# taz.de -- KI-Einsatz im Streaming: Der Ton macht die Kunst
       
       > Der Film „Deadly Patient“ wurde wegen gnadenlos schlechter
       > KI-Synchronisation von Amazon entfernt. Probleme sind damit nicht gelöst.
       
 (IMG) Bild: Eine Filmszene aus „Deadly Patient“
       
       Was heißt „I should have died there“? „Ich sollte da gestorben haben.“
       Zumindest laut einer KI-Synchronisation des Films „Deadly Patient“, der bis
       vor Kurzem noch auf Amazon Prime zu sehen war.
       
       Die Künstliche Intelligenz produziert Dialoge wie: „Ich fahre da.“ – „Na,
       sehen wir uns?“ *Kuss* „Liebe dich.“ – „Ich weiß.“ – „Geh weg.“ Nach
       massiver Kritik und Spott entfernte Amazon „Deadly Patient“ und weitere
       Filme schließlich von der Plattform. Ein Problem weniger also? Ne.
       
       Denn Streamingdienste wie Amazon sind längst von KI geflutet. KI-generierte
       Wallpapers, Bücher, Hörspiele und Filme finden ihren Weg auf die
       Plattformen. Nutzer:innen sind verärgert, weil sie mit ihrem Abonnement
       für Inhalte bezahlen, die offensichtlich kaum Qualitätsstandards erfüllen.
       Gleichzeitig zeigt der Fall „Deadly Patient“ ein weiteres Problem:
       Synchronsprecher:innen werden zunehmend durch KI ersetzt.
       
       Einige Schauspieler:innen lassen ihre Stimmen bereits rechtlich
       schützen, um zu verhindern, dass sie ohne Zustimmung für KI genutzt werden.
       [1][Gleichzeitig versuchen Plattformen, Verträge mit Sprecher:innen an
       die Erlaubnis zur Nutzung ihrer Stimme für KI-Training zu knüpfen]. Die
       Debatte um KI-Synchronisationen ist deshalb auch eine Frage von dem Wert
       kreativer Arbeit. In der peinlichen Synchro von „Deadly Patient“ liegt
       daher auch ein Hoffnungsschimmer: Sie zeigt, dass KI weit davon entfernt
       ist echte Personen ersetzen zu können. Gute Synchronisation lebt von
       Interpretation, Timing, Emotion und schauspielerischer Leistung.
       
       Wer herausragende deutsche Synchronisation sehen möchte, kann sich etwa den
       Gewinner des Deutschen Synchronpreises 2025 „Was ist schon normal?“
       ansehen. Besonders bemerkenswert ist die deutsche Fassung auch, weil
       Menschen mit Behinderung daran als Sprecher:innen beteiligt waren.
       
       12 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Netflix-will-Synchronsprecher-Stimmen-fuer-KI-Training-nutzen-die-Branche-verweigert/!6153147
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann-Kathrin Leclere
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Amazon Prime
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) Film
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Kolumne Vierte Wand
 (DIR) Netflix
 (DIR) Serien
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Plötzlich Filme aus Mediathek gelöscht: Kauft Blu-Rays!
       
       Wenn Anbieter die Lizenz für Filme verlieren, können diese aus der
       Mediathek verschwinden – selbst wenn man sie bereits gekauft hat. Zum Glück
       gibt es physische Medien.
       
 (DIR) Synchronbranche vs. Netflix: Arbeitskampf gegen KI
       
       Netflix will Stimmen von Synchronsprecher*innen nutzen, um damit eine
       KI zu trainieren. Die Sprecher*innen verweigern eine Zusammenarbeit.
       
 (DIR) Synchronisierung in Deutschland: Kuck mal, wer da spricht
       
       Deutsche sehen Serien und Filme noch immer oft in der Synchronfassung. Aber
       kann die Wertschätzung einer Kunst ihre Zukunft sichern?
       
 (DIR) Synchronsprecher gegen Stimmen-Kopie: Gericht stoppt KI-Stimmenklau
       
       Manfred Lehmann hat gegen einen Youtuber gewonnen, der seine Stimme per KI
       nachgeahmt hat. Das Urteil schützt erstmals auch „Kunststimmen“.