# taz.de -- Entlastung in Milliardenhöhe: Speicherausbau senkt laut Studie Kosten der Energiewende
> Der Anschluss von mehr Batteriespeichern würde das Stromsystem um
> Milliarden entlasten. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts.
(IMG) Bild: Könnte die Strompreise dämpfen: Erneuerbare Energie aus Deutschlands größter solarthermischer Anlage bei Leipzig
Der [1][massive Zubau von Batteriespeichern] würde zu erheblichen
Entlastungen bei den Kosten für das Stromsystem führen. Zu diesem Ergebnis
kommt [2][eine Studie des Fraunhofer-Instituts] für Energiewirtschaft und
Energiesystemtechnik (IEE) im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare
Energien (BEE) und weiterer Organisationen.
„Wir wollen, dass die strompreisdämpfende Wirkung der Erneuerbaren auch zum
Zuge kommt“, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser bei der Präsentation
der Studie am Mittwoch. „Speicher entlasten das Netz in Phasen hoher
Einspeisung.“ Gleichzeitig könnten sie bei Bedarf erneuerbaren Strom ins
Netz einspeisen.
Der Hintergrund: An Tagen mit viel Sonne, Wind und gleichzeitig niedrigem
Verbrauch sinken die Preise an der Strombörse stark, mitunter unter null.
Dann müssen Erzeuger:innen dafür zahlen, dass sie Strom ins Netz
einspeisen. Solar- und Windanlagen, die nach dem
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Förderung erhalten, bekommen
trotzdem eine Vergütung. Das macht die sogenannten Hellbrisen teuer. Steigt
der Energiebedarf und die Erzeugung sinkt, etwa in heißen Sommernächten,
steigen die Preise dagegen sehr stark.
Diese Effekte können mit einem Ausbau von Speichern gemildert werden, so
die Autor:innen der Studie. Der Einsatz zusätzlicher Batterien mit einer
Leistung von 20 Gigawatt und vier Stunden Laufzeit hätte im Zeitraum von
Anfang Januar 2025 bis Ende Mai 2026 zu volkswirtschaftlichen Einsparungen
von 5,6 Milliarden Euro geführt. Umgerechnet auf ein Jahr wären das 3,9
Milliarden Euro.
## Zubauhemmnisse abbauen
Die Entlastung wäre durch höhere Marktwerte der Erneuerbaren, geringere
[3][EEG-Förderkosten], gedämpfte Spotmarktpreise und einen günstigeren
Stromkosten-Saldo im europäischen Handel zustande gekommen. Aktuell gibt es
nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft Batteriespeicherkapazitäten
von 6 Gigawatt mit ein bis zwei Stunden Laufzeit.
Hemmnisse beim Speicherzubau müssten abgebaut werden, forderte
Heinen-Esser. Bislang seien die Wartezeiten lang. „Die Zahl der
Netzanschluss-Anfragen seitens der Erneuerbare-Energien-Branche zeigen: Der
Markt steht bereit“, sagte sie. „Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass
aus Anfragen auch Projekte werden.“
1 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Ausbau-von-Stromspeichern/!6144948
(DIR) [2] https://www.bee-ev.de/service/publikationen-medien/beitrag/die-naechste-phase-der-energiewende-flexibilitaet
(DIR) [3] /EEG-Umlage/!t5030927
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
## TAGS
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Energiewende
(DIR) Windkraft
(DIR) Photovoltaik
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
(DIR) Solarenergie
(DIR) Strommarkt
(DIR) Energie
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Wie Reiche die Energiewende bremst: Scharfe Kritik an Plänen der Wirtschaftsministerin
Der Entwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz liegt vor – und nicht nur
Fachverbände äußern Bedenken. Auch Stimmen aus CDU und SPD werden laut.
(DIR) Katherina Reiches Energiegesetze: Gefährlicher Paradigmenwechsel
Wirtschaftsministerin Reiche nimmt den Betreibern von Erneuerbaren-Anlagen
die finanzielle Sicherheit. Das bremst die Energiewende aus.
(DIR) Nötige Reform der Erneuerbaren-Förderung: Grüne führen Ministerin Reiche bei EEG-Neufassung vor
Ende des Jahres läuft die Erneuerbaren-Förderung aus. Die grüne
Bundestagsfraktion hat einen Gesetzentwurf aus einem Leak von Reiches
Entwurf gebaut.
(DIR) Solarzellenrecycling: Silber auf dem Dach
Solarzellen enthalten wertvolle Rohstoffe, die nach ihrem Lebensende
wiederverwertet werden könnten. In Halle erforscht ein Institut, wie das
gelingt.
(DIR) Reform des Strommarktes: Grüne wollen Deutschland in mehrere Preiszonen aufteilen
Als erste große Partei fordern die Grünen einen regionalen Strompreis.
Damit soll belohnt werden, wer Strom nutzt, wo und wann er produziert wird.
(DIR) Hitze treibt Kosten auf Rekordwert: Strompreis nach Sonnenstand
Vor allem abends, wenn die Photovoltaik wegfällt, ist Strom derzeit knapp
und teuer. Wer kann, sollte Energie dann nutzen, wenn sie billig ist.
(DIR) Bremse für die Energiewende: Ministerin Reiche plant Einschnitte in der Solarförderung
Das Bundeswirtschaftsministerium will Ernst machen: Solarenergie soll
weniger gefördert werden. Das könnte vor allem kleine Anlagen treffen.