# taz.de -- Konkurrenzkampf in der Milchwirtschaft: Riesenkonzern darf Deutschlands größte Molkerei übernehmen
       
       > Die EU-Kommission hat keine Wettbewerbsbedenken, wenn die dänische Arla
       > das Deutsche Milchkontor (DMK) schluckt. Bauern sind in der Frage uneins.
       
 (IMG) Bild: Der Kuh ist es egal, aber nicht alle Milchbauern sind von der Übernahme der DMK durch Arla begeistert
       
       Die EU-Kommission hat die [1][Übernahme der größten deutschen Molkerei,
       DMK], durch den dänischen Konkurrenten Arla genehmigt. Sie habe „keine
       Wettbewerbsbedenken“ und erteile deshalb auch keine Auflagen für die
       Schaffung der dann größten Molkereigenossenschaft in Europa, teilte die
       Behörde in Brüssel mit. Die Bauern sind in der Frage gespalten. DMK ist
       bekannt für Marken wie Milram, Humana und Alete.
       
       Zwar konkurrierten DMK und Arla derzeit in Gebieten wie Norddeutschland um
       Milchlieferungen von Bauern, [2][so die Kommission]. Dieser Wettbewerb
       fällt wegen der Fusion weg. Aber Arla zahle den Landwirten – ihren Genossen
       – überall den gleichen Preis. Sie habe auch keinen Anreiz, den Preis zu
       drücken, „weil die angeschlossenen landwirtschaftlichen Betriebe sonst zu
       anderen Genossenschaften wechseln würden“. Die Einzelhändler könnten die
       Aufträge für ihre Eigenmarken auch künftig unter genug leistungsfähigen
       Unternehmen ausschreiben.
       
       Der Deutsche Bauernverband, der die meisten Landwirte vertritt, bewertet
       den Zusammenschluss als „grundsätzlich positiv“. Arla verfüge über eine
       „etablierte Exportinfrastruktur in wachstumsstarken Märkten“. „Daraus
       ergeben sich strukturell verbesserte Vermarktungschancen für die
       verarbeitete Milch, von denen unmittelbar auch die deutschen Milcherzeuger
       profitieren müssen“, sagte Bauernverbands-Vizepräsident Karsten Schmal am
       Freitag der taz.
       
       ## „Absolut empört“
       
       Die zweitgrößte Interessenvertretung der Branche, der Bundesverband
       Deutscher Milchviehhalter, dagegen sieht die Fusion kritisch. In der Praxis
       könnten viele Bauern nicht die Molkerei wechseln, wenn sie mit ihr
       unzufrieden sind, sagte Sprecher Hans Foldenauer der taz. Denn zahlreiche
       Unternehmen könnten gar nicht mehr Milch verarbeiten.
       
       Aber Foldenauer ergänzte: „Eine etwas knappere Milchversorgung wäre für uns
       Bäuerinnen und Bauern wesentlich entscheidender, als ob es eine Molkerei
       mehr oder weniger gibt.“ Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
       zeigte sich „absolut empört“, weil die Kommission die Belange der Bauern
       „offenkundig viel zu wenig berücksichtigt“ habe.
       
       Arla hat laut Kommission mehr als 7.000 Landwirte in Dänemark, Schweden,
       dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg und den
       Niederlanden als Mitglieder. Das Deutsche Milchkontor (DMK) hat seinen Sitz
       im niedersächsischen Zeven und seine Verwaltung in Bremen. Der
       Genossenschaft gehören rund 4.000 deutsche Milchbauern an.
       
       Von der Fusion ist auch das Unternehmen DOC mit ungefähr 600 Mitgliedern in
       den Niederlanden und Deutschland betroffen. Diese Genossenschaft sammelt
       die Milch der Bauern und liefert sie dann ans DMK.
       
       29 May 2026
       
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