# taz.de -- CDU-Fördergeldaffäre: Goiny und Stettner müssen noch mal antanzen
> Der Untersuchungsausschuss will die beiden CDU-Abgeordneten Goiny und
> Stettner noch einmal befragen. Auch Ex-Kultursenator Chialo soll
> erscheinen.
(IMG) Bild: Muss nochmal antreten: CDU-Finanzpolitiker Christian Goiny
dpa | Die beiden CDU-Abgeordneten Dirk Stettner und Christian Goiny sollen
voraussichtlich am 11. Juni ein zweites Mal vor dem Untersuchungsausschuss
zu den umstrittenen Fördermitteln zur Antisemitismusprävention aussagen.
Für denselben Tag soll nach dpa-Informationen auch Ex-Kultursenator Joe
Chialo gehört werden. Zuvor hatte der Tagesspiegel darüber berichtet.
Fraktionschef Stettner und der CDU-Haushaltspolitiker Goiny waren bereits
Mitte April im Untersuchungsausschuss. Beide wiesen den Vorwurf
unzulässiger Einflussnahme auf die Vergabe von Fördermitteln für Projekte
gegen Antisemitismus zurück. Sie argumentierten, es sei normal, dass
Parlamentarier sich bei der Regierung für politische Ziele und Projekte
einsetzten.
Kurz darauf veröffentlichte der Landesrechnungshof Berlin die Ergebnisse
seiner Prüfungen der Fördermittelvergabe, die er als „evident rechtswidrig“
bewertet. Berlins parteilose Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson trat
daraufhin am 24. April zurück – sie hatte die umstrittenen Förderbescheide
freigegeben. Inzwischen führt Finanzsenator Stefan Evers (CDU) parallel
auch das Kulturressort.
## Befragungen gehen nächste Woche weiter
Am Freitag war die Präsidentin des Landesrechnungshofs, Karin Klingen, im
Ausschuss im Abgeordnetenhaus. Am Freitag nächster Woche (29. Mai) sollen
zunächst Wedl-Wilson und der frühere Staatssekretär aus der
Kulturverwaltung, Oliver Friederici, dort aussagen. Er war drei Tage vor
Wedl-Wilsons Rücktritt entlassen worden.
Chialo dagegen war bereits im Mai 2025 zurückgetreten. Ursprünglich war
geplant, ihn am selben Tag wie Wedl-Wilson anzuhören. Allerdings hatte ihn
die von der Senatskanzlei verschickte Ladung zu dem Termin nicht innerhalb
der üblichen Frist erreicht. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner
(CDU) hatte das am Donnerstag im Landesparlament als „Fehler in den
internen Verwaltungsabläufen“ bezeichnet, der nicht nur bedauerlich,
sondern ärgerlich sei.
Der Untersuchungsausschuss war auf Antrag von Grünen und Linken im Dezember
2025 eingesetzt worden. Sie werfen Chialo und Wedl-Wilson vor, Fördermittel
nach unklaren Kriterien und auf Druck aus der CDU-Fraktion vergeben zu
haben.
Im Raum steht außerdem der Verdacht unzulässiger Einflussnahme und von
Verstößen gegen Haushaltsrecht. Stettner bezeichnete das bei seiner ersten
Anhörung im Ausschuss als „absurde Unterstellung“ und „Wahlkampfgetöse“.
23 May 2026
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