# taz.de -- Krieg gegen Islamisten in Mali: Malis Hauptstadt ohne fließendes Wasser
> Ein mutmaßlicher Rebellenangriff verursacht eine „technische Störung“ an
> Malis größtem Staudamm. Das trifft die Versorgung der Hauptstadt Bamako.
(IMG) Bild: Der Staudamm Manantali im Westen Malis: Von hier aus wird die Hauptstadt Bamako mit Strom versorgt
Der Krieg der Rebellenkoalition aus Tuareg-Separatisten und militanten
Islamisten, die in Mali gegen die Militärregierung kämpft, eskaliert
weiter. Weite Teile der Hauptstadt Bamako sind ohne fließendes Wasser,
manche auch ohne Strom, wie Bewohner der Stadt am Mittwoch bestätigten.
Grund ist offenbar eine Sabotage an den Stromleitungen, die aus dem
[1][Wasserkraftwerk Manantali] in das gut 300 Kilometer entfernte Bamako
führen.
Ein „größerer technischer Zwischenfall“ habe einen „erheblichen Rückgang
der Produktionskapazität und folglich schwere Störungen in der
Wasserversorgung“ in Malis Hauptstadt sowie mehreren Regionalhauptstädten
herbeigeführt. Das [2][bestätigte am späten Dienstag] Malis staatliche
Wassergesellschaft Somagep. Manantali in der westmalischen Region Kayes ist
ein Staudamm an einem Oberlauf des Senegals, maßgeblich von deutschen
Firmen gebaut und 2003 eingeweiht. Von dort kommen bis zu 90 Prozent der
Elektrizität in Mali, außerdem versorgt Manantali Teile der Nachbarländer
Senegal und Mauretanien.
Überfälle der radikalislamistischen JNIM (Gruppe zur Unterstützung des
Islams und der Muslime) in der Region Kayes machten schon vergangenes Jahr
wiederholt die wichtige Fernstraße zwischen Bamako und Senegals Hauptstadt
Dakar unsicher. Wochenlang war Bamako [3][komplett von der Versorgung mit
Treibstoffen abgeschnitten], bis Malis Militärregierung mit den Islamisten
[4][eine Vereinbarung über die Freilassung von Gefangenen] traf. Seit JNIM
vor wenigen Monaten zusammen mit der Tuareg-Rebellenarmee FLA (Front zur
Befreiung von Azawad) erneut im Norden Malis in die Offensive gegangen ist,
hat Malis Regierung aber ihren Ton gegenüber ihren bewaffneten Gegnern
wieder verschärft und lehnt jeglichen weiteren Dialog ab.
[5][Im Mai] wurden schon einmal Strommasten an den Leitungen aus Manantali
sabotiert. Dass JNIM im einst sicheren Westen Malis, Tausende Kilometer von
ihren Hochburgen in der Sahara entfernt, immer wieder relativ frei
operieren kann, erhöht in Bamako die Angst davor, dass der Krieg
näherrückt. Am Dienstag verkündeten die Islamisten die Einnahme der
Militärbasis Sandaré, die liegt gut 300 Kilometer nordwestlich von Bamako
nahe der Grenze zu Mauretanien. Die Armee erklärte am Mittwoch, den Angriff
zurückgeschlagen zu haben.
## Russen in Anéfis weiter eingekesselt
Derweil dauert die [6][Schlacht um die Kontrolle des Verkehrsknotenpunkts
Anéfis] im Nordosten Malis weiter an. Die JNIM-FLA-Koalition hatte die
Kleinstadt, an deren Rand sich eine russische Militärbasis befindet, am
vergangenen Samstag erobert. Die Militärbasis mit Soldaten des russischen
Afrikakorps sowie einem Kontingent der malischen Regierungsarmee ist
seitdem eingekesselt und von Versorgung abgeschnitten, denn auch der
Luftlandeplatz ist unter Rebellenkontrolle.
In der Nacht zu Mittwoch setzte sich aus der größten ostmalischen Stadt Gao
erneut ein Militärkonvoi durch die Wüste in Richtung Anéfis in Bewegung, um
die Einkesselung zu beenden und Anéfis zurückzuerobern, was bereits einmal
gescheitert ist. Außerdem soll Malis Armee Drohnen aus iranischer
Produktion gegen die Rebellen in Anéfis einsetzen und Hilfe von der Armee
des benachbarten Nigers erhalten, dessen Militärregierung türkische Drohnen
nach Mali geschickt hat. Der Ausgang der Schlacht um Anéfis gilt jetzt als
entscheidend für die Kontrolle der gesamten Region.
8 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Manantali_Dam
(DIR) [2] https://x.com/SahelAlerte/status/2074631866003407255
(DIR) [3] /Dschihadistische-Terrorgruppe-JNIM/!6126451
(DIR) [4] /Militaerregierung-in-Mali/!6165508
(DIR) [5] https://x.com/Wamaps_news/status/2054209066138784247
(DIR) [6] /Schwere-Kaempfe-im-Norden-Malis/!6194109
## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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