# taz.de -- Israels Vorstoß im Libanon: Aus Angst nach vorn
> Um die Gefahr für die eigenen Bürger zu bannen, rücken israelische
> Soldaten im Libanon vor. Zielführender wäre es, die libanesische Armee zu
> stärken.
(IMG) Bild: Vertriebene libanesische Kinder fangen am ersten Tag des muslimischen Opferfestes Eid al-Adha Süßigkeiten auf
Israels Vorstoß im Libanon hat mit Expansionsallüren nichts zu tun. Auch
wenn manche im Heiligen Land diese schräge Wunschvorstellung haben könnten,
die westliche KritikerInnen Jerusalem unterstellen. Besatzung für
Sicherheit ist das Motto von Israels Regierung. Nicht die Eroberung von
Land, sondern der Kampf gegen die Hisbollah.
Die schiitische Terrororganisation bedroht Israel, und sie tut das aus
einem einzigen Grund: Sie will den jüdischen Staat von der Landkarte
tilgen, ganz so wie ihr Förderer Iran. Seit dem Abzug der israelischen
Truppen aus dem Südlibanon vor 26 Jahren gibt es keine Besatzung und keine
nennenswerten Gebietskonflikte. [1][Der erneute Vormarsch] der israelischen
Soldaten gilt einzig dem Norden Israels und den Menschen, die auch an
diesem Wochenende erneut [2][unter Beschuss der libanesischen Terroristen
gerieten].
Und den Tausenden, die es als Binnenflüchtlinge vorziehen, vorläufig in
sicherer Entfernung zu bleiben. Doch so einleuchtend das Ziel der
Sicherheit für die Bevölkerung im Norden des Landes ist, so wenig heiligt
es die Mittel, die die israelische Regierung dafür einsetzt: die
Vertreibung von [3][über einer Million] LibanesInnen und die Zerstörung
ganzer Dörfer. Vor allem dann nicht, wenn andere Wege weit
erfolgversprechender sind.
Israel hat in Beirut Verbündete im Kampf gegen die Hisbollah. Nur allzu
gern würde Ministerpräsident Nawaf Salam die Souveränität des Staates durch
die Entwaffnung der Terrormiliz erreichen und die eben aufgenommenen
Friedensverhandlungen mit Israel fortsetzen. Ebenso hatte [4][Präsident
Joseph Aoun], ehemals selbst Oberbefehlshaber der libanesischen
Streitkräfte, schon bei seinem Amtsantritt letztes Jahr verkündigt, dass
der Staat das Waffenmonopol haben sollte.
Die libanesische Armee sollte in die Lage versetzt werden, diese Mission
aufzunehmen. Sie muss aufgerüstet und ausgebildet werden, damit sie eine
Chance hat, mit der Hisbollah auf Augenhöhe die Bedingungen für eine
Entwaffnung zu verhandeln.
31 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] /-Nachrichten-im-Nahost-Krieg-/!6182931
(DIR) [2] https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/sirens-in-nahariya-nearby-towns-warn-of-hezbollah-rocket-fire-from-lebanon/
(DIR) [3] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/libanon-israel-hisbollah-vertreibung-fluechtlinge-un
(DIR) [4] /Neuer-Praesident-im-Libanon/!6061535
## AUTOREN
(DIR) Susanne Knaul
## TAGS
(DIR) Israel Defense Forces (IDF)
(DIR) Libanon-Krieg
(DIR) Hisbollah
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) GNS
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Libanon-Krieg
(DIR) Libanon-Krieg
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Offensive in Libanon: Iran bricht Verhandlungen mit den USA vorläufig ab
Israels Vormarsch in Libanon sabotiert die Verhandlungen zwischen den USA
und Iran – und könnte auch für Israel selbst zum Verhängnis werden.
(DIR) +++ Nachrichten im Libanonkrieg +++: Iran pocht auf Waffenruhe im Libanon
Israels Militär ruft Bewohner von Beiruts Vororten zur Flucht auf.
Grünen-Chefin Brantner und Linke kritisieren Israels Vorgehen im Libanon
scharf.
(DIR) Friedensgespräche für Libanon: Am Washingtoner Tisch Hisbollah die Zähne ziehen
Unter US-Vermittlung verlängern Israel und Libanon ihre Waffenruhe. Sie
wird aber nicht eingehalten und Hisbollah, um die es geht, ist nicht dabei.
(DIR) Krieg zwischen Israel und Hisbollah: Fragile Waffenruhe um 45 Tage verlängert
Eigentlich sollen die Waffen im Libanon schweigen, trotzdem gehen die
Angriffe weiter. Unterhändler wollen die Feuerpause für neue
Friedensgespräche nutzen.
(DIR) Christen in Südlibanon: „Unser Dorf ist ein Trümmerhaufen“
Die Zerstörung in Südlibanon geht weiter. Im Grenzdorf Yaroun demolieren
israelische Bulldozer trotz Waffenruhe Wohnhäuser und ein Nonnenkloster.