# taz.de -- US-Einwanderungsbehörde ICE: Trump nominiert neue Spitze
> ICE fiel in jüngerer Vergangenheit mit brutalen Abschieberazzien auf.
> Jetzt soll ein Neuer die Behörde führen. Wer ist der Nominierte Lance
> Schroyer?
(IMG) Bild: ICE ist in den USA hochumstritten
dpa/afp/taz | Die für ihre umstrittenen Abschieberazzien bekannte
US-Migrationsbehörde ICE soll einen neuen Leiter bekommen. US-Präsident
Donald Trump nominierte für den Direktorenposten Lance Schroyer, wie er auf
der Plattform Truth Social mitteilte. Trump forderte den Senat im Kongress
auf, der Personalie zuzustimmen.
Schroyer ist ein ehemaliger Staatspolizist aus dem US-Bundesstaat Oklahoma
sowie ehemaliger Marineinfanterist. Trump nannte ihn einen Patrioten. Er
habe „jahrzehntelange Erfahrung bei der Inhaftierung der schlimmsten
Kriminellen“, so Trump. Schroyer ist derzeit Berater von
Heimatschutzminister Markwayne Mullin.
Laut dem TV-Sender CNN ist Schroyer in den USA kaum bekannt. Der Posten
wurde frei, nachdem vor Monaten bekanntgeworden war, [1][dass der
kommissarische Direktor Todd Lyons zurücktritt.]
Die Nominierung Schroyers muss eigentlich vom Senat bestätigt werden.
Allerdings werden alle ICE-Direktoren seit 2017 nur kommissarisch ernannt.
Seit Dezember 2014 sei kein ICE-Direktor mehr vom Senat bestätigt worden,
erklärte Mullin. „Der Senat muss die Nominierung von Lance Schroyer schnell
bestätigen.“
[2][Die ICE-Behörde wurde zum Symbol der aggressiven Migrationspolitik in
Trumps zweiter Amtszeit], die im Januar 2025 begonnen hatte. Die Behörde
verantwortete umstrittene Razzien gegen Migranten in demokratisch regierten
Städten. Die Beamten waren dabei zum Teil vermummt. [3][Das Vorgehen hatte
in den USA] eine große Protestwelle ausgelöst. Und immer wieder spielen
wohl auch politische Gründe eine Rolle bei den Verhaftungen, [4][etwa bei
einer Razzia in einem Hyundai-Werk im vergangenen Herbst.]
Richtig heftig wurde der Gegenwind für Trump, [5][als im Januar in
Minneapolis zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten verschiedener
Behörden bei solchen Einsätzen starben]. Die frühere Heimatschutzministerin
Noem war daraufhin von Trump entlassen worden.
28 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Zentraler-Repressionsapparat-der-USA/!6171774
(DIR) [2] /Toedliche-Uebergriffe-von-ICE/!6147037
(DIR) [3] /US-Politologin-ueber-Fluechtlingspolitik/!6181243
(DIR) [4] /ICE-Razzia-in-Hyundai-Werk/!6170797
(DIR) [5] https://tube.taz.de/w/nAtHV66maFXK7mStf6cgJj
## TAGS
(DIR) USA
(DIR) ICE
(DIR) Abschiebung
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) ICE
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Fußball-WM
(DIR) Flüchtlingspolitik
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Gewalt durch ICE in den USA: Tödliche Schüsse auf einen Mexikaner in Houston
ICE-Agenten in Texas erschießen einen Mexikaner in seinem Auto. Sie
behaupten, er haben sie anfahren wollen. Örtliche Behörden bezweifeln das.
(DIR) Im Schatten der WM: Tausende Migranten in den USA festgenommen
Gastgeber USA erlebt ein Fußball-Sommermärchen. Und die Migrationsbehörde
ICE nimmt allein in den vergangenen Tagen mehrere tausend Menschen fest.
(DIR) Supreme-Court-Entscheidung: Recht auf US-Staatsbürgerschaft bei Geburt bleibt bestehen
Der oberste Gerichtshof der USA hat geurteilt: Auch Kinder von illegalen
Einwanderern haben ein Recht auf die US-Staatsbürgerschaft.
(DIR) Trump-Regierung gegen „Antifa“: Drakonische Strafen im Kreuzzug gegen linken Aktivismus
In den USA führt ein aus dem Ruder gelaufener Protest gegen
ICE-Abschiebungen zu Haftstrafen für „Antifa-Terrorismus“ von 30 bis 100
Jahren.
(DIR) Fußball-WM 2026: Wie Trumps Regierung das US-Team propagandistisch nutzt
Das US-Innenministerium schlachtet die Erfolge des US-Teams aus. Dabei
passen die Spielerbiografien so gar nicht zur Abschottungspolitik der
Behörde.
(DIR) US-Philosophin über Flüchtlingspolitik: „Politik ist voller Zynismus, da schadet etwas Romantik nicht“
Es ist nicht alles verloren in Sachen Flüchtlingspolitik, sagt die
Politologin Seyla Benhabib. Ein Gespräch über die Zivilgesellschaft,
Doppelmoral und die Genfer Flüchtlingskonvention.