# taz.de -- +++ Nachrichten im Libanonkrieg +++: Iran pocht auf Waffenruhe im Libanon
> Israels Militär ruft Bewohner von Beiruts Vororten zur Flucht auf.
> Grünen-Chefin Brantner und Linke kritisieren Israels Vorgehen im Libanon
> scharf.
(IMG) Bild: Nach Netanjahus Ankündigung flüchten viele Menschen aus dem Süden Beiruts (31. Mai 2026)
## Teheran setzt Verhandlungen mit den USA aus
Teheran hat nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim die
Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Krieges in der Golfregion
ausgesetzt. Die Entscheidung sei wegen der „anhaltenden Verbrechen“ Israels
im Libanon getroffen worden, meldete Tasnim am Montag. „Das iranische
Verhandlungsteam setzt daher den Dialog und den Austausch von Mitteilungen
über Vermittler aus“, berichtete die iranische Nachrichtenagentur weiter.
Die Lage im Libanon sei „eine der Voraussetzungen für die Waffenruhe“
gewesen, berichtete Tasnim. Diese Waffenruhe sei jedoch „inzwischen an
allen Fronten, einschließlich des Libanon, verletzt worden“, hieß es
weiter. (dpa)
## Israels Militär ruft Bewohner von Beiruts Vororten zur Flucht auf
Das israelische Militär hat die Bewohner der südlichen Vororte der
libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Ein Armeesprecher
erklärte auf der Plattform X in arabischer Sprache, die Menschen sollten
ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.
Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte und Ortschaften
fortsetzen, werde die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele in den
südlichen Vororten Beiruts reagieren. Es ist der erste Aufruf dieser Art
für das Gebiet seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Mitte April. (dpa)
## Brantner kritisiert Israels Militärschläge scharf
Grünen-Chefin Franziska Brantner kritisiert das militärische Vorgehen
Israels im Libanon scharf. „Dort wird ein Land, ein ganzer Streifen
unbewohnbar gemacht“, sagte sie in Berlin. Begriffe wie Pufferzone,
Sicherheitszone und Evakuierung seien beschönigend.
Brantner sieht Vorgehen als unverhältnismäßig
Schon heute sei ein Fünftel des Libanons besetzt, mehr als eine Million
Menschen vertrieben, unterstrich Brantner. Zugleich habe sich die
libanesische Regierung klar zum Frieden und der Entwaffnung der Hisbollah
bekannt. Europa solle sich stärker für Frieden einsetzen, hier müsse sich
auch die Bundesregierung einbringen. (dpa)
## Beirut hält an Gesprächen mit Israel fest
Libanons Präsident Joseph Aoun will trotz der sich weiter zuspitzenden Lage
zwischen Israel und der Hisbollah an Gesprächen mit der israelischen
Regierung festhalten. „Verhandlungen sind sicherer als Krieg“, sagte er vor
einem Ausschuss der libanesischen Privatwirtschaft. Er betonte, Gespräche
würden keine unmittelbaren Ergebnisse liefern, sondern benötigten Zeit.
Vorwürfe, Verhandlungen kämen einer Kapitulation gleich, wies Aoun zurück.
Israel warf er vor, die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens nicht
ausreichend unterstützt zu haben. Nach den Vereinbarungen hätte Israel fünf
weiterhin besetzte Positionen im Südlibanon räumen müssen. Stattdessen habe
das Land seine Militäroperationen und den Beschuss von Ortschaften unter
Berufung auf Selbstverteidigung fortgesetzt, sagte Aoun. (dpa)
## Linke: Berlin soll Israels Vorgehen im Libanon verurteilen
Linken-Fraktionschef Sören Pellmann drängt die Bundesregierung, das
militärische Vorgehen Israels im Libanon klar zu verurteilen.
„Außenminister Johann Wadephul gibt mit Blick auf die Bewerbung auf einen
Sitz im UN-Sicherheitsrat vor, das Völkerrecht hochzuhalten“, sagte
Pellmann in Berlin. Doch habe die Bundesregierung alles andere als eine
vorbildliche Rolle gespielt.
