# taz.de -- Pauschale Subventionskürzungen: Diese Uralt-Idee war noch nie gut
> Jens Spahn will Subventionen pauschal um fünf Prozent kürzen. An
> politischer Gestaltung scheint er kein Interesse zu haben.
(IMG) Bild: Jens Spahn, Deutschlands frechster Arbeitsverweigerer
Jens Spahn will nicht gleich mit der Kettensäge durch den Bundeshaushalt
gehen, der Rasenmäher soll es aber schon sein: Der Unions-Fraktionschef
möchte sämtliche Subventionen kürzen – und zwar pauschal um 5 Prozent je
Maßnahme. Das sagte der CDU-Politiker [1][in einem Podcast von Table Media]
– und damit ist ein Uralt-Vorschlag zurück in der Debatte, der [2][in
Zeiten leerer Kassen schon kursierte], als Spahn noch nicht mal seine Lehre
zum Bankkaufmann begonnen hatte. Falsch war die Idee schon damals, besser
ist sie über die Jahrzehnte nicht geworden.
Sparpotenzial gibt es unter den Förderprogrammen und Steuererleichterungen
des Bundes zwar wirklich. Deren Liste ist lang, und bislang sorgt
Schwarz-Rot selbst dafür, dass sie noch länger wird. Nächste Woche will die
Koalition im Bundestag beschließen, [3][die Luftverkehrssteuer zu senken] –
also trotz Klimakrise und drohendem Kerosinmangel Flüge noch stärker zu
begünstigen. Das ist eine Fehlentscheidung, spricht aber nicht gegen
Subventionen an sich. Deren Kernidee ist doch, dass der Staat
wünschenswerte Entwicklungen fördert, die durch marktwirtschaftliche
Mechanismen alleine nicht eintreten. Je nach politischer Überzeugung kann
das Ziel sein, den Planeten zu retten, neue Industrien anzusiedeln oder
bezahlbare Wohnungen zu schaffen.
Wer nun sparen will, sollte sich zwei Fragen stellen: Welche Ziele sind im
Interesse der Allgemeinheit? Und welche Subventionen tragen dazu bei, diese
Ziele zu erreichen? Das wäre die differenzierte Herangehensweise. Wer
dagegen als Politiker pauschal kürzen möchte, beraubt sich selbst eines
zentralen Steuerungsinstruments. Warum Jens Spahn das bloß macht? Entweder
er hat kein Gestaltungsinteresse. Oder er hat das Interesse, Subventionen
unter Generalverdacht zu stellen. Oder er glaubt, Kürzungen am ehesten
durchsetzen zu können, wenn sie alle gleich treffen. Wenn er sich da mal
nicht täuscht: Eine historisch unbeliebte Koalition kann es sich kaum
leisten, alle gleichermaßen gegen sich aufzubringen.
12 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://table.media/podcast/2026-05-12-kommt-die-grosse-steuerreform-mit-jens-spahn
(DIR) [2] /Oekologisch-blind/!691847/
(DIR) [3] /Forscher-ueber-die-deutsche-Luftfahrt/!6128838
## AUTOREN
(DIR) Tobias Schulze
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