# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Toter und viele Verletzte nach iranischem Angriff in Kuwait
       
       > In der Nacht zum Mittwoch liefern sich die USA und Iran die heftigsten
       > Kämpfe seit langem. Trump redet mal wieder von Einigung mit Iran.
       
 (IMG) Bild: Nach einem iranischen Drohnenangriff steigt über dem internationalen Flughafen von Kuwait Rauch auf
       
       ## Kuwait meldet einen Toten und 63 Verletzte am Flughafen
       
       dpa/rtr | Bei jüngsten iranischen Drohnenangriff auf Kuwait am
       Mittwochmorgen sind am Flughafen der Hauptstadt ein Mensch getötet und 63
       weitere verletzt worden. Das teilten das Außen- sowie das
       Verteidigungsministerium des Golfstaats mit. Es habe im Passagierbereich an
       Terminal 1 auch schwere Sachschäden gegeben. Die Verletzten seien ärztlich
       behandelt worden. Die Streitkräfte seien bereit, „jegliche Schritte“ zu
       unternehmen, um die Sicherheit und Stabilität des kleinen Landes am
       Persischen Golf zu schützen.
       
       Der Golfstaat hatte in der Nacht neue iranische Angriffe gemeldet.
       
       Die Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, dass alle für heute geplanten
       Flüge ausgesetzt oder an andere Flughäfen umgeleitet worden seien.
       
       ## Hinrichtung in Iran im Zusammenhang mit Protesten
       
       dpa | In Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den
       Aufständen im Januar vollstreckt worden. Ein Mann namens Fathollah Awari
       sei hingerichtet worden, berichtete das mit der Justiz verbundene
       Nachrichtenportal Misan. Wann und wo die Exekution erfolgte, war unklar.
       
       Dem Mann wurde der Justiz zufolge vorgeworfen, Anfang Januar in der Stadt
       Hamedan einen Polizisten getötet zu haben. Es ist bereits die 18.
       Hinrichtung im Zusammenhang mit den Januar-Protesten.
       
       Trump sagt, Iran wolle auf Atomwaffen verzichten
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump zufolge hat Iran einem Verzicht auf
       Atomwaffen zugestimmt. Zudem sei Irans Ajatollah an Verhandlungen mit den
       USA beteiligt, sagt Trump in einem Podcast-Interview. „Sie haben bereits
       zugestimmt, dass sie keine Atomwaffe besitzen werden“, erklärt er. Die
       Führung in Teheran hat allerdings stets betont, dass ihr umstrittenes
       Nuklearprogramm ausschließlich zivilen Zielen diene.
       
       ## Kämpfe eskalieren in der Nacht
       
       rtr/dpa | Ungeachtet ‌der von US-Präsident Donald ‌Trump befeuerten
       Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Krieges sind die Kämpfe zwischen den
       USA und Iran in der Nacht zum Mittwoch eskaliert. Das US-Militär teilte
       mit, iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf Bahrain, Kuwait und zivile
       Schiffe vereitelt zu haben. Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden
       drei auf Bahrain abgefeuerte Raketen abgefangen, während zwei für Kuwait
       bestimmte ‌Flugkörper ihr Ziel verfehlten. Zudem hätten die US-Streitkräfte
       iranische Drohnen abgeschossen. Als Reaktion auf die iranischen
       Angriffsversuche habe das US-Militär seinerseits Ziele auf der Insel Keschm
       nahe der Straße von Hormus angegriffen.
       
       Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) erklärten laut staatlichen Medien,
       sie hätten das Hauptquartier der 5. US-Flotte in Bahrain sowie einen
       Luftwaffenstützpunkt mit Raketen und Drohnen attackiert. Dies sei die
       Vergeltung für einen US-Angriff auf eine Kommunikationseinrichtung südlich
       der Insel Keschm in der Straße von Hormus gewesen.
       
       Außerdem meldeten die Revolutionsgarden den Beschuss eines ‌Schiffes namens
       „Panaya“ als Vergeltung für eine angebliche US-Attacke auf einen iranischen
       Tanker. Die weltgrößte Reederei MSC teilte mit, dass eines ihrer Schiffe im
       irakischen Hafen Umm Kasr von ⁠zwei Projektilen getroffen worden sei. Die
       IRGC gaben an, dieser Angriff sei eine Reaktion auf eine US-Attacke auf ein
       iranisches Schiff im Golf von Oman gewesen.
       
       Es waren nicht die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten der
       Waffenruhe am 8. April, aber mit jeder neuen Attacke steigt die Furcht vor
       einer erneuten Eskalation des Kriegs. Der jüngste Schlagabtausch erfolgte
       vor dem Hintergrund stockender Verhandlungen um ein Rahmenabkommen, mit dem
       der Krieg beendet und die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt
       geöffnet werden soll.
       
       Seit Mitte März hat Trump wiederholt erklärt, ‌er stehe ‌kurz vor einer
       Einigung mit dem Iran, die die ⁠Kämpfe beenden würde. Zuletzt hatte der
       US-Sender ABC am Montag berichtet, Trump erwarte eine Einigung mit Iran
       „binnen der nächsten Woche“. Dabei ‌gehe es um eine Verlängerung des
       ‌Waffenstillstands und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, zitierte
       ABC News den Präsidenten auf X.
       
