# taz.de -- „Ökologisch blind“
> Grüne kritisieren CDU-SPD-Konzept zur Kürzung von Steuersubventionen.
> Ökopartei will mehr sparen
BERLIN taz ■ Die grüne Bundestagsfraktion hat verschärfte Planungen für den
Abbau von Subventionen und Steuervergünstigungen vorgelegt. Demnach sollen
mehr Einsparungen in den öffentlichen Haushalten verwirklicht werden als
von den Ministerpräsidenten Roland Koch (Hessen, CDU) und Peer Steinbrück
(NRW, SPD) angepeilt.
Die Grünen wenden sich außerdem gegen das von Koch und Steinbrück
propagierte Rasenmäherprinzip, wonach ein großer Teil der Subventionen
gleichmäßig drei Jahre lang um jeweils 4 Prozent sinken soll. Dieser Plan
sei „ökologisch blind“ und beinhalte eine „auffallend überproportionale
Belastung ökologisch sinnvoller Projekte“, schreiben die grünen
Abgeordneten Reinhard Loske, Anja Hajduk und Albert Schmidt. Die Fraktion
hat das Papier angenommen.
Die Grünen wollen zum Beispiel die steuerlichen Privilegien der Luftfahrt
reduzieren – einen Bereich, den Koch und Steinbrück ausgespart haben. Die
bisherige Vergünstigung bei der Mineralölsteuer kostet den Staat nach
Informationen der Grünen jährlich 373 Milliarden Euro, bei der
Mehrwertsteuer 500 Millionen Euro. Umgekehrt sehe die Ökopartei nicht ein,
warum die Ministerpräsidenten bei den Mitteln für den öffentlichen Verkehr
„mit der Axt“ zuschlagen. Hier will die kleine Regierungspartei weniger
sparen.
In einigen Jahren könnte sich nach Vorstellung der Grünen damit ein
Einsparbetrag von mindestens 8,3 Milliarden Euro jährlich ergeben. Hinzu
kämen noch die Erträge aus der verringerten Pendlerpauschale und der
Eigenheimzulage. Die Einsparsummen aus diesem Konzept würden die Zahlen von
Koch und Steinbrück um mehrere Milliarden überschreiten. Die Konzepte
lassen sich allerdings nur teilweise vergleichen, weil sich die
Einsparungen auf unterschiedliche Zeiträume beziehen.
Ob sich die Vorstellungen der Grünen verwirklichen lassen, hängt vom Poker
zwischen Bundesrat und Bundestag ab. Überragend sind die Chancen allerdings
nicht. Das Konzept von Koch und Steinbrück zwingt Union und SPD zu einer
entsprechenden Einigung, bei der abweichende Positionen eher stören. HANNES
KOCH
23 Oct 2003
## AUTOREN
(DIR) HANNES KOCH
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