# taz.de -- Umstrittene UN-Sonderbeauftragte: US-Richter setzt Sanktionen gegen Francesca Albanese aus
> Wegen ihrer israelfeindlichen Äußerungen wird die
> UN-Sonderberichterstatterin für Palästina von den USA sanktioniert. Nun
> sind die Maßnahmen vorerst aufgehoben.
(IMG) Bild: UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese
afp/taz | Ein Richter in den USA hat gegen die Sonderberichterstatterin des
UN-Menschenrechtsrates für die palästinensischen Gebiete, Francesca
Albanese, wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zu Israel verhängte
US-Sanktionen vorübergehend ausgesetzt. In seinem Gerichtsbeschluss vom
Mittwoch erließ der Washingtoner Bundesrichter Richard Leon eine
einstweilige Verfügung gegen die Sanktionen, wie aus einem der
Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Gerichtsdokument hervorgeht.
Dem Richter zufolge verstießen die Sanktionen gegen den Ersten Zusatz der
US-Verfassung. Er begründete seine Entscheidung mit dem „Schutz der
Meinungsfreiheit“. Dieser liege „immer im öffentlichen Interesse“.
Die US-Regierung hatte die [1][Sanktionen gegen die Italienerin im Juli
vergangenen Jahres] verhängt. US-Außenminister Marco Rubio erklärte damals
zur Begründung, Albanese führe eine „Kampagne politischer und
wirtschaftlicher Kriegsführung“ gegen die Vereinigten Staaten und Israel.
Was genau die US-Sanktionen umfassen, blieb zunächst unklar. Berichten
zufolge betreffen sie Albaneses Einreise in die USA sowie dortige
Bankgeschäfte.
Albanese hat ein Jurastudium absolviert und ist seit Mai 2022
UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage in den
Palästinensergebieten. Die 49-Jährige arbeitet sich unablässig an Israel ab
und ist damit zu einer Art [2][Lichtgestalt der radikalen Israelfeinde]
geworden. Sie wurde vom Menschenrechtsrat mit Hauptsitz in Genf ernannt. In
dieser Funktion spricht sie nicht für die Vereinten Nationen selbst.
## Antisemitismus, Israelhass und Hamas-Propaganda
Wegen ihrer Aussagen zu Israel ist Albanese schwer umstritten. Kritiker
werfen ihr Antisemitismus, Israelhass und Propaganda für die
Terrororganisation Hamas vor, die am 7. Oktober 2023 Israel überfiel und
damit den Krieg im Gazastreifen auslöste.
Erst im Februar hatte Albanese bei einer Konferenz des katarischen
Fernsehsenders Al Jazeera gesagt: „Die Tatsache, dass die meisten Länder
der Welt Israel nicht stoppen, sondern ihm politische Ausreden, politischen
Schutz sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung geliefert haben,
ist eine Herausforderung.“ Unter Bezugnahme auf Israel fügte sie hinzu:
„Wir, die keine großen Summen an finanziellem Kapital, Algorithmen und
Waffen kontrollieren, wir sehen jetzt, dass wir als Menschheit einen
gemeinsamen Feind haben.“
Die Außenminister Deutschlands und Frankreichs, Johann Wadephul (CDU) und
Jean-Noël Barrot, [3][hatten daraufhin ihren Rücktritt gefordert]. Auch der
Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric,
distanzierte sich von Albanese. „Wir stimmen mit vielem, was sie sagt,
nicht überein“, erklärte er nach Albaneses Äußerungen.
Albanese hatte beim Verhängen der Sanktionen erklärt, sie seien „darauf
ausgerichtet, meine Mission zu schwächen“. Den Richterspruch pries sie nun
in den Onlinenetzwerken. In einer Stellungnahme im Onlinedienst X dankte
sie „allen, die mir bis jetzt geholfen haben“.
14 May 2026
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