# taz.de -- Olympische Spiele in Hamburg: Olympia-Bewerbung ist noch kein Schreckensprojekt
> Wer sich bei der Frage, ob Hamburg sich für Olympia bewerben soll, nicht
> entscheiden kann, dem bleibt nur Würfeln – oder die Sache mit dem
> Altpapier.
(IMG) Bild: Drohnen bilden einen Radrennfahrer: Diese Lichtshow lief in Hamburg unter dem Motto „Eine Chance für alle“
Bunt [1][leuchtende Drohnen am schwarzen Nachthimmel] über dem Hamburger
Hafen sehen eher irritierend aus, als dass sie „Lust auf Zukunft“ machen.
Und doch treffen Befürworter der Spiele-Bewerbung mit diesem Slogan einen
Punkt. Die Olympischen Spiele in Hamburg, eröffnet nicht in einem
Riesenstadion, sondern auf der Hamburger Alster, sind zumindest ein
friedliches Zukunftsprojekt. Es ist, wie es in der Ja-Broschüre heißt,
„eine Einladung an die Welt, in Respekt und Freundschaft zusammenzukommen“.
Mit dem Slogan „Sag Nein zu Goliath-Spielen!“ warb zuletzt die
Gegenkampagne. Der Senat wolle sich sein Abstimmungsergebnis für Olympia
kaufen [2][mit einem 2 Millionen Euro Werbeetat]. „Wir lassen uns nicht
verschaukeln. Nein zu Olympia!“. Die Kritiker weisen zu recht auf die
Risiken hin, so [3][wie es im Jahr 2015 schon die damals überraschend
erfolgreiche NOlympia-Kampagne] tat. Und doch setzt dieser Protest dem kein
eigenes Zukunftsprojekt entgegen.
Braucht eine Stadt das? Also, wenn wir davon ausgehen, dass auch die
Stimmung in einer Stadt wichtig ist und dass es positiv wirkt, etwas
Schönes wie ein großes Sportfest vor sich zu haben, dann wandert die Hand
auf dem Stimmzettel schon ein paar Millimeter Richtung „Ja“. Denn wer zum
Beispiel einen Urlaub plant, erholt sich auch schon durch die Vorfreude.
Ein positives Ziel mit verbindenden Momenten vor Augen zu haben, so
argumentieren Befürworter, täte vor allem der jungen Generation gut, die
seit Corona viel Belastendes erlebte.
Welche Vision bietet [4][NOlympia]? Die Frage ist nicht ganz fair, die sind
ja nicht an der Regierung. Aber brauchen wir zum Beispiel überhaupt diese
eine [5][neue U-Bahnlinie 5] tief unter der Erde, die dank Olympia jetzt
schneller kommen und sicherer finanziert sein soll?
Oder wäre es nicht viel günstiger und attraktiver, auch für Gäste, ein
[6][oberirdisches Straßenbahnnetz] mit Blick auf unsere schöne Stadt zu
bauen? Und wollten wir nicht alles dran setzen, Obdachlosigkeit zu
bekämpfen? Wenn das wirklich gelänge, dann müsste man Vertreibung nicht
befürchten.
## Vielleicht gäbe es ja doch einen Kompromiss
Und vielleicht gäbe es ja doch einen Kompromiss beider Lager, einen Weg,
die Olympischen Spiele so auszurichten, dass sie sich wirklich an die Stadt
anpassen und sozial und klimafreundlich sind? Das wäre dann statt
„NOlympia“ eine „Nur so geht Olympia“-Kampagne. Immerhin brachten die
Grünen ja schon mal temporäre Mietschutzregelungen ins Gespräch.
Nicht möglich mit diesem Internationalen Olympischen Committee (IOC)? Mag
sein. Auch wenn die Befürworter sagen, das habe sich reformiert. Aber ein
Risiko bleibt. Und unter Sparpolitik leidet zum Beispiel die Kinder- und
Jugendarbeit in Hamburg schon heute. Das schwächt das Vertrauen. Und es
sind ja wirklich nur 30 Tage, um die der ganze Rummel geht. Also rutscht
der Stift wieder in Richtung „Nein“. Wirklich?
Dieses „Nein“, das wirkt so endgültig. Und eine Olympia-Bewerbung ist noch
kein Schreckensprojekt. Also Würfeln, und jede gerade Zahl ist dafür. Oder
der Zettel wandert ins Altpapier. Dann kann es sein, dass die
[7][Abstimmung] an fehlender Beteiligung scheitert. Dann ist es halt so.
14 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Kaija Kutter
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