# taz.de -- WM in Mexiko, Kanada und den USA: Fußball-WM im Trump-Land – kann das gut werden?
> Die WM hat begonnen, doch wie damit umgehen? Wie politisch muss
> Sportberichterstattung sein? Und wird die Stimmung durch den Fußball ein
> wenig besser?
Am Donnerstag hat die [1][Fußball-Weltmeisterschaft der Männer begonnen],
die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Insbesondere das
Gastgeberland USA sorgt für politische Verstimmung. Zum ersten Mal findet
die WM in einem Land statt, das zur gleichen Zeit gegen ein anderes
Teilnehmerland Krieg führt. Zum ersten Mal auch sind ganze nationale
Fangruppen von der Einreise zu WM-Spielen ausgeschlossen, etwa Fans aus
Iran oder Haiti. Und zum ersten Mal ist schon vor dem ersten Anpfiff ein
von der Fifa bestellter Schiedsrichter, [2][Omar Artan aus Somalia, trotz
gültigen Visums am Einreiseflughafen abgewiesen worden].
Nach Russland 2018 und Katar 2022 ist es das dritte Mal in Folge, dass die
politische Lage im Gastgeberland der Weltmeisterschaft die [3][Diskussionen
vor Beginn der Spiele stärker bestimmt als alles Sportliche]. Und auch den
USA unter Donald Trump darf der Versuch unterstellt werden, die WM zum
sogenannten „Sportswashing“ zu benutzen, also das Ereignis zu
instrumentalisieren, um das Image des eigenen Landes aufzupolieren.
Bislang scheint das nicht wirklich zu gelingen. Angst vor Repression der
Ausländerbehörde ICE und die vollkommen überhöhten Ticketpreise haben dafür
gesorgt, dass die Hotel- und Gastrobranche in den USA von enttäuschten
Erwartungen berichtet. Präsident Trump nimmt nicht einmal am
Eröffnungsspiel der US-Nationalmannschaft gegen Paraguay teil und feiert
stattdessen am Wochenende seinen 80. Geburtstag mit Käfigkämpfen vor dem
Weißen Haus.
Wie umgehen mit dieser WM, die sportliche Superlative bietet, weil zum
ersten Mal 48 statt 32 Mannschaften teilnehmen? Und ist diese Größe
eigentlich gut, weil auch die Kleinen zum Zug kommen, oder reine Geld- und
Machtgier des Fifa-Chefs Gianni Infantino, der damit seine
Herrscherposition festigt? Wie politisch muss Sportberichterstattung in
diesen Zeiten sein? [4][Was verspricht sich eigentlich Mexiko von der WM?]
Und kann der Fußball dafür sorgen, dass sich in Deutschland für ein paar
Wochen die allgemeine Laune ein wenig bessert?
Darüber diskutiert Moderator [5][Bernd Pickert] mit taz-Sportredakteur
[6][Andreas Rüttenauer], taz-Chefreporter [7][Peter Unfried] und dem
langjährigen Mexiko-Korrespondenten [8][Wolf-Dieter Vogel].
12 Jun 2026
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