# taz.de -- Koalitionsausschuss in der Nacht: Union und SPD vereinbaren zusammen zu arbeiten
> Sechs Stunden haben Union und SPD im Kanzleramt beraten – in
> „vertrauensvoller Atmosphäre“. Die Liste der bekanntgegebenen Ergebnisse
> fällt kurz aus.
(IMG) Bild: Läufts noch oder steht die Koalition im Regen? Das Kanzleramt am Dienstag während der Beratungen im Koalitionsausschuss
dpa | Union und SPD haben sich im Koalitionsausschuss auf einen
„Arbeitsprozess“ verständigt, um die geplanten Sozial- und Steuerreformen
in den nächsten Wochen auf den Weg zu bringen. Nähere Einzelheiten dazu
wurden nach der sechsstündigen Sitzung der Spitzenrunde allerdings nicht
genannt. Die Runde habe „in guter, vertrauensvoller Atmosphäre getagt“,
hieß es.
Mit Blick auf den Haushalt 2027 legten sich die Koalitionäre darauf fest,
keine Rücklagen in Milliardenhöhe zum Füllen von Lücken zu nutzen, wie es
aus Koalitionskreisen weiter hieß. Das war aber auch schon in den
Haushalts-Eckwerten so angelegt, die das Kabinett Ende April beschlossen
hatte. Der CO2-Preis soll bei 55 bis 65 Euro stabil gehalten und aus dem
Klima- und Transformationsfonds KTF finanziert werden.
Weitere Ergebnisse wurden zunächst nicht kommuniziert. Es war das erste
Treffen des zentralen Entscheidungsgremiums der schwarz-roten Koalition
[1][seit den zweitägigen Beratungen in der Berliner Villa Borsig], die als
Tiefpunkt der aktuellen Regierungskrise gelten.
Damals wollten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Vizekanzler Lars
Klingbeil (SPD) und Co die großen Sozial- und Steuerreformen in die Spur
bringen. Nach zwei Tagen mit teils lautstarken Auseinandersetzungen blieben
die Ergebnisse gemessen an den Erwartungen der Öffentlichkeit aber mau.
Diesmal ging es vor allem darum, nach Wochen voller Streitereien wieder
neues Vertrauen herzustellen. Dazu kehrte die Spitzenrunde an ihren
üblichen Tagungsort zurück: ins Kanzleramt.
Unklar blieb nach der Sitzung zunächst, was aus einem der wenigen
Ergebnisse des letzten Koalitionsausschusses wird. In der Villa Borsig
hatten sich Union und SPD auf zwei Maßnahmen verständigt, um die im Zuge
des Irankriegs drastisch gestiegenen Energiepreise abzufedern: einen
Tankrabatt von 17 Cent und die Möglichkeit, eine Entlastungsprämie von bis
zu 1.000 Euro steuerfrei an Arbeitnehmer auszuzahlen. [2][Die Prämie hatte
der Bundesrat am Freitag überraschend gestoppt], weil der Großteil der
Länder mit der Kostenverteilung nicht einverstanden ist.
Die Bundesregierung muss sich nun entscheiden, ob sie den
Vermittlungsausschuss von Bund und Ländern anrufen will, um nach einem
Kompromiss zu suchen. Schon vor dem Koalitionsausschuss galt als sehr
wahrscheinlich, dass sie das nicht tun und im Zuge der Beratungen über die
Einkommensteuerreform nach einem Ersatz suchen wird. In allen öffentlichen
Äußerungen wurde die Entscheidung aber bisher offen gelassen.
Wann ein erster Vorschlag für die Einkommensteuerreform vorgelegt wird,
blieb ebenfalls offen. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hatte vor dem
Treffen Tempo angemahnt. Die Einkommensteuerreform müsse nun
„schnellstmöglich an den Start gehen“, sagte er dem Tagesspiegel. Ein
Vorschlag von Finanzminister Klingbeil sei „in den nächsten Wochen,
vielleicht auch schon in den nächsten Tagen“ zu erwarten.
13 May 2026
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