# taz.de -- Bildungsministerkonferenz: Minister für kritischeren Umgang mit Social Media
> Schüler sollen Social Media nicht nur konsumieren, sondern verstehen.
> Dafür haben die Bildungsminister der Länder nun Leitlinien entwickelt.
(IMG) Bild: Bildungsministerin Prien diskutiert über Altersgrenzen für soziale Medien
dpa | Während der laufenden [1][Debatte um eine Altersbegrenzung] der
sozialen Medien hat sich die Bildungsministerkonferenz auf eine Stärkung
der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern verständigt.
„Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten,
kritischen und sicheren [2][Umgang mit Social Media] zu befähigen, ihre
Medienkompetenz zu stärken und sie besser vor negativen Auswirkungen zu
schützen“, erläuterte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna
Stolz (Freie Wähler), in München. Es gehe um einen Dreiklang aus
sensibilisieren, stärken und schützen.
„Wir wollen junge Menschen stark machen für die digitale Welt voller
Chancen, aber auch voller Herausforderungen“, betonte Stolz, die auch
bayerische Kultusministerin ist. Die zuständigen Ministerinnen und Minister
der Länder hätten sich daher in einer Erklärung zum Umgang mit Social Media
in den Schulen erstmals auf gemeinsame Ziele, Leitlinien und Maßnahmen
verständigt.
Im Mittelpunkt stehe dabei die Entwicklung von digitaler Resilienz, der
Schutz vor negativen Auswirkungen exzessiver Social-Media-Nutzung sowie die
enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus.
## Empfehlungen zu Altersgrenzen erwartet
Über die Notwendigkeit dieser drei Komponenten bestehe Einigkeit, betonte
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) – „unabhängig davon, ob wir
jetzt im Einzelnen für oder gegen ein pauschales Social-Media-Verbot – das
ist ja eine sehr vereinfachte Debatte, die hier geführt wird – sind“.
Wie in anderen Ländern wird auch in Deutschland derzeit über Altersgrenzen
für soziale Medien diskutiert; aktuell erarbeitet eine Expertenkommission
Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Prien kündigte an, dass die Ergebnisse
am 24. Juni vorgestellt würden und knapp 50 Empfehlungen enthielten, die
sich neben den Schulen auch an Eltern, Kitas und etwa Ärzte richteten.
## Schulen müssen Kinder auf digitale Welt vorbereiten
Dessen ungeachtet müssten die Länder die Stärkung von Medienkompetenz in
den Schulen noch mehr in den Mittelpunkt rücken, sagte die
Bildungsministerin des Saarlandes, Christine Streichert-Clivot (SPD).
„Social Media kann verbinden, informieren und inspirieren, aber auch
verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren. Deshalb müssen junge
Menschen lernen, kritisch hinzuschauen, Informationen einzuordnen und
selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen.“
Ihre Kollegin Dorothee Feller (CDU) aus Nordrhein-Westfalen ergänzte,
Angebote wie „Kompetent im Netz“ würden daher weiter ausgebaut. Es werde
aber ohne die Einbindung der Eltern nicht funktionieren, die Kinder auf
eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, künstliche Intelligenz und
sonstige digitale Entwicklungen den Alltag prägen.
12 Jun 2026
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