„Auch jetzt, mit Blick auf die völkerrechtswidrig durchgeführte Invasion
Israels im Libanon und die Besetzung der Burg Beaufort, beschränkt sich
Wadephul darauf, Sorgen zu haben“, sagte Pellmann. „Auch darum erodiert das
Völkerrecht weiter.“ Für einen Frieden in der Region müsse die
Bundesregierung ernsthafte diplomatische Initiativen beginnen, forderte der
Linken-Politiker. „Ein erster Anfang wäre es, gegenüber allen
Kriegsparteien klare Worte zu finden.“ (dpa)
## Libanon-Reise von Ministerin Radovan abgebrochen
Eine Reise von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) in den
Libanon ist aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgebrochen worden.
„Aufgrund laufender Bewertung der Entwicklungen der sich akut zuspitzenden
Lage in Beirut wurde diese Entscheidung aus militärischen Gründen
getroffen“, lautete die offizielle Absage aus dem Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Reise in die
libanesische Hauptstadt Beirut sei während des Anflugs gestoppt worden,
hieß es.
Entwicklungsministerin Radovan wollte sich auf ihrem zweitägigen Besuch im
Libanon ein Bild von den Auswirkungen des Krieges zwischen der Hisbollah
und Israel machen. Es war geplant, dass sie mit dem norwegischen Minister
Åsmund Grøver Aukrust reist. (dpa)
## EU ruft Israel zu Stopp der „militärischen Eskalation“ auf
Die EU hat Israel dazu aufgerufen, die „militärische Eskalation“ im Libanon
zu beenden. Israel müsse „die Souveränität sowie die territoriale
Integrität des Libanon“ achten, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am
Montag in Brüssel. Die EU befürworte darüber hinaus die Fortsetzung der
diplomatischen Bemühungen, „einen Verhandlungsweg hin zu langfristiger
Stabilität und Sicherheit sowohl für den Libanon als auch für Israel zu
ebnen“, fuhr er fort.
Die EU stehe „in Solidarität mit der Bevölkerung des Libanon“ und werde
weiterhin Unterstützung und Nothilfe leisten, sagte der Kommissionssprecher
weiter. (afp)
## Bewohner fliehen aus den südlichen Vororten Beiruts
Nach der Ankündigung erneuter israelischer Angriffe haben in den südlichen
Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut zahlreiche Menschen die Flucht
ergriffen. Einwohner verließen am Montag scharenweise die als Dahije
bekannten Ortschaften, die als Hochburg der vom Iran unterstützten
Hisbollah-Miliz gelten. Auf vielen Straßen stauten sich die Fahrzeuge.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, sein Land sehe sich einer
heftigen israelischen Aggression ausgesetzt. Seine Regierung arbeite daran,
„das Leiden der Libanesen im Allgemeinen und der Südlibanesen im Besonderen
zu beenden“. Die schiitische Hisbollah, die im Libanon eine Art Staat im
Staate bildet, lehnt im Gegensatz zur Regierung Gespräche mit Israel ab.
(AP)
## Israel ordnet Angriff auf Vororte von Beirut an
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister
Israel Katz haben Angriffe auf den südlich der libanesischen Hauptstadt
Beirut gelegenen Vorort Dahijeh angeordnet. In einer gemeinsamen Erklärung
begründeten sie den Schritt am Montag mit „den wiederholten Verstößen der
Terrororganisation Hisbollah gegen die Waffenruhe im Libanon“ und „den
Angriffen auf unsere Städte und Bürger“. Der Beiruter Vorort Dahijeh gilt
als Hochburg der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah. (afp)
## Israelische Armee: Weiterer Soldat bei Kämpfen im Libanon getötet
Bei Kämpfen im Süden des Libanon ist nach Angaben der israelischen Armee
ein weiterer israelischer Soldat getötet worden. Der 20-jährige
Unteroffizier sei am Montag „im Kampf im Südlibanon gefallen“, erklärte die
Armee. Wie es von der Armee gegenüber der Nachrichtenagentur AFP weiter
hieß, wurde der Soldat bei einem Drohnenangriff der proiranischen
Hisbollah-Miliz getötet. Damit stieg die Zahl der seit Anfang März
getöteten Israelis nach Armeeangaben auf 26, darunter 25 Soldaten und ein
ziviler Auftragnehmer. (afp)
## Libanesischer Präsident wirft Israel „bösartige und verwerfliche
Aggression“ vor
Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat Israel angesichts der
ausgeweiteten Offensive gegen die Hisbollah-Miliz eine „bösartige und
verwerfliche Aggression“ gegen sein Land vorgeworfen. Er werde daran
arbeiten, „das Leiden der Libanesen im Allgemeinen und der Bevölkerung des
Südens im Besonderen“ zu beenden, erklärte Aoun am Montag im Onlinedienst
X. Der UN-Sicherheitsrat sollte am Montag auf Antrag Frankreichs zu einer
Dringlichkeitssitzung zur Lage im Libanon zusammenkommen. Israels
Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte die Einnahme der mittelalterlichen
Burg Beaufort im Süden des Libanon am Sonntag als „entscheidenden
Wendepunkt“ bezeichnet. Seine Anweisung laute nun, die Kontrolle über
Gebiete, „die unter der Kontrolle der Hisbollah standen“, zu vertiefen und
auszuweiten. (afp)
## Zwei Männer im Iran im Zusammenhang mit Protesten zu Jahresbeginn
hingerichtet
Im Iran sind zwei Männer im Zusammenhang mit den regierungskritischen
Protesten rund um den Jahreswechsel hingerichtet worden. Die beiden seien
am Montagmorgen gehängt worden, weil sie für die Zerstörung einer Moschee
durch Brandstiftung verantwortlich gewesen seien, erklärte das Justizportal
Misan. Die Mitteilung enthielt keinerlei Angaben dazu, wann die beiden
Männer festgenommen worden waren oder wann der Prozess gegen sie
stattgefunden hatte.
