# taz.de -- Moschee in San Diego: Mehrere Tote bei Angriff auf Moschee
       
       > Bei einem tödlichen Angriff auf ein islamisches Zentrum in San Diego
       > werden drei Menschen getötet, auch die beiden Verdächtigen sind tot.
       > Vieles bleibt unklar.
       
 (IMG) Bild: Die Polizei steht am Tatort nach Schüssen vor dem Islamic Center of San Diego
       
       dpa | Erneut ist in den Vereinigten Staaten eine religiöse Einrichtung Ziel
       eines Gewaltverbrechens geworden – diesmal in [1][San Diego]. Ein
       17-Jähriger und ein 19-Jähriger griffen ein islamisches Zentrum an, zu dem
       neben einer Moschee auch eine Schule gehört. Drei Menschen starben, die
       beiden Angreifer wurden später tot in ihrem Auto gefunden.
       
       Viele Details zum Tathergang bleiben unklar, ebenso wie das Motiv. Ein
       warnender Anruf bei der Polizei wirft zudem die Frage auf, ob die Tat
       womöglich hätte verhindert werden können.
       
       Die Polizei hatte mit einem Großeinsatz auf Berichte über einen Schützen an
       dem Zentrum reagiert. Auf Hubschrauberaufnahmen war zu sehen, wie schwer
       bewaffnete Beamte Kinder aus dem Gebäude begleiteten. Ein Zeuge sagte dem
       Sender CBS News, er habe etwa 30 Schüsse gehört und daraufhin die Polizei
       verständigt.
       
       Die Polizei fand vor Ort nach eigenen Angaben drei getötete Männer
       erwachsenen Alters vor, einer davon ein Wachmann der Einrichtung. Bei den
       beiden anderen handelt es sich laut Medienberichten um Mitarbeiter. Nähere
       Angaben zu ihrer Identität machte die Polizei aus Rücksicht gegenüber den
       Angehörigen nicht.
       
       Noch sei nicht genau geklärt, was vor der Moschee passiert sei, sagte der
       örtliche Polizeichef Scott Wahl mit Blick auf den getöteten Wachmann. „Aber
       an dieser Stelle kann man wohl mit Sicherheit sagen, dass sein Handeln
       heldenhaft war und er heute zweifellos Leben gerettet hat.“
       
       Wahl zufolge machten sich die Beamten umgehend daran, das Gebäude zu
       durchsuchen. Ungefähr zur gleichen Zeit sei ein weiterer Notruf
       eingegangen, demzufolge wenige Straßen entfernt auf einen Garten- und
       Landschaftsbauer geschossen worden sei. Die genauen Umstände seien noch
       unklar, doch möglich ist, dass sein Helm ihm das Leben gerettet habe.
       
       Wiederum wenige Minuten später ging erneut ein Notruf ein: Das Auto mit den
       beiden toten Tatverdächtigen stand wenige Blocks entfernt mitten auf der
       Straße. „Derzeit scheint es, als seien die Verdächtigen an selbst
       zugefügten Schussverletzungen gestorben“, sagte Wahl.
       
       ## Mutter verständigte die Polizei zwei Stunden vor der Tat
       
       US-Präsident [2][Donald Trump] reagierte bestürzt auf den Vorfall. Es sei
       eine „entsetzliche Situation“, sagte er in Washington. Der Gouverneur von
       Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit: „Hass hat in Kalifornien keinen
       Platz, und wir werden keine Terrorakte oder Einschüchterungsversuche gegen
       Glaubensgemeinschaften dulden.“
       
       Polizeichef Wahl teilte darüber hinaus mit, die Mutter eines der beiden
       Tatverdächtigen habe rund zwei Stunden vor dem Angriff bei der Polizei
       angerufen: Ihr Sohn sei verschwunden, genauso wie mehrere ihrer Waffen und
       ihr Auto. Zudem sei er mit einem Freund unterwegs und trage Tarnkleidung.
       Die Mutter nahm an, ihr Sohn wolle sich das Leben nehmen.
       
       ## Mitteilung eines Tatverdächtigen gefunden
       
       Die Beamten schlussfolgerten Wahl zufolge allerdings, dass die Details
       nicht zu einem Suizid passten. In der Folge habe die Polizei Beamte an
       mutmaßliche Ziele eines Gewaltverbrechens geschickt, darunter ein
       Einkaufszentrum und eine Schule. Beamte seien nur wenige Straßen entfernt
       gewesen, als schließlich der Notruf vom islamischen Zentrum einging.
       
       Keine Angaben machten die Ermittler zu einem möglichen Motiv. Es sei eine
       Mitteilung bei einem der Tatverdächtigen gefunden worden, zur jetzigen Zeit
       könne er aber keine Auskunft darüber geben, sagte Wahl. Da es sich um eine
       religiöse Einrichtung handele, betrachte die Polizei die Attacke bis auf
       Weiteres als Hassverbrechen.
       
       Deswegen sei auch die Bundespolizei FBI eingeschaltet worden. Der
       zuständige FBI-Beamte Mark Remily bezeichnete den Gewaltakt als „sinnlos“
       und bat die Öffentlichkeit um sachdienliche Hinweise. Jedes Detail könne
       dabei helfen, nachzuvollziehen, „warum sich dieser schreckliche Vorfall
       ereignet hat.“
       
       ## Erst vor zwei Monaten Angriff auf Synagoge in Michigan
       
       Der Vorfall weckt Erinnerungen [3][an einen Angriff auf eine Synagoge Mitte
       März]. Damals fuhr ein Mann mit einem Fahrzeug in die Synagoge in der Stadt
       West Bloomfield in Michigan, in dieser Einrichtung befanden sich zahlreiche
       Kleinkinder. Das Sicherheitspersonal habe danach das Feuer eröffnet und so
       Schlimmeres verhindert, so die Polizei. Der Angreifer starb in seinem
       brennenden Auto. Später wurde bekannt, dass er von der Hisbollah inspiriert
       worden war.
       
       19 May 2026
       
       ## LINKS
       
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