# taz.de -- Filmförderung unter Weimer: Abbruch statt Aufbruch
       
       > Kulturstaatsminister Wolfram Weimer will die Filmförderung kürzen. Im
       > vergangenen Jahr erst hatte er eine Erhöhung und Planungssicherheit
       > angekündigt.
       
 (IMG) Bild: Das Kino ist für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer anscheinend doch keine Herzenssache
       
       Vor knapp einem Jahr kündigte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer einen
       „Durchbruch“ für die deutsche Filmbranche an: „Bundesregierung verdoppelt
       Filmförderung auf 250 Millionen Euro jährlich und stärkt so den
       Filmstandort Deutschland“, lautete die Formel. Weimer erging sich dazu in
       Stilblüten wie [1][„Soundtrack zum Aufbruch“] und „Großmanöver für den
       Filmstandort Deutschland“. „Zusammen mit weiteren Mitteln der jurybasierten
       kulturellen Filmförderung und der Filmförderungsanstalt“ werde der Bund
       „künftig rund 310 Millionen Euro“ bereitstellen.
       
       Dazu versprach er: „Die Filmbranche kann nun verlässlich planen und mehr in
       Deutschland produzieren“, da die Filmförderfonds von nun an „international
       konkurrenzfähig ausgestattet“ würden.
       
       Von der verlässlichen Planung scheint für 2027 nicht mehr die Rede zu sein.
       Denn der Kulturhaushalt sieht gegenüber 2026 eine Kürzung vor. Wie der
       Grünen-Politiker Sven Lehmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und
       Medien, diese Woche kritisierte, habe sich der von Weimer versprochene
       Durchbruch als „kurzes Strohfeuer“ erwiesen: „Die Mittel für die
       Filmförderung sollen um mehr als 35 Millionen Euro auf 214 Millionen Euro
       gekürzt werden. Gleichzeitig sind für das Zukunftsprogramm Kino überhaupt
       keine Mittel mehr vorgesehen“, so Lehmann.
       
       ## Kinoförderung „zwingend notwendig"
       
       Ein „Großmanöver“ ohne die Kinos? „Gerade das Zukunftsprogramm Kino hat in
       den vergangenen Jahren unzähligen Kinos geholfen, ihre Häuser zu
       modernisieren, Barrierefreiheit zu schaffen und in eine zukunftsfähige
       Infrastruktur zu investieren“, erinnert Lehmann. „Dieses erfolgreiche
       Programm einfach auslaufen zu lassen, sendet ein verheerendes Signal an die
       Kinobetreiberinnen und Kinobetreiber im ganzen Land.“
       
       Die Kinoverbände hatten schon im März eine Fortsetzung des
       Zukunftsprogramms Kino gefordert: 30 Millionen Euro jährlich von 2027 bis
       2030 seien „zwingend notwendig“. Da den Kinos die Mittel für Investitionen
       zum Erhalt und zur Modernisierung fehlten, [2][fürchten die Verbände ein
       „Kinosterben“]. Vielleicht denkt Weimer bei der Filmförderung mehr an
       Blockbuster als an Kinos. Wozu gibt es schließlich Streaming?
       
       10 Jul 2026
       
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