Ende Dezember hatte im Iran eine zunächst gegen die hohen
Lebenshaltungskosten gerichtete Protestbewegung begonnen, die sich rasch
auf politische Forderungen ausweitete. Am 8. Januar kam es im ganzen Land
zu massiven Sachbeschädigungen, Bränden und Gewalt. Im Verlauf der Proteste
wurden Tausende Menschen getötet. (afp)
## Trump gibt sich optimistisch zu möglichem Abkommen mit Iran
US-Präsident Donald Trump hat sich ungeachtet der jüngsten Angriffe am
Persischen Golf optimistisch zur Möglichkeit eines Abkommens mit dem Iran
geäußert. „Der Iran will wirklich einen Deal machen, und es wird ein guter
Deal für die USA und diejenigen sein, die mit uns sind“, schrieb Trump am
Montag auf seiner Plattform Truth Social, ohne die Angriffe auf Iran und
Kuwait vom Wochenende zu erwähnen. „Lehnen Sie sich zurück und entspannen
Sie sich, es wird am Ende alles gut gehen“, forderte er und warf Kritikern
fehlenden Patriotismus vor. (ap)
## USA: Hisbollah muss zuerst Angriffe auf Israel einstellen
Die USA haben nach den Worten eines Regierungsvertreters im Konflikt
zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon darauf gedrängt, dass die
proiranische Miliz all ihre Angriffe auf Israel einstellt. „Im Gegenzug
würde Israel von jeglicher Eskalation in Beirut absehen“, sagte der
US-Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Sonntag der
Nachrichtenagentur AFP. Demnach sprach US-Außenminister Marco Rubio [1][mit
dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun] und Israels Regierungschef
Benjamin Netanjahu über die laufenden Verhandlungen. Die Hisbollah fordert,
dass Israel zuerst die Angriffe einstellt.
Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine
Waffenruhe, die von der proiranischen Hisbollah-Miliz allerdings nicht
anerkannt wird. Die Hisbollah setzt ihre Angriffe auf Israel fort, Israels
Armee rückte im Vorgehen gegen die von Iran unterstützte Miliz [2][in den
vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon vor]. Am Sonntag
nahm das israelische Militär die strategisch wichtige Burg Beaufort ein.
(afp)
## USA und Iran melden jeweils neue Angriffe – Kuwait: Raketen- und
Drohnenattacken
Die USA und Iran haben [3][trotz einer derzeit geltenden Waffenruhe]
jeweils neue Angriffe gemeldet. Die US-Armee griff nach eigenen Angaben am
Wochenende Radar- und Drohnenkontrollanlagen im Süden Irans an. Die
„Selbstverteidigungsangriffe“ richteten sich gegen die Stadt Goruk und die
Insel Keschm nahe der Straße von Hormus, erklärte das für die Golfregion
zuständige US-Regionalkommando Centcom am Sonntag im Onlinedienst X. Sie
seien als Reaktion auf „aggressive“ Handlungen Irans erfolgt, dazu gehöre
die Zerstörung einer US-Drohne über internationalen Gewässern.
