# taz.de -- Minister erstellt Texte mit KI: Wildbergers Wundermittel
       
       > Ups: Schon hat der nächste Politiker nicht nur Reden, sondern auch
       > Zeitungsartikel mit KI erstellt. Dieses Mal ausgerechnet
       > Bundesdigitalminister Wildberger.
       
 (IMG) Bild: Bildunterschrift ohne KI, aber dafür mit: Karsten Wildberger
       
       Berlin dpa | [1][Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU)] gerät
       wegen Texten, die mithilfe von [2][Künstlicher Intelligenz (KI)] erstellt
       wurden, in den öffentlichen Fokus. Ein Ministeriumssprecher bestätigte der
       Deutschen Presse-Agentur, dass Wildberger KI als Arbeitswerkzeug nutze.
       „Minister Wildberger nutzt es als Unterstützung, weil er überzeugt ist,
       dass Deutschland den produktiven und zugleich maßvollen Umgang mit KI
       schnell lernen muss. Das gilt für die Wirtschaft, die Verwaltung und auch
       für die Politik.“
       
       ## Redaktionen nicht über KI-Einsatz informiert
       
       Die Zeit hatte berichtet, Wildberger habe „offenbar“ mehrere Reden und
       Gastbeiträge für Zeitungen zu großen Teilen von Künstlicher Intelligenz
       schreiben lassen. Die Texte seien mit einer Analysesoftware entsprechend
       untersucht worden. Dem Ergebnis zufolge stammte laut Zeit ein unter
       Wildbergers Namen im Handelsblatt veröffentlichter Artikel aus dem April
       2026 fast vollständig von einer KI, ein Beitrag in der Frankfurter
       Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom März zum überwiegenden Teil.
       
       Eine Rede vor dem Atlantic Council in Washington, D. C. im Juli 2024
       stammte laut Zeit komplett von einer KI, mehrere Reden im Bundestag zu
       größeren Teilen. Gegenüber den Redaktionen von Handelsblatt und FAS habe
       das Ministerium den KI-Einsatz nicht offengelegt. Dies bestätigte der
       Sprecher: „Eine gesonderte Offenlegung gegenüber den Redaktionen erfolgte
       nicht – weil Minister Wildberger KI als unterstützendes Arbeitsmittel
       betrachtet, über dessen Nutzung man nicht anders Rechenschaft ablegt als
       über Textverarbeitung, Recherche-Tools oder redaktionelle Unterstützung.“
       
       ## „Mensch muss prüfen, ändern und entscheiden“
       
       Der Ministeriumssprecher erklärte weiter, jede Rede beginne mit einer
       Vorbesprechung des Redenreferats mit dem Minister zu Struktur, Wirkung und
       Kernaussagen. Danach erarbeite das Redenreferat Inhalt, Argumentation und
       Struktur. „KI kann als Sparringspartner eingesetzt werden: um Gedanken zu
       ordnen, alternative Formulierungen zu prüfen, Kürzungen vorzuschlagen oder
       die Struktur zu schärfen“, erklärte er. Die Überprüfung und Validierung
       müsse aber immer gesondert durch Menschen erfolgen, um Fehler und
       sogenannte Halluzinationen auszuschließen. „Bevor etwas in eine Rede
       übernommen wird, muss ein Mensch prüfen, ändern und entscheiden“, so der
       Sprecher.
       
       [3][Zuvor war bereits der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt (CDU)
       in die Kritik geraten], weil mehrere seiner Reden und Gastbeiträge für
       Medien oder Teile davon mithilfe von KI erstellt worden sein sollen, so
       etwa eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede und eine
       Neujahrsansprache.
       
       14 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Bundesminister-fuer-Staatsmodernisierung/!6102676
 (DIR) [2] /Schwerpunkt-Kuenstliche-Intelligenz/!t5924174
 (DIR) [3] /KI-Reden-von-Mario-Voigt/!6186148
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) CDU
 (DIR) Digitale Souveränität
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Bundesregierung
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) Digitalisierung
 (DIR) Big Tech
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kabinettsklausur nach der Sommerpause: Deutschland künstlich intelligent
       
       Der erste Tag der Kabinettsklausur widmet sich der Wirtschaft: Viel
       Hoffnung richtet sich da auf künstliche Intelligenz. Zu Recht?
       
 (DIR) Künstliche Intelligenz im Journalismus: KI-Checker sind auch nicht die Lösung
       
       Der Fall Casdorff empört. Hinter der Verlockung, im Journalismus KI zu
       verwenden, stecken strukturelle Probleme, die strukturelle Lösungen
       erfordern.
       
 (DIR) Künstliche Intelligenz: Kaufen, scannen, füttern
       
       Eine Online-Plattform bestellt seit einiger Zeit größere Mengen alter
       Bücher. Händler:innen spekulieren über Betrug, doch vieles spricht für
       KI-Training.
       
 (DIR) Bildungsministerkonferenz: Minister für kritischeren Umgang mit Social Media
       
       Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen. Dafür
       haben die Bildungsminister der Länder nun Leitlinien entwickelt.
       
 (DIR) KI-Reden von Mario Voigt: Erbärmliche Denkfaulheit
       
       Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt lässt sich seine Reden wohl
       mit KI schreiben. Das ist peinlich und ein gefundenes Fressen für die
       extreme Rechte.