# taz.de -- Schwere Kämpfe im Norden Malis: Rebellenoffensive gegen Russlands Präsenz
> Die Koalition von Tuareg-Rebellen und Islamisten geht erneut in die
> Offensive. Sie will die Russen aus deren letzten Bastionen vertreiben.
(IMG) Bild: Straße in Malis Hauptstadt Bamako: Die Militärregierung gerät in Bedrängnis
Mali kommt nicht zur Ruhe, die herrschende Militärregierung mit ihren
russischen Verbündeten gerät erneut in Bedrängnis. Seit Tagen führt die
Koalition aus [1][separatistischen Tuareg-Rebellen] der FLA (Front zur
Befreiung von Azawad) und der [2][islamistischen Rebellengruppe] JNIM
(Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime), die große Teile
Nordmalis kontrolliert, eine neue Offensive gegen die wenigen verbleibenden
Militärbasen mit russischer Präsenz. [3][Bereits Ende April] hatten die
Aufständischen in einem Großangriff, der von Anschlägen in Malis weit
entfernt liegenden Hauptstadt Bamako begleitet war, die Stadt Kidal unter
ihre Kontrolle gebracht, eine der drei Provinzhauptstädte Nordmalis.
Diesmal konzentrieren sich die Kämpfe auf die 120 Kilometer von Kidal
entfernte Kleinstadt Anefis, wo sich eine Militärbasis befindet, in der
[4][russische Soldaten des Afrikakorps], der Nachfolgetruppe der einstigen
Wagner-Söldnertruppe, zur Unterstützung von Malis Armee stehen. Anefis fiel
am Samstag an die FLA, deren Kämpfer sich in den staubigen Straßen der
Wüstenstadt filmen ließen. Die Militärbasis aber konnten die Tuareg-Kämpfer
nicht einnehmen, sie wird belagert.
Aus der Provinzhauptstadt Gao, wo bis vor wenigen Jahren deutsche
Bundeswehrsoldaten im Rahmen des mittlerweile beendeten UN-Einsatzes in
Mali stationiert waren, setzte sich am Sonntag russische Verstärkung in
Bewegung, um Anefis zurückzuerobern. Nach Berichten unabhängiger
Militärexperten geriet die russische Kolonne 40 Kilometer vor Anefis in
einen FLA-Hinterhalt. Sechs bis acht Militärfahrzeuge und mindestens ein
Militärhubschrauber seien zerstört worden, gab die französische
Nachrichtenagentur AFP entsprechende Berichte wieder. Der Rest der Kolonne
habe daraufhin kehrtgemacht und sei nach Gao zurückgekehrt. Die FLA
erklärte, sie habe „dem Feind schwere Verluste zugefügt“.
Seitdem setzt Malis Armee mit russischer Verstärkung auf Luftangriffe –
unter anderem mit Drohnen, um die Rebellen aus Anefis zu vetreiben. An
„strategischen Punkten“ der Stadt seien „mehrere Terroristen neutralisiert“
worden, hieß es am Montag in einer Erklärung der malischen Armee. Bilder,
die von FLA-nahen Kanälen verbreitet wurden, zeigten Brände auf der
Militärbasis von Anefis sowie malische Regierungssoldaten, die sich den
Rebellen ergeben. Man habe Drohnen aus iranischer Produktion abgeschossen,
hieß es weiter.
## Ende April hatten die Russen sich zurückgezogen
Die Rebellen hoffen offenbar in Anefis auf eine Wiederholung ihrer Erfolge
von Ende April. Damals hatten die Russen in den Städten Kidal und Tessalit
die Waffen gestreckt und mit der FLA ihren geordneten Rückzug ausgehandelt,
sehr zum Missfallen der malischen Regierung. Eine längere Belagerung der
Militärbasis von Anefis wäre schwer zu überstehen, da die Vorräte an
Lebensmitteln und vor allem an Trinkwasser begrenzt sind.
Ebenfalls ähnlich wie Ende April sind die Rebellenangriffe im Norden Malis
von Anschlägen im Süden des Landes in der Nähe der Hauptstadt Bamako
begleitet, um dort die Streitkräfte zu binden. So gab es einen Überfall auf
ein Gefängnis und mehrere weitere Angriffe.
Die neue Großoffensive im Norden hatte sich seit Wochen angekündigt. Malis
Militärregierung hatte sich seit Ende April kämpferisch gegeben, ein
Kopfgeld auf die Führungen von FLA und JNIM ausgesetzt und Luftangriffe auf
von Rebellen gehaltene Orte geflogen. Die Rebellen hatten wiederum Truppen
zusammengezogen und nach Vermutungen von Experten sich neue moderne
Ausrüstung beschafft – von wem, ist unklar.
7 Jul 2026
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## AUTOREN
(DIR) Dominic Johnson
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