alle Mal
auf diese Pläne verzichte. Der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie
die Karibik (Concacaf) [2][hatte sich hinter die Position der Uefa
gestellt]. Uefa, Concacaf und AFC stellen zusammen die Mehrheit der 211
Fifa-Mitgliedsverbände.
## FIFA-Krise: Hochrangiger Infantino-Berater tritt zurück
Im weltweiten Streit um seine Investorenpläne hat FIFA-Präsident Gianni
Infantino Berichten zufolge einen engen Vertrauten verloren. Der
hochrangige FIFA-Berater Carlos Cordeiro trat aus Protest gegen das
Vorhaben zurück, wie die Nachrichtenagentur AP und der Sender Sky News
unter Verweis auf eine Stellungnahme meldeten. Cordeiro vertrat den
Fußball-Weltverband zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026
in den USA, Kanada und Mexiko.
„Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, früherer Banker und
lebenslanger Fußball-Fan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den
Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht“,
schrieb der ehemalige Präsident des US-Verbandes, der seit 2021 für die
FIFA arbeitet. Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein
und diese entschieden abzulehnen.
„Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein
schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die
langfristige Zukunft dieses Sports“, schrieb Cordeiro. Laut AP war der
Funktionär in den vergangenen Wochen mehrfach zu Arbeitsbesuchen im Weißen
Haus. Als früherer Partner der Investmentbank Goldman Sachs wird Cordeiro
große Erfahrung mit Investitionsgeschäften nachgesagt.
## Fifa nach Uefa-Drohung: „Niemand verkauft den Fußball“
Unterdessen hat die Fifa die Pläne zur Gründung einer Tochtergesellschaft,
mit der ein Teil der kommerziellen Rechte an Fifa-Turnieren an Investoren
verkauft werden sollte, verteidigt. „Wir respektieren die öffentlich
geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu
einer offenen und demokratischen Konsultation“, teilte der
Fußballweltverband in einem Statement mit.
Die Fifa gab an, der geplante Konsultationsprozess sei durch fehlerhafte
Medienberichte gestört worden. „Niemand verkauft den Fußball“, beteuerte
der Weltverband. „Das ist etwas, was die Fifa niemals in Betracht ziehen
würde.“ Die Fifa Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen
worden, um sicherzustellen, dass alle Fifa-Mitgliedsverbände die
Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren
jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen.
Die Fifa verwies in ihrer Reaktion auf ihre „demokratischen Grundsätze“.
Jeder habe das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere
Klarstellungen einzufordern, „aber keine einzelne Instanz kann für sich
beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten“, hieß es.
„Jedem Mitgliedsverband sollte es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen
und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden.“
Die genauen Investorenpläne, die die Fifa am Dienstag mit einigen Details
erläutert hatte, führte der Weltverband in seinem Schreiben nicht erneut
auf.
31 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.the-afc.com/en/more/afc_news.html/news/afc-stands-in-solidarity-with-uefa-and-concacaf-to-protect-the-fifa-world-cup
(DIR) [2] /WM-Gastgeber-gegen-Infantino/!6200618
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scheinheilig.