# taz.de -- Pride Parade in Berlin-Marzahn: „Sichtbarkeit ist Widerstand“
       
       > Letztes Jahr hatten Rechtsextreme gegen sie mobilisiert: Die
       > Marzahn-Pride findet nun zum siebten Mal statt, bislang ohne
       > angekündigten Gegenprotest.
       
 (IMG) Bild: Fast schon eine Tradition: die Marzahn-Pride 2025
       
       Eine Woche mit Filmabenden, Diskussionsrunden und gemeinsamen
       Plakataktionen – die Marzahn-Pride-Week findet am Samstag ihren Höhepunkt:
       Zum siebten Mal zieht die Marzahn-Pride durch den Bezirk. Organisiert wird
       sie, wie auch in den vergangenen Jahren, von Quarteera e. V., einem Verein,
       der sich für queere Menschen aus Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus
       einsetzt.
       
       Die Aufklärung über Mehrfachdiskriminierung von queeren Geflüchteten und
       Migrant:innen ist gerade in einem Bezirk von Bedeutung, in dem viele
       Menschen mit Migrationsgeschichte, insbesondere Russlanddeutsche, leben.
       Marginalisierte Menschen sind in Marzahn einer besonderen Bedrohungslage
       ausgesetzt, verrät ein Blick ins Berliner Register: die Meldestelle für
       diskriminierende, darunter zum Beispiel rassistisch- oder
       queerfeindlichmotivierte Vorfälle verzeichnete zuletzt einen „Anstieg
       körperlicher Angriffe sowie die weiterhin starke Präsenz extrem rechter
       Propaganda und Akteure im Bezirk“. [1][Erst im März dieses Jahres
       marschierte die rechtsextreme Kleinstpartei III Weg auf].
       
       Als eine von vielen Pride-Veranstaltungen wurde die Marzahn-Pride im
       [2][vergangenen Jahr Ziel rechter Bedrohung.] Die rechtsextreme Gruppe
       „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) hatte im Vorfeld zu einem „Gegenprotest“
       mobilisiert. Fast jeder zweite CSD war 2025 Angriffen, Störungen oder
       Einschüchterungsversuchen rechter Gruppierungen ausgesetzt. Hinter den
       Aktionen standen zunehmend junge, teilweise gewaltbereite Neonazis.
       
       Stand jetzt gebe es dieses Jahr keine konkrete Mobilisierung gegen die
       Marzahn-Pride seitens der rechtsextremen Szene, sagt die Queerbeauftragte
       Vanessa Krah gegenüber der taz. Auch bei dem bereits stattgefundenen
       [3][CSD in Eberswalde am 13. Juni] zeigte sich ein nur mäßiger
       Mobilisierungserfolg der rechten Szene – nicht einmal 50 Teilnehmende
       fanden sich auf der Gegenseite zusammen. Ein Zeichen, dass dieses Jahr mit
       einer geringeren Bedrohungslage zu rechnen ist?
       
       ## Keine Entwarnung
       
       Diese Sicherheit gebe es nicht, so Vanessa Krah. Im vergangenen Jahr sei
       der Neonaziaufmarsch gegen die Marzahn-Pride ebenfalls erst kurzfristig
       angekündigt worden. Und auch ohne eine konkrete Mobilisierung würden
       gezielte Einschüchterungsversuche bleiben. Ein bekanntes Muster aus
       vergangenen Jahren: In der Nacht vor der Pride würden jedes Mal entlang der
       Route Sticker mit rechter Ideologie angebracht, so die Queerbeauftragte von
       Marzahn-Hellersdorf.
       
       Umso wichtiger, auch in diesem Jahr auf die Straße zu gehen: sichtbar, laut
       und solidarisch. Die Parade beginnt um 12 Uhr an der Allee der Kosmonauten
       und wird von der Queerbeauftragten Vanessa Krah sowie Bezirksstadtrat für
       Jugend, Familie und Gesundheit Gordon Lemm eröffnet. Ab 14.30 Uhr folgt ein
       queeres Nachbarschaftsfest mit Konzerten, DJs, Streetfood und weiteren
       Programmpunkten. „Sichtbarkeit ist Widerstand“, so lautet das Motto der
       Veranstaltung.
       
       19 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Luzie Fuhrmann
       
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