# taz.de -- Künstliche Intelligenz: KI von OpenAI unternimmt selbstständig Hackerangriff
> KI-Prototypen von OpenAI sind aus einer Testumgebung ausgebrochen und
> haben eine Website gehackt, berichtet die Firma. Einen Forscher
> beunruhigt das.
(IMG) Bild: Die KI-Agenten von OpenAI haben sich verselbstständigt und in den Daten einer anderen Website herumgewühlt
afp | KI-Modelle des Unternehmens OpenAI haben während eines
Sicherheitstests selbständig einen Hackerangriff auf eine beliebte
Programmierplattform unternommen. Es handele sich um einen „nie dagewesenen
Cybervorfall“, erklärte das Unternehmen aus San Francisco am Dienstag.
OpenAI werde eine gemeinsame Untersuchung mit der betroffenen
Online-Code-Bibliothek Hugging Face unternehmen.
An dem Vorfall waren nach Angaben von OpenAI mehrere Modelle beteiligt,
darunter das kürzlich veröffentlichte GPT-5.6 Sol sowie ein „[1][noch
leistungsfähigeres]“, noch vor der Veröffentlichung stehendes Modell. Das
Unternehmen wollte die Hacking-Fähigkeiten der Modelle bemessen und gab
ihnen dazu Aufgaben in einem streng kontrollierten digitalen Testumfeld.
Zur Sicherheit war der Internetzugang eingeschränkt.
In der gesicherten Testumgebung hätten die KI-Modelle einen wesentlichen
Teil ihrer Rechenleistung darauf verwendet, an einen offenen Internetzugang
zu gelangen, erklärte OpenAI. Nachdem sie eine Verbindung zum Internet
hergestellt hatten, entschieden sich die Modelle demnach dazu, die
Plattform Hugging Face für ihre Aufgabe zu nutzen – die Plattform bietet
eine große Sammlung von KI-Modellen, Datensätzen und anderen Informationen.
Auf der Suche nach „geheimer Information“, die ihnen helfen könnte,
verketteten die OpenAI-Systeme mehrere Angriffswege, „darunter auch die
Verwendung gestohlener Anmeldedaten“, schilderte das KI-Unternehmen.
## Hugging Face wusste von dem Vorfall
Der Vorfall sei in mehrerer Hinsicht „verblüffend“, sagte IT-Professor
Hussein Abbas von der UNSW Canberra der Nachrichtenagentur AFP. Die KI habe
das „interne System“ von Hugging Face angegriffen, um dessen „eigene
Schwachstellen auszunutzen“. „Und das ist beängstigend.“
GPT-5.6 und andere [2][fortschrittliche Modelle] wie die Mythos-Serie des
OpenAI-Rivalen Anthropic haben Bedenken ausgelöst, dass sie
Cybersicherheitsmaßnahmen durchbrechen könnten. Die beiden US-Unternehmen
hatten die allgemeine Veröffentlichung der jüngsten Technologien deshalb
zeitweise zurückhalten müssen.
Fortschrittliche KI befinde sich „normalerweise in den Händen von Menschen,
die ethisch und verantwortungsbewusst“ handelten, sagte Abbass.
„Katastrophal“ hingegen würde es, wenn sie an Menschen gelangten, die
Schaden anrichten wollten. Die Frage nach der Regulierung des KI-Sektors
sei zu einem zentralen Thema geworden, und „wir brauchen gemeinsame
Anstrengungen, um diese Situation in den Griff zu bekommen“, fuhr Abbass
fort.
Hugging Face hatte den Angriff in der vergangenen Woche bekanntgegeben –
aber dabei nicht OpenAI erwähnt. „Dieser Fall unterschied sich in einem
wichtigen Punkt von allem, womit wir bisher zu tun hatten: Er wurde von
Anfang bis Ende von einem autonomen KI-Agentensystem gesteuert – und wir
haben ihn größtenteils mit unserer eigenen KI aufgedeckt und analysiert“,
erklärte die Plattform.
Angesichts der Ausgereiftheit des Angriffs habe die Firma den Verdacht
gehabt, dass dieser aus einem weltweit führenden KI-Labor kam, erklärte
Hugging-Face-Chef Clément Delangue im Onlinedienst X und fuhr mit Blick auf
OpenAI fort: „Wir sind fest davon überzeugt, dass ihrerseits keine
bösartige Absicht vorlag.“ Es sei „atemberaubend, dass all das autonom
geschehen ist“.
22 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Kuenstliche-Intelligenz/!6186606
(DIR) [2] /Report-zu-offenen-KI-Modellen/!6197127
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
(DIR) Sam Altman
(DIR) Cybersicherheit
(DIR) Cyberattacke
(DIR) Hacking
(DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
(DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
(DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Sam Altman
(DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
(DIR) KI und Journalismus
(DIR) wochentaz
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) KI bei Phishing erwischt: Unser Verständnis von Schaden
Eine KI gibt sich als Person aus, um schädlichen Code in ein Programm zu
schummeln. Zwar erfolglos, doch Konsequenzen sollte das dennoch haben.
(DIR) Jobverlust durch KI: Diesmal haben reichere Länder das größere Problem
Künstliche Intelligenz kann die Produktivität steigern – womöglich so sehr,
dass bestimmte Arbeitsplätze nicht mehr benötigt werden. Was heißt das für
welche Länder?
(DIR) KI in der Sozialwissenschaft: Der berechenbare Mensch
Ein Sprachmodell soll vorhersagen, wie Menschen sich verhalten. Es gelingt
erstaunlich gut – und wirft neue Fragen für die Wissenschaft auf.
(DIR) KI startet Cyberangriff: Noch kein Skynet, aber trotzdem gruselig
Die Aufregung wegen der Cyberattacke durch eine KI kommt Big Tech gelegen.
Die willkommene Botschaft ist: Wir sind mächtig.
(DIR) OpenAIs autonomer KI-Angriff: Verantwortlich ist nach wie vor der Mensch
Ein KI-Modell von OpenAI hackt ein Unternehmen. Im Silicon Valley blickt
man mit Faszination auf den Angriff – dabei liegt die Schuld bei den
Entwicklern.
(DIR) Axel Springer Award für Peter Thiel: KI-Bewunderung ohne kritische Distanz
Die Verleihung des Axel Springer Awards an Peter Thiel zeigt: Manche Medien
werden die „KI-Revolution“ nicht kritisch begleiten, sondern vorantreiben.
(DIR) Italienischer Chefredakteur über KI: „Künstliche Intelligenz ist wie ein Scharfschütze“
Die italienische Tageszeitung „Il Foglio“ veröffentlicht seit 2025
KI-generierte Texte in der gedruckten Ausgabe. Der Chefredakteur erklärt,
warum.
(DIR) Ressourcenverbrauch von KI: Nimmersatt
Für jedes Bild, jede Antwort im Chat, die die künstliche Intelligenz
ausspuckt, gräbt sie an Ressourcen. Lässt sich die Gier noch zähmen?