Die iranischen Revolutionsgarden griffen derweil nach eigenen Angaben einen
Stützpunkt an, der von der US-Armee für Angriffe auf Iran genutzt worden
sei. Der Standort wurde in der am Montag von iranischen Staatsmedien
verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden nicht genannt.
Kuwaits Militär hatte kurz zuvor erklärt, dass seine Luftabwehr „feindliche
Raketen- und Drohnenangriffe“ abgefangen habe. Die staatliche
Nachrichtenagentur Kuna meldete, dass Luftschutzsirenen ertönten. Im
Golfemirat Kuwait sind US-Soldaten stationiert. (afp)
## Britische Außenministerin fordert Ende der Eskalation im Libanon
Die britische Außenministerin Yvette Cooper fordert ein Ende der
israelischen Angriffe im Libanon. Die Eskalation habe Zivilisten getötet
und vertrieben, Infrastruktur zerstört und den Raum für Diplomatie
eingeschränkt, erklärt sie auf der Kurznachrichtenplattform X. Zugleich
müsse die Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel einstellen und sich
entwaffnen. Alle Seiten müssten die Waffenruhe respektieren und ernsthaft
verhandeln. (rtr)
## Libanons Gesundheitsministerium: Acht Tote bei israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanon sind libanesischen
Angaben zufolge acht Menschen getötet worden. 19 Menschen seien verletzt
worden, erklärte das libanesische Gesundheitsministerium am Sonntag. (afp)
## Wadephul: Israels Vorrücken im Libanon Anlass zur Sorge
Außenminister Johann Wadephul ruft Israel und die von Iran unterstützte
Hisbollah-Miliz im Libanon dringend auf, zur vereinbarten Waffenruhe
zurückzukehren. „Das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden
Libanons gibt Anlass zu großer Sorge“, teilte der CDU-Politiker am Rande
seines Besuches bei den Vereinten Nationen (UN) in der
US-Ostküstenmetropole New York mit. Israel müsse bei seinem Vorgehen gegen
die Hisbollah Zivilisten und zivile Infrastruktur schützen. „Jede weitere
Eskalation verschärft die ohnehin schon angespannte Lage zusätzlich und
sorgt für neue Fluchtbewegungen innerhalb Libanons“, warnte Wadephul. Das
weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden Libanons sei eine
Reaktion auf fortdauernde Angriffe der Hisbollah auf den Norden Israels,
die endlich aufhören müssten.
Natürlich habe Israel legitime Sicherheitsinteressen. Wenn aber
Zivilistinnen und Zivilisten den Preis einer militärischen Eskalation
zahlten und Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar würden, mache das
Israels Nachbarschaft langfristig nicht sicherer. Der Schlüssel zu einer
Stabilisierung des Libanon liege in einer Stärkung des libanesischen
Staates. Dazu gehöre, dass die libanesische Regierung entschieden gegen die
Hisbollah vorgehen und ihr Gewaltmonopol auf seinem gesamten Territorium
ausüben müsse, erklärte Wadephul. Die Gespräche Israels und des Libanons in
Washington, bei denen eine weitere Runde geplant sei, seien „der richtige
Kanal, um Erfolge zu erzielen“. Die Hisbollah dürfe diesen Friedensprozess
nicht weiter torpedieren. Israel war zuletzt immer weiter in den Libanon
vorgerückt und hatte eine strategisch wichtige Festung eingenommen. Der
libanesische Staat selbst ist nicht Konfliktpartei. (dpa)
## Libanons Parlamentspräsident: Hisbollah zu Waffenruhe bereit
Nach dem militärischen Vorstoß Israels tief in den Libanon hat der
libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri eine belastbare Waffenruhe
aller Konfliktparteien gefordert. Er könne das „uneingeschränkte,
umfassende und sofortige Bekenntnis“ der Hisbollah zu einer Feuerpause
garantieren, sagte Berri, ein wichtiger Verbündeter der Schiitenmiliz, am
Sonntag seinem eigenen Fernsehsender NBN. „Aber wer wird Israel dazu
zwingen, seine Aggression einzustellen?“, fragte er.
Nominell gilt seit dem 17. April eine Waffenruhe im Libanon. Die Hisbollah
und Israel lieferten sich aber dennoch weitere Gefechte. Zuletzt rückten
israelische Truppen so weit ins Nachbarland vor wie seit 26 Jahren nicht
mehr und riefen Menschen in der Region dazu auf, ihre Häuser zu verlassen.
(ap)
1 Jun 2026
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