# taz.de -- DGB-Studie zur Rente: 40 Prozent glauben nicht, dass sie durchhalten
> Vier von zehn Beschäftigten bezweifeln, dass sie ihren Job bis zum
> Renteneintrittsalter ausüben können. In besonders belastenden Berufen
> sind es sogar noch mehr.
(IMG) Bild: Täglich Mauern bis zur Rente? I doubt it!
afp | Vier von zehn Arbeitnehmer:innen in Deutschland glauben einer
neuen Erhebung zufolge nicht, dass sie ihren Job bis zum Erreichen des
Renteneintrittsalters ausüben können. Im Handwerk, in der Pflege, im
Baugewerbe, in Erziehungsberufen und anderen körperlich und psychisch
belastenden Berufen zweifelt sogar die Hälfte der Beschäftigten an einem
Durchhalten bis zur Rente, wie aus einer neuen Auswertung des DGB-Index
Gute Arbeit hervorgeht, über den die Zeitungen der Funke Mediengruppe am
Sonntag berichteten.
Für die Auswertung wurden knapp 28.000 Beschäftigte in den Jahren 2022 bis
2026 befragt. Demnach glauben lediglich 53 Prozent, ihre derzeitige
Tätigkeit bis zum gesetzlichen Renteneintritt ohne Einschränkungen ausüben
zu können – 40 Prozent rechnen dagegen nicht damit.
## Zweifel in Handwerk und Pflege besonders groß
Besonders groß sind die Zweifel in einzelnen Berufsgruppen. So erwarten 72
Prozent der Beschäftigten im Bereich Sanitär, Heizung und Klempnerei, ihren
Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können. In der Krankenpflege sind es
71 Prozent, in der [1][Altenpflege 67 Prozent], in Hochbauberufen 66
Prozent und bei Erzieherinnen und Erziehern 57 Prozent.
Beschäftigte mit hoher körperlicher Belastung, ständigem Zeitdruck oder
starker Lärmbelastung trauen sich demnach deutlich seltener zu, bis zum
Renteneintritt zu arbeiten. Auch lange Arbeitszeiten, geringe
Handlungsspielräume und fehlende betriebliche Gesundheitsförderung
verschlechtern die Einschätzung.
## DGB: „Realitäten nicht ignorieren“
DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprach der Zeitung gegenüber von einem „bitteren
Befund“. „Diese Realitäten darf die Regierung [2][bei ihren
Rentenentscheidungen] nicht länger ignorieren“, forderte sie. „Statt die
Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, braucht es
würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen. Es kann
niemand wollen, dass sich ganze Generationen krank in die Rente schleppen
und dann Abzüge einfach hinnehmen müssen“, sagte Fahimi weiter.
Über die Zukunft der gesetzlichen Rente wird derzeit eine heftige
[3][Debatte geführt]. In dieser Woche haben die Spitzen von Union und SPD
erklärt, die von der Rentenkommission vorgelegten Vorschläge zu einer
Rentenreform „zügig“ als Paket umsetzen zu wollen. Das Gremium hatte 33
Reformvorschläge gemacht, unter anderem eine Anpassung des
Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, die Abschaffung der
sogenannten Rente mit 63, einen größeren Kreis an Einzahlenden ins
Rentensystem sowie eine Kapitalrente.
5 Jul 2026
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