# taz.de -- Vermittlungsversuch gescheitert: Kampfjetprojekt FCAS offenbar vor dem Aus
       
       > Das deutsch-französische Rüstungsprojekt steht auf der Kippe: Von Berlin
       > und Paris eingesetzte Vermittler konnten Berichten zufolge keine Einigung
       > erzielen.
       
 (IMG) Bild: So soll es aussehen: FCAS-Modell, Paris, Frankreich 2020
       
       afp | Das geplante deutsch-französische Luftkampfsystem FCAS steht offenbar
       vor dem Aus: Die von den Regierungen in Berlin und Paris eingesetzten
       Mediatoren erzielten nach Informationen des Handelsblatts bei einem
       „letzten Vermittlungsversuch“ keine Einigung. Aus Regierungskreisen in
       Berlin hieß es dazu am Samstag lediglich, die Mediatoren hätten ihre
       Berichte vorlegt. In den nächsten Tagen werde die Bundesregierung mit
       Frankreich darüber beraten.
       
       Die Abkürzung FCAS steht für Future Combat Air System. Zu diesem
       Luftkampfsystem der Zukunft sollten bisherigen Planungen zufolge neben
       einem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und [1][neue Kommunikationssysteme
       gehören]. Es sollte ab den 2040er Jahren einsatzfähig sein. Ein
       Führungsstreit zwischen den beteiligten Konzernen Dassault und Airbus
       [2][verzögert das Projekt seit Monaten].
       
       Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das 100-Milliarden-Euro-Projekt,
       an dem auch Spanien beteiligt ist, im Februar erstmals offen in Frage
       gestellt. Dabei verwies er auf die unterschiedlichen Anforderungen an einen
       Kampfjet der neuen Generation. Zuletzt mehrten sich in Deutschland und
       Frankreich die Stimmen, die die Entwicklung zweier verschiedener Kampfjets
       fordern und die Zusammenarbeit auf Drohnen und weitere Komponenten
       beschränken wollen.
       
       ## Was wird aus Panzerprojekt MGCS?
       
       Im Streit [3][um die Führungsrolle bei dem Projekt] beauftragten beide
       Seiten Ende März laut Medienberichten den früheren Chef des Panzerbauers
       KMW, Frank Haun, und den ehemaligen französischen Rüstungsmanager Laurent
       Collet-Billon, noch einen Lösungsversuch zu unternehmen.
       
       Die französische Seite soll dabei erneut mit einem Wahlsieg des
       Rassemblement National bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr
       gedroht haben, berichtete das Handelsblatt. Die französischen
       Rechtspopulisten haben angekündigt, kooperative Rüstungsprogramme zu
       beenden, falls sie an die Macht kommen sollten. Auch soll Frankreich erneut
       mit einem Aus des gemeinsamen Panzerprojekts MGCS gedroht haben, falls FCAS
       nicht fortgeführt wird.
       
       Noch am Wochenende wolle sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) über das
       Ergebnis der Vermittlung unterrichten lassen und bis Dienstag entscheiden,
       berichtete das Handelsblatt. Am Donnerstag und Freitag kommender Woche wird
       er den französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim informellen Gipfel
       der Staats- und Regierungschefs in Zypern treffen.
       
       ## Der Trend geht zum Zweit-Fighter
       
       Der für die Luftwaffe zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion,
       Volker Mayer-Lay (CDU), sagte der Nachrichtenagentur AFP, mit der „jetzt
       zum Ende kommenden Mediation wurden alle Optionen ausgeschöpft“. Sollte die
       Vermittlung tatsächlich kein tragfähiges Ergebnis bringen, sei „FCAS in
       seiner bisherigen Ausgestaltung gescheitert“. Dann brauche es „konsequent
       und ohne Verzögerung den Übergang zur Zwei-Fighter-Lösung“. Das bedeutet,
       dass Deutschland und Frankreich getrennt jeweils ein eigenes Kampfflugzeug
       entwickeln.
       
       „Die Phase des Zögerns darf sich nicht länger hinziehen“, sagte der
       CDU-Verteidigungsexperte. Er forderte Kanzler Merz auf, „standhaft“ zu
       bleiben und sich „weder politischem noch persönlichem Druck aus Paris –
       auch nicht durch Emmanuel Macron – (zu) beugen“.
       
       19 Apr 2026
       
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