# taz.de -- Kampfflugzeugprojekt FCAS: Merz und Macron beenden Zusammenarbeit
> Das seit Jahren diskutierte deutsch-französisch-spanische
> Kampfflugzeugprojekt FCAS wird gestoppt. Darauf haben sich Merz und
> Macron geeinigt.
(IMG) Bild: FCAS ist ausgeträumt, das Projekt ist nun auch offiziell gescheitert
rtr | Das [1][seit Jahren diskutierte deutsch-französisch-spanische
Kampfflugzeugprojekt FCAS] wird gestoppt. Darauf haben sich Kanzler
Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Angaben aus
Regierungskreisen in Berlin geeinigt. Man wolle aber das übergeordnete
„System der Systeme“, das Flugzeuge und Drohnen in einer sogenannten
„Combat Cloud“ zusammenbinden soll, weiter gemeinsam entwickeln, hieß es am
Montag in Regierungskreisen in Berlin. Beim deutsch-französischen
Ministerrat Mitte Juli sollen beide Verteidigungsministerien zudem einen
Arbeitsplan mit einigen gemeinsamen Rüstungsprojekten vorlegen.
Das sogenannte [2][Future Combat Air System (FCAS)] sollte ein
hochkomplexes europäisches Luftkampfsystem sein, das ab den 2040er-Jahren
die bisherigen Kampfjets wie den deutschen Eurofighter und die französische
Rafale ersetzen sollte. Es sollte zudem eine Antwort auf
US-Rüstungsentwicklungen sein. Allerdings konnten sich der französische
Konzern Dassault und der deutsch-französische Luftfahrtkonzern Airbus nicht
auf die Arbeitsanteile und die Patentrechte für Neuentwicklungen einigen.
Deshalb hatte man in der Bundesregierung die Entwicklung eines gemeinsamen
Kampfflugzeuges innerhalb des Projekts schon seit längerer Zeit beerdigen
wollen, Macron hielt aber daran fest. Denn FCAS sollte das größte
europäische gemeinsame Militärprojekt werden und hatte deshalb auch eine
hohe symbolische politische Bedeutung.
Merz und Macron hatten nach Angaben aus Regierungskreisen vergangenen
Freitag am Rande des EU-Westbalkan-Gipfels in Tivat in Montenegro über
diese Entscheidung gesprochen. Beide hatten zuvor vergeblich versucht, die
Unternehmen nochmals zu einer Einigung zu bewegen. Nun werden
höchstwahrscheinlich zwei verschiedene Flugzeuge unter einem gemeinsamen
Dach gebaut. Dassault will seine Rafale weiterentwickeln. Airbus könnte
etwa mit dem schwedischen Rüstungskonzern Saab zusammenarbeiten, der den
Gripen-Kampfjet baut, oder sich an ein britisch-japanisch-italienisches
Projekt für ein Kampfflugzeug anhängen.
## Weitere Rüstungskooperationen bleiben bestehen
Kanzler Merz hatte mehrfach darauf verwiesen, dass die französische
Regierung auch andere Anforderungen an einen künftigen Kampfjet habe als
Deutschland. Für Paris müsse das neue Flugzeug atomwaffentauglich sein und
auf einem Flugzeugträger landen können.
In Regierungskreisen in Berlin wurde betont, dass dies nicht das Ende
gemeinsamer Rüstungskooperationen mit Paris bedeute. So sollen die
Verteidigungsminister beider Staaten beim Ministerrat in Deutschland eine
Liste mit konkreten Projekten vorlegen.
8 Jun 2026
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