# taz.de -- Aus dem Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Aus tiefstem Herzen Italiener
> In Miami findet ein echtes Familientreffen statt. Und in Seattle muss der
> Fifa-Präsident noch mal über Italien nachdenken. Oder war es in
> Vancouver?
(IMG) Bild: Beifall für Gianni Infantino: Gianni Infantino klatscht für sich
## 16. Juni 2026
Hinter mir liegt ein wunderbarer Tag. Ich durfte dabei sein, als Belgien
gegen Usbekistan gespielt hat. Oder war es Saudi-Arabien? Egal. Es war ein
wunderbares Spiel vor vollem Haus in Los Angeles. Oder war die Partie in
Vancouver? Ich habe die Stimmung in Seattle jedenfalls sehr genossen. Ja,
genau, es war Seattle. Was für ein wunderbares Stadion!
So ist das eben manchmal im Leben eines Fifa-Präsidenten. Man ist viel
unterwegs. Wenn ich meine wunderbaren Mitarbeiter um mich habe, kann ich
natürlich fragen, wo ich gerade bin. Die helfen mir gerne weiter, wenn ich
nicht mehr ganz sicher bin, wo ich mich gerade aufhalte. Bin ich gerade in
Osttimor oder in Myanmar?
Wenn ich aber mit meinem Tagebuch in irgendeinem Hotelzimmer irgendwo auf
der Welt alleine bin, kann ich niemanden fragen. Eines aber weiß ich genau,
vor zwei Tagen war ich in Miami. Ich hatte zu einem großen Familientreffen
eingeladen. So etwas vergisst man nicht. Es war wunderbar, was ich und die
Vertreter der Mitgliedsverbände auf unseren „[1][Fifa Executive Members
Summits 2026]“ zu besprechen hatten.
## Noch mehr Geld für die Verbände
Dass es noch mehr Geld für die Mitglieder geben wird zum Beispiel. Und dass
wir weiter daran arbeiten wollen, noch mehr Wettbewerbe zu organisieren, um
noch einmal mehr Geld an die Mitgliedsverbände ausschütten zu können. Ein
wunderbares Beispiel dafür ist der [2][Fifa Arab Cup] oder auch der
[3][Fifa Asean Cup], bei dem Länder aus Südostasien, die sich normalerweise
nicht für eine Weltmeisterschaft mit 48 Teams qualifizieren, auch einmal
bei einem Turnier spielen können.
An diesem Punkt sollten wir weiterdenken. Wie wäre es also mit einem Fifa
Adria Cup für alle Anrainer dieses Teils des Mittelmeers? Dann hätte
Italien auch wieder einmal die Möglichkeit, an einem internationalen
Turnier teilzunehmen, was die Herzen von Fußballfreunden überall in der
Welt gewiss höher schlagen ließe. Von den Herzen der Italiener selbst, zu
denen ich mich aufgrund meiner Herkunft auch zähle, ganz zu schweigen. Die
Einnahmesituation der Fifa würde ein solches Turnier natürlich auch
steigern. Win-win – würde ich sagen.
Viel ist in den vergangenen Tagen über meinen Vorschlag diskutiert worden,
das Teilnehmerfeld der WM auf 72 zu erhöhen, um Italien die Teilnahme daran
zu ermöglichen. Das ist ebenso falsch verstanden worden wie meine Idee, 204
Mannschaften zum WM-Turnier zuzulassen, sollte Italien sich auch für eine
72er-WM nicht qualifizieren können. Es ist mir dabei gewiss nicht darum
gegangen, den italienischen Fußball zu kritisieren, so wie es mir bisweilen
vorgeworfen wurde. Meine Einlassungen waren schlicht Ausdruck der Liebe
meines italienischen Herzens zum Fußball in der Heimat meiner Eltern.
Und was die Bemerkung, für die ich so viel Kritik einstecken musste, schon
gar nicht war: ein Witz. Denn so etwas wie Humor ist bei mir noch nie
diagnostiziert worden. Das wüsste ich.
16 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://inside.fifa.com/de/associations/news/mitgliedsverbaende-miami-zukunft-globaler-fussball
(DIR) [2] https://www.fifa.com/de/tournaments/mens/arab-cup/qatar-2025
(DIR) [3] https://inside.fifa.com/de/organisation/media-releases/asean-cup-angekuendigt-erneuerte-grundsatzvereinbarung-kuala-lumpur-unterzeichnet
## AUTOREN
(DIR) Gianni Infantino
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