# taz.de -- Gestoppte KI-Rechenzentren: New York wehrt sich
       
       > KI-Rechenzentren verschlingen irre viel Energie und pusten Dreck in die
       > Luft. Der US-Staat New York beschließt deswegen ein Moratorium. Ein
       > Vorbild für Europa?
       
 (IMG) Bild: New York City im Bundesstaat New York, hier überall ist der Bau großer Rechenzentren ausgesetzt
       
       Wie viel Strom, wie viel Wasser zieht ein KI-Rechenzentrum aus den Netzen?
       Wie viele Schadstoffe und CO2 werden dafür wieder abgegeben? Weil diese
       Fragen nicht leicht zu beantworten sind, hat der Bundesstaat New York am
       Dienstag ein Moratorium erlassen: Keine neuen „Hyperscaler“ sollen hier
       entstehen, also Rechenzentren mit einem Energiebedarf von über 50 Megawatt
       – ein Jahr lang, um die Steuerzahler:innen, die Umwelt und das Stromnetz zu
       schonen, wie es in einer Erklärung heißt.
       
       Wer sich die geplanten Rechenzentren [1][auf einer Karte anschaut], sieht
       ein Panorama des Booms. Zahllose neue Zentren sollen in den USA entstehen.
       Diese bieten reichlich Anlass für Moratorien, wenn nicht gleich für
       handfesten Widerstand vor Ort: Anwohner:innen leiden vielerorts unter
       der Abwärme, dem Lärm und den Emissionen der Dieselgeneratoren und
       Gasturbinen, mit denen viele der Zentren betrieben werden.
       
       Was auf dem Papier zuerst nur eine Notlösung war, droht zum Dauerzustand zu
       werden: In Mississippi etwa pustet das [2][Rechenzentrum Colossus 2 mit
       seinen Gasturbinen] jährlich geschätzte 2.500 Tonnen Stickoxide, 4.000
       Tonnen Kohlenstoff und 22 Tonnen Formaldehyd in die Luft, um Elon Musks xAI
       zu betreiben. Eine saubere Abschätzung der Umweltfolgen vor dem Bau hätte
       das vielleicht verhindern können.
       
       In Deutschland sieht es zwar weniger düster aus. Aber blindes Vertrauen ist
       auch hierzulande nicht angesagt. Bis 2030 will die Bundesregierung die
       Rechenkapazität verdoppelt haben. Statt Moratorien zu beschließen oder die
       Betreiber von Rechenzentren stärker in die Mangel zu nehmen, kommt sie
       diesen weit entgegen.
       
       [3][Mit einer Novelle des Energieeffizienzgesetzes] verkürzt sie gerade
       Genehmigungsverfahren, [4][schwächt Transparenzregeln ab und setzt wichtige
       Vorgaben aus.] Dazu mal was Positives: Eine kleine Initiative im Maintal
       bei Frankfurt hat gerade das [5][erste vollständig fossile Rechenzentrum
       Europas verhindert] – inklusive des dazu geplanten Gaskraftwerks.
       
       16 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://trackpolicy.org/
 (DIR) [2] https://www.reuters.com/world/americas/pollution-musks-unpermitted-xai-power-project-hits-hardest-black-communities-2026-07-14/
 (DIR) [3] /Angriff-auf-Klimapolitik/!6190393
 (DIR) [4] /Ressourcenhunger-von-KI/!6186940
 (DIR) [5] https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/3000000322015/wie-zwei-rentner-den-bau-eines-der-groessten-deutschen-rechenzentren-auf-eis-legten
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Raoul Spada
       
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