       ## Iran meldet Vergeltung nach US-Angriff auf Öltanker
       
       dpa | Grund für den jüngsten gegenseitigen Beschuss schien ein Einsatz des
       US-Militärs vom Dienstag gewesen zu sein. Die Streitkräfte hatten vor der
       für Irans Ölexport wichtigen Insel Charg nach eigenen Angaben einen
       unbeladenen Öltanker angegriffen. Dieser soll versucht haben, trotz der
       US-Blockade einen iranischen Hafen anzulaufen. Das Schiff habe Warnungen
       ignoriert und sei letztlich mit einer Rakete außer Gefecht gesetzt worden,
       hieß es.
       
       Ein iranischer Militärsprecher bestätigte auf der Plattform X
       Vergeltungsschläge durch die Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht der
       Islamischen Republik. Man habe gewarnt, „dass jede Aggression eine andere
       und entschiedenere Reaktion nach sich ziehen würde, und wir haben diese
       auch umgesetzt. Diese Reaktionen sollten eine Lehre sein“, hieß es. Jede
       Bedrohung der Sicherheit der Straße von Hormus werde das US-Militär „teuer
       zu stehen kommen“, warnte er.
       
       Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die
       Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für
       die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist. Die USA haben ihrerseits eine
       Seeblockade verhängt, um Iran am Export von Öl zu hindern. Die USA wollen
       eine uneingeschränkte Wiederöffnung der Straße von Hormus erreichen.
       
       ## Flughafen in Kuwait von iranischen Drohnen getroffen
       
       dpa | Kuwait und der Inselstaat Bahrain hatten in der Nacht Angriffe mit
       Raketen und Drohnen gemeldet. Bei dem iranischen Drohnenangriff auf Kuwait
       sind am Flughafen der Hauptstadt mehrere Menschen verletzt worden. Das
       teilte ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mit. Es habe
       im Passagierbereich an Terminal 1 auch schwere Sachschäden gegeben. Die
       Verletzten seien ärztlich behandelt worden. Die Streitkräfte seien bereit,
       „jegliche Schritte“ zu unternehmen, um die Sicherheit und Stabilität des
       kleinen Landes am Persischen Golf zu schützen.
       
       Die Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, dass alle für heute geplanten
       Flüge ausgesetzt oder an andere Flughäfen umgeleitet worden seien.
       Iranische Raketen und Drohnen hätten das Flughafengebäude getroffen und
       mehrere Einrichtungen beschädigt, teilte die Behörde der Staatsagentur Kuna
       zufolge mit. Am Flughafen sei ein Notfallplan aktiviert worden.
       
       Der Flugverkehr in Nahost war im Zuge des Irankriegs in den vergangenen
       Monaten bereits stark beeinträchtigt. Im März waren Hunderttausende
       Reisende in der Region gestrandet und wurden teils mit Evakuierungsflügen
       in ihre Heimat geflogen.
       
       Behauptungen der iranischen Revolutionsgarden, in Bahrain das Hauptquartier
       der US-Marine im Nahen Osten sowie einen US-Luftwaffenstützpunkt in der
       Region mit Raketen und Drohnen getroffen zu haben, dementierte Centcom.
       Dies sei falsch. Alle iranischen Angriffe auf US-Streitkräfte seien
       gescheitert. Man bleibe bereit, sich gegen „unprovozierte iranische
       Aggressionen zu verteidigen“, hieß es.
       
       ## Trump: Gespräche mit Teheran laufen weiter
       
       dpa | US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag ungeachtet gegenteiliger
       Aussagen aus Iran bekräftigt, dass die Verhandlungen zwischen Washington
       und Teheran zum Irankrieg andauern. „Fake-News-Berichte, wonach die
       [1][Islamische Republik Iran und die USA vor einigen Tagen die Gespräche
       eingestellt hätten], sind falsch und irreführend“, schrieb er auf seiner
       Plattform Truth Social. Die Gespräche liefen ununterbrochen weiter. „Wohin
       sie führen, weiß man nie“, schrieb Trump weiter. Aber er habe Iran gesagt,
       es sei an der Zeit, „auf die eine oder andere Weise einen Deal
       abzuschließen“.
       
       Vor Trumps Post hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den
       Revolutionsgarden nahesteht, berichtet, seit mehreren Tagen fänden keine
       Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. Bereits am Montag
       hatte die iranische Agentur Tasnim ähnlich berichtet und das Ende der
       indirekten Verhandlungen mit dem andauernden Krieg Israels gegen die
       proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begründet.
       
       Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Heute
       sollen die politischen Gespräche zwischen Vertretern Israels und des
       Libanons in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden. Die
       libanesische Regierung ist selbst keine Konfliktpartei. Die Hisbollah lehnt
       Verhandlungen mit Israel aber ab.
       
       3 Jun 2026
       
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