# taz.de -- Nötige Reform der Erneuerbaren-Förderung: Grüne führen Ministerin Reiche bei EEG-Neufassung vor
> Ende des Jahres läuft die Erneuerbaren-Förderung aus. Die grüne
> Bundestagsfraktion hat einen Gesetzentwurf aus einem Leak von Reiches
> Entwurf gebaut.
(IMG) Bild: Es eilt, aber es kommt nichts: Ministerin Reiche (CDU) hat noch immer keinen Entwurf für ein neues EEG ins Kabinett eingebracht
Die Grünen führen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor:
Weil die Ministerin noch immer nicht die Novelle für die dringend
erforderliche Reform [1][des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG)] vorgelegt
hat, haben sie aus einer geleakten Fassung selbst einen Gesetzentwurf
zusammengestellt. Sie bringen ihn am Donnerstag in den Bundestag ein.
Darin werden nur die zentralen Punkte behandelt, die für ein
Beihilfeverfahren der EU erforderlich sind. Die Regierungskoalitionen
sollen diesem Minimalkompromiss zustimmen können. So wollen die Grünen
verhindern, dass nach Auslaufen des EEG Ende des Jahres der Ausbau der
Erneuerbaren abbricht.
Der Hintergrund: Das EEG regelt den Betrieb erneuerbarer Energien wie Wind-
und Solarkraft, etwa die Vergütung des eingespeisten Stroms. Es legt unter
anderem fest, dass Anlagenbetreiber für 20 Jahre eine festgelegte Vergütung
für den gelieferten Strom bekommen. Zum Jahresende läuft es aus. Bevor ein
neues EEG in Kraft treten kann, muss es von der EU genehmigt werden.
„Wenn es keine neue beihilferechtliche Genehmigung des EEGs bis Ende des
Jahres gibt, fällt der bestehende Förderrahmen für die erneuerbaren
Energien in Deutschland komplett weg“, sagt die grüne Bundestagsabgeordnete
Katrin Uhlig. „Die Folge: massive Unsicherheit für die gesamte
Energiewirtschaft.“ Unter anderem ist fraglich, wie es mit der Vergütung
von Wind- oder Solaranlagen aussieht, die nach einem Auslaufen des EEG noch
nicht ans Netz angeschlossen sind. Projekte würden gestoppt oder sogar ganz
aufgegeben, fürchten die Grünen. Bei bereits angeschlossenen Anlagen läuft
die Vergütung weiter.
## Trotz Zeitdruck legt Reiche nichts vor
Auch der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) mahnt zur Eile. „Sollte
es nicht gelingen, das neue EEG rechtzeitig beihilferechtlich von der EU
genehmigen zu lassen, wären laut einer [2][Expertise der Kanzlei Raue]
weitere Ausschreibungen und förderrechtliche Zuschläge nach europäischem
Recht nicht mehr möglich, der Ausbau käme zum Erliegen“, so BEE-Präsidentin
Ursula Heinen-Esser.
[3][Wirtschaftsministerin Reiche] weiß seit ihrem Amtsantritt, dass diese
Reform ansteht. Mehrfach hat sie Änderungen angekündigt, die große
öffentlicher Empörung ausgelöst haben, [4][etwa ein Ende der festen
Einspeisevergütung für Dachsolaranlagen.] Trotz des Zeitdrucks hat sie
bislang aber keinen Gesetzentwurf ins Kabinett eingebracht. „Bei keinem
anderen Wirtschaftszweig würde die Koalition so handeln“, sagte Uhlig. „Wer
jetzt weiter zögert, riskiert sehenden Auges die Folgen für Wirtschaft und
Strommarkt.“
Immerhin ist sich Reiches Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWE) der Eilbedürftigkeit bewusst, wie aus einem aktuellen Bericht zum
Stand des EEG an den Bundestagsausschuss Wirtschaft und Energie hervorgeht,
der am Mittwoch getagt hat. „Derzeit befindet sich der Referentenentwurf
des BMWE zum EEG 2027 in konstruktiver und vertrauensvoller Abstimmung
innerhalb der Bundesregierung“, heißt es in dem Bericht. Im Anschluss an
die Abstimmung werde die Bundesregierung die nächsten Verfahrensschritte
„schnellstmöglich“ gehen.
„Angesichts der engen Zeitschiene bittet die Bundesregierung das Parlament
bereits jetzt darum, das parlamentarische Verfahren ebenfalls möglichst
zielstrebig und fokussiert zu gestalten“, schreibt das Ministerium den
Abgeordneten. Reiche hat am Mittwoch erklärt, die EEG-Reform werde noch im
Juli ins Kabinett gehen – solche Ankündigungen gab es aber schon öfter.
Der Referentenentwurf wurde geleakt. Daraus haben die Grünen für ihren
Gesetzentwurf die Punkte übernommen, die für die beihilferechtliche
Genehmigung der EU geändert werden müssen. Das sind Regelungen zur
Gewinnabschöpfung und zu den Ausschreibebedingungen. „Erst wenn diese
Anpassungen erfolgen, kann das Genehmigungsverfahren in Brüssel starten“,
sagt Uhlig. Auf die Regelung weiterer Punkte verzichten die Grünen bewusst.
Aus ihrer Sicht haben sie damit die Grundlage für die Zustimmung im
Parlament geschaffen.
8 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Erneuerbare-Energien-Gesetz-EEG/!t5022427
(DIR) [2] https://www.bee-ev.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Meldungen/Studien/2026/Raue_Rechtsgutachten_BEE_Folgen_Auslaufen_beihilferechtliche_Genehmigung_22-06-2026.pdf
(DIR) [3] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158819
(DIR) [4] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158554
## AUTOREN
(DIR) Anja Krüger
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