# taz.de -- Arbeit an linken Mehrheiten: Mal wieder wieder in die Offensive kommen
       
       > Das Institut Solidarische Moderne stellt sich neu auf. An der Spitze der
       > linken Denkfabrik steht künftig ein rot-rot-grünes Trio aus dem
       > Bundestag.
       
 (IMG) Bild: Caren Lay (Linke) ist Teil des neuen Führungstrios an der Spitze des ISM
       
       Das Institut Solidarische Moderne (ISM) hat eine neue Führung. Nach
       taz-Informationen hat die linke Denkfabrik auf ihrer Mitgliederversammlung
       am Mittwoch drei Bundestagsabgeordnete an ihre Spitze gewählt.
       Vorstandssprecher*innen sind künftig Caren Lay (Linke), Jan Dieren
       (SPD) und Karoline Otte (Grüne).
       
       Laut Otte darf die Zusammensetzung aus drei Vertreter*innen des
       rot-rot-grünen Lagers als politisches Signal verstanden werden. „Das ISM
       ist wieder am Start!“, sagte sie. Es gehe darum, „Raum zu schaffen für ein
       gemeinsames linkes politisches Projekt, das es schafft, wieder Hoffnung auf
       ein gutes Morgen für alle zu geben“. Als Beisitzer*innen sitzen im
       neuen Vorstand weitere Mitglieder der drei Parteien, aber wie bisher auch
       Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Akteure wie DGB, BUND oder
       Attac.
       
       [1][Das ISM war 2010 gegründet worden,] ebenfalls von Linken, Grünen und
       Sozialdemokrat*innen um die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti. Laut
       Selbstbeschreibung wollte man dazu beitragen, die „tiefen programmatischen
       und strategischen Defizite der Linken in Deutschland und Europa“ zu
       überwinden und „wieder in die Offensive zu kommen“.
       
       Mit Blick auf die politischen Verhältnisse 16 Jahre später ist das
       offenkundig nicht ganz gelungen. Lange Zeit prägte das ISM zwar zumindest
       progressive Debatten mit. Während des Rechtsrucks der vergangenen Jahre
       nahm die Relevanz des Instituts im gerupften linken Lager aber ebenso ab
       wie seine Verankerung in den entsprechenden Bundestagsfraktionen. An der
       Spitze des Vorstands standen zuletzt keine aktiven Abgeordneten, sondern
       die ehemalige Linken-Abgeordnete Sabine Leidig, die ehemalige Juso-Chefin
       Franziska Drohsel und der Campaigner Valentin Ihßen.
       
       ## Klarer Vorsatz
       
       Drei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl wollen ihre Nachfolger*innen
       jetzt den Vorsatz wieder aufgreifen, in die Offensive zu kommen. Die
       Linken-Abgeordnete Lay kündigte an, man wolle aufarbeiten, wie die Rechten
       in den letzten Jahren die Hegemonie gewinnen konnten, und eigene Antworten
       dagegenstellen. „Mit welchen Narrativen, mit welchen Inhalten können
       progressive Kräfte wieder aus der Defensive kommen? Dieser Aufgabe wollen
       wir uns widmen“, sagte sie.
       
       Einig sei man sich, dass ökonomische Fragen eine zentrale Rolle spielten.
       Der SPD-Abgeordnete Dieren verwies auf Umfragemehrheiten für mehr
       Verteilungsgerechtigkeit. „Unser Ziel ist es, diese gesellschaftlichen
       Mehrheiten in politische Mehrheiten zu übersetzen“, sagte er.
       
       Der Neustart im Institut Solidarische Moderne ist nicht der einzige Versuch
       einer neuen rot-rot-grünen Vernetzung. Auch im Bundestag selbst gab es in
       den vergangenen Monaten [2][wieder vermehrt Gespräche] zwischen
       Abgeordneten der drei Fraktionen. Öffentlich reden die Beteiligten darüber
       aber kaum. Diese Zurückhaltung unterscheidet sie von Teilnehmer*innen
       schwarz-grüner Gesprächskreise [3][wie der „Pizza-Connection“:] Über eine
       Wiederannäherung von Union und Grünen war in den vergangenen Wochen öfters
       die Rede.
       
       4 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Tobias Schulze
       
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