# taz.de -- Ökobilanz von Rechenzentren: Europas Rechenzentren sind klimafreundlicher als US-Pendants
> Wo werden Rechenzentren mit fossilem Strom betrieben, wo mit saubererem?
> Eine neue Studie bringt Licht ins Dunkel.
(IMG) Bild: So nachhaltig kann es gehen: NetCologne-Rechenzentrum in Köln
Rechenzentren in Europa sind weniger klimaschädlich als ihre Pendants in
den USA. Das ist das Ergebnis einer [1][Studie] des Öko-Instituts im
Auftrag von Greenpeace. Demnach verursachen hiesige Rechenzentren nur etwas
mehr als halb so viele Emissionen pro Kilowattstunde. In Ländern, die vor
allem auf fossile Energieträger setzen, wie China und Indien, seien die
Emissionen noch einmal höher.
In der Studie haben die Wissenschaftler:innen die Stromquellen von
rund 6.700 Rechenzentren weltweit untersucht und die CO2-Emissionen anhand
des lokalen Strommixes berechnet. Greenpeace zufolge ist es die erste
Untersuchung dieser Größenordnung.
Einer im Juni veröffentlichten UN-[2][Untersuchung] [3][zufolge] werden
Rechenzentren im Jahr 2030 voraussichtlich 945 Terawattstunden an Strom
verbrauchen. Im vergangenen Jahr waren es rund 450 Terawattstunden, also
weniger als halb so viel. Wie klimaschädlich diese Entwicklung wird, hängt
nicht nur davon ab, wie viele neue Rechenzentren tatsächlich gebaut werden
– sondern auch, aus welchen Energiequellen der Strombedarf gespeist wird.
„Dieser Boom beim Ausbau von Rechenzentren muss mit einem adäquaten Zubau
an erneuerbaren Energien einhergehen“, sagt Mauricio Vargas von Greenpeace.
Dass die USA im Vergleich zu Europa so schlecht abschneiden, hänge auch
damit zusammen, dass unter Präsident Donald Trump der [4][Bau neuer
fossiler Kraftwerke] so billig geworden sei. Daher entstünden hier viel
neue Kapazitäten. „Und Rechenzentren werden da gebaut, wo es günstigen
Strom gibt.“
## Das Drumherum spielt eine Rolle
Die Autoren der Studie empfehlen sieben Maßnahmen, um die klimaschädlichen
Auswirkungen im Rahmen zu halten. Als Erstes müsse geprüft werden, was
tatsächlich an digitalen Anwendungen nötig sei, statt einfach grenzenlos
auszubauen. Als Zweites müssten [5][Soft- und Hardware auf möglichst
geringen Energieverbrauch] designt sein. Drittens sei es auch wichtig, auf
die Gebäude zu achten. Neben dem eigentlichen Betrieb der Rechner braucht
es zusätzliche Energie, um sie zu bauen und zu betreiben, diese
Nebenverbräuche gelte es so gering wie möglich zu halten.
Viertens müssten die Staaten auf CO2-arme Energiequellen setzen. Wer etwa
als Unternehmen oder Organisation ein Rechenzentrum für seine Dienste
auswählt, könne bewusst CO2-ärmere Anbieter wählen. Ein Vorteil sei es
fünftens, wenn ein Rechenzentrum direkt mit einer erneuerbaren
Energiequelle, zum Beispiel einem Windpark, verbunden sei. Sechstens solle
die Abwärme genutzt werden. Und nicht zuletzt befürworten die Autoren eine
Speicherung von erneuerbar erzeugtem Strom in [6][Batteriespeichern], um
diesen dann nachts oder bei Flauten verbrauchen zu können.
Vargas kritisiert, dass die Diskursverschiebung, die in den USA schon
stattgefunden hat, auch in Europa immer stärker werde: „Der Bau neuer
Rechenzentren wird als relevanter erachtet als die Klimaziele.“
17 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.greenpeace.de/publikationen/Klimakluft_Rechenzentren.pdf
(DIR) [2] https://unu.edu/inweh/news/environmental-cost-of-AIs-Enrgy-use-carbon-water-and-land-footprints
(DIR) [3] /Umweltfolgen-von-kuenstlicher-Intelligenz/!6183982
(DIR) [4] /US-Klimapolitik-nach-einem-Jahr-Trump/!6145731
(DIR) [5] /Kuenstliche-Intelligenz-Was-wir-gegen-den-massiven-Stromverbrauch-tun-koennen/!6077262
(DIR) [6] /Plaene-der-Bundesregierung/!6173258
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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