# taz.de -- Komplex, kompliziert, unsicher: Rechnungshof warnt vor Risiken bei neuer EU-Agrarpolitik
> Die Europäische Kommission will radikal verändern, wie Landwirte
> finanziell gefördert werden. Die Pläne sind umstritten. Auch der
> Rechnungshof warnt.
(IMG) Bild: Die finanzielle Förderung der Landwirtschaft soll nach den Plänen der EU-Kommission radikal verändert werden
dpa | Die umstrittene geplante Neugestaltung der EU-Agrarförderung stößt
auch beim Europäischen Rechnungshof auf Kritik. Die Prüfer warnen vor
Planungsunsicherheit für Landwirte, Verzögerungen bei der Auszahlung von
Fördergeldern und größeren Unterschieden zwischen den Mitgliedstaaten. Die
Umstrukturierung könne den fairen Wettbewerb und das Funktionieren des
Binnenmarkts beeinträchtigen.
Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, ab 2028 grundlegend zu
verändern, wie Landwirte in der EU finanziell gefördert werden. Nach der
Vorstellung der Brüsseler Behörde soll es im künftigen EU-Haushalt statt
vieler Töpfe für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) und für die
Strukturförderung lediglich einen großen Fonds dafür geben. Damit will die
Behörde den Landwirten künftig auch weniger Geld fest zusagen.
Die Prüfer des Rechnungshofs kritisieren die komplexere rechtliche Struktur
des Vorschlags und die kompliziertere Planung. Für EU-Länder und Landwirte
entstehe Unsicherheit.
Wie viel Geld für die GAP zur Verfügung stehe, sei erst nach der Annahme
der Nationalen Reform- und Investitionspläne der einzelnen Länder klar,
also später als bislang. So sei weniger absehbar, wie viel Geld Landwirte
gezahlt bekommen könnten. Es sei deshalb zudem herausfordernd, die Höhe der
GAP mit früheren Zeiträumen zu vergleichen.
Die Länder bekämen außerdem zwar mehr Gestaltungsspielraum bei den Ausgaben
und könnten individueller planen. Damit die EU weiter eine Gemeinsame
Agrarpolitik verfolge, müsse die Kommission dann aber ihre gestärkte
Führungsrolle effektiv wahrnehmen. Deren Details müssten näher festgelegt
werden.
Für die Rechnungsprüfer müsse zudem nachverfolgbar bleiben, welches Geld
wohin fließe. Daran haben die Rechnungsprüfer bei dem Vorschlag teilweise
Zweifel.
## Milliarden vorgesehen
Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass den Bauern für den Zeitraum
von 2028 bis 2034 rund 300 Milliarden Euro fest zugesichert werden. Die
Mitgliedstaaten sollen ihren Bauern aber mehr EU-Geld zufließen lassen
können. Mindestens zehn Prozent jedes Nationalen Reform- und
Investitionsplans – weitere fast 50 Milliarden Euro – sollen in den
ländlichen Raum gehen.
Im Streit um das Mercosur-Handelsabkommen hat Kommissionspräsidentin Ursula
von der Leyen zudem vorgeschlagen, dass 45 Milliarden Euro aus dem Haushalt
früher verwendet werden können als ursprünglich geplant.
Über den Haushaltsvorschlag müssen noch das Europäische Parlament und die
EU-Länder beraten. Sie haben den Europäischen Rechnungshof um seine Meinung
gebeten, die er nun vorgelegt hat. Sie beinhaltet keine Empfehlungen und
hat keine rechtlichen Auswirkungen.
9 Feb 2026
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