# taz.de -- Verfassungsschutzbericht in Brandenburg: Zahl der Rechtsextremisten auf dem Höchststand
       
       > Turboradikalisierung Jugendlicher und Desinformationskampagnen: In
       > Brandenburg gibt es so viele Extremisten wie nie, schreibt der
       > Verfassungsschutz.
       
 (IMG) Bild: Jan Redmann und Verfassungsschutzpräsident Wilfried Peters bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts in Brandenburg
       
       epd | In Brandenburg ist laut Verfassungsschutz ein neuer Höchststand
       extremistisch eingestellter Menschen erreicht. Der Verfassungsschutz zählt
       in seinem am Freitag in Potsdam vorgestellten Bericht für das Jahr 2025 ein
       Gesamtpersonenpotenzial von 7.540 Menschen zu den Extremisten, 27 Prozent
       mehr als vor einem Jahr (plus 2.035). Die „mit Abstand größte
       Herausforderung“ sei dabei der Rechtsextremismus mit 5.890 Anhängern (plus
       2.240). Davon sei ein Viertel (1.460) als gewaltorientiert einzuschätzen
       (plus 30).
       
       Innenminister Jan Redmann (CDU) erklärte, besonders besorgniserregend sei
       der gezielte Versuch extremistischer Akteure, die junge Generation zu
       manipulieren: „Geködert und turboradikalisiert wird die Jugend über soziale
       Medien von gewaltorientierten Neonationalsozialisten, Islamisten und
       Linksextremisten.“
       
       Redmann schlägt deshalb vor, den Zugang zu sozialen Medien für Jugendliche
       zu beschränken. Zudem müsse das Straf- und Polizeirecht angepasst werden
       und der Verfassungsschutz erweiterte Befugnisse bekommen.
       
       ## Russische Desinformationskampagnen
       
       Laut Bericht halten prorussische Spionageaktivitäten und
       Desinformationskampagnen unvermindert an. Redmann betonte: „Die Werkzeuge
       reichen von KI-gesteuerter Desinformation bis zu handfester Sabotage.“ Ihr
       Ziel sei es, die demokratische Gesellschaft zu destabilisieren. Deshalb
       werde diesem Bereich im Verfassungsschutz besondere Aufmerksamkeit
       eingeräumt.
       
       Weiter warnt der Bericht vor einer gezielten Unterwanderung der
       Gesellschaft durch die Muslimbruderschaft, auch in Brandenburg. Im Bereich
       Islamismus werden 60 (plus 10) Personen dem „demokratie-unterwandernden
       Spektrum“ zugerechnet. Insgesamt wird das Personenpotenzial auf 260
       geschätzt (plus 35).
       
       Im Bereich Linksextremismus sind es demnach 660 Menschen (plus 110). So
       zähle der gewaltrechtfertigende und -unterstützende Verein „Rote Hilfe“
       inzwischen 450 Mitglieder (plus 50 Mitglieder). Die Zahl gewaltorientierter
       Autonomer habe sich auf 220 (plus 20) erhöht. Linksextremistische Parteien,
       wie die Deutsche Kommunistische Partei, konnten demnach aufgrund von
       Nachwuchsorganisationen wie der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend
       leicht zulegen. Einen Rückgang sieht der Verfassungsschutz dagegen bei
       Reichsbürgern und sogenannten Selbstverwaltern (650; minus 350).
       
       Mit Blick auf die im April 2025 erfolgte Hochstufung der AfD in Brandenburg
       zur „gesichert extremistischen Bestrebung“ erklärte Verfassungsschutzleiter
       Wilfried Peters: „Beim extremistischen Personenpotenzial wird nun die
       Gesamtzahl der brandenburgischen AfD-Mitglieder berücksichtigt.“ Das seien
       3.600 (plus 2.200). Dies bedeute jedoch nicht, dass jedes einzelne Mitglied
       automatisch als rechtsextremistisch bewertet werde.
       
       Allerdings sei bei der AfD Brandenburg keine grundsätzliche Abkehr „von
       ihrer ethno-homogenen Ideologie“ erkennbar. Zudem rechnet der
       Verfassungsschutz 120 Personen zur rechtsextremen Partei „Die Heimat“
       (vormals NPD) und 90 (plus 10) zu „Der Dritte Weg“.
       
       5 Jun 2026
       
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