# taz.de -- Aus dem Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Sieben Sterne und der Frieden auf der Welt
       
       > Auf den WM-Trikots herrscht jetzt genauso Frieden wie in Iran. Warum es
       > für Freund Donald dennoch schwer wird, den Friedenspreis zu verteidigen.
       
 (IMG) Bild: Ein Trikot ohne irgendeinen Makel: Infantino weiß, was man zu tragen hat
       
       ## 15. Juni 2026
       
       Frieden ist so wichtig. Das haben wir in der Fifa allzu lange zu sehr
       diesem norwegischen Komitee überlassen. Krieg geht gar nicht und [1][auf
       einem Trikot] der Fifa-WM wollen wir so etwas Schreckliches erst recht
       nicht sehen. Deshalb habe ich den haitianischen Verband umgehend an unsere
       Vorbildrolle erinnert. Man hat mich dort sofort verstanden. Diese
       Diskussion um die historische Bedeutung des Trikots gibt es nur in den
       Medien. Es ging ja einmal drunter und drüber im haitianischen
       Fußballverband, aber seitdem die Fifa dort ein Normalisierungskomitee
       eingerichtet hat, kann man mit denen ganz normal reden.
       
       Donald hat mich gerade angerufen. Er wollte wissen, ob man den
       Fifa-Friedenspreis verteidigen kann. Ich habe ihm natürlich gleich zum
       Frieden mit Iran gratuliert. Schon wieder hat er einen Krieg beendet.
       Unglaublich! Aber den Preis nächstes Jahr habe ich eigentlich Mohammed bin
       Salman in Aussicht gestellt.
       
       Frieden ist so wichtig. Wichtig ist aber auch, dass eine Organisation, die
       so viel für den Frieden macht wie die Fifa, respektiert wird. Deshalb kann
       es neben den Fifa-Sternen nicht noch diese afrikanischen Sterne geben. Das
       ägyptische Trikot mit den sieben Sternen für Afrika-Meisterschaften lenkt
       zu sehr von den wesentlichen Dingen ab. Aber auch das haben die
       Verantwortlichen schnell eingesehen. Sie wissen, dass sie es nicht mit
       einem Anfänger zu tun haben. Ich habe schon so früh so viele
       Grümpelturniere im Wallis organisiert, ich weiß, worauf es ankommt.
       
       ## Beste Idee der letzten 50 Jahre
       
       Wenn man was nimmt, muss man auch etwas geben. Deshalb habe ich
       vorgeschlagen, dass es doch besser wäre, auch die Farbe der Zahlen auf dem
       Trikot zu verändern. Weiße Nummern sind besser zu erkennen als goldene. Es
       geht doch um afrikanische und ägyptische Sichtbarkeit. Das sei die beste
       Idee der letzten 50 Jahre, hat man mich gelobt. Vielleicht sollte die Fifa
       auch mal in Ägypten ein großes Turnier ausrichten.
       
       Afrikanische Sichtbarkeit ist [2][nach dem Ausschluss unseres
       hochgeschätzten somalischen Schiedsrichters Omar Artan] wichtiger denn je.
       Das Geschäft können wir nicht der Uefa überlassen, die jetzt Artan für
       dieses Supercup-Spiel nominiert hat, bei dem eh keiner zuschaut. Billiger
       Versuch, vom kostspieligen Engagement der Fifa zu profitieren. Seine
       komplette WM-Prämie zahlen wir ihm, obwohl er kein einziges Spiel pfeift.
       
       Donald hat mir nun bestätigt, dass Artan vor der WM Kontakt zu sehr, sehr
       schlechten Menschen hatte. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Umso
       wichtiger wäre es doch, dass er mit den guten Menschen in der Fifa in
       Kontakt bleibt. Wenn das stimmt, was Donald sagt, wäre das für den
       Weltfrieden von großer Bedeutung. Aber der hat jetzt mit Iran genug zu tun.
       Das Spiel heute Abend in Los Angeles zwischen Iran und Neuseeland wäre
       eigentlich ein schöner Rahmen gewesen, [3][um dieses Friedensabkommen] zu
       unterzeichnen.
       
       15 Jun 2026